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Posts

The "Lack" Massacre

 Ein Riesentisch für das Atelier samt 2 Waschbecken. Insgesamt 20 IKEA Lack Tische verbaut. Tisch - Unterkonstruktion Bau-/ Konstruktionsholz - Rahmenkonstruktion mit vier Beinen - darüber Tragkonstruktion aus Dachlatten - darüber 18 Lack Tischplatten von unten verschraubt Waschbecken - Lack Tisch ausgesägt - Mörteleimer eingelassen mit Ausguss eingebaut - Bodenausgleich mit Schraubmuttern / Schraubbolzen - Wasserhahn aus Stahlrohren und Kugelschieber >>> mehr Fotos

Vorwärts . Vamos . Sommerparty

Jamals erster Frisörbesuch

Es ist Sommertag. Her muss die Sommerfrisur. Bei Jamal und bei Papa. Jamals Kopfwollestil ist bislang geprägt von zahlreichen väterlichen Schneideterminen. Wenn sich Innovation und Experimentierlust mit Selbstüberschätzung und Dilettantismus mischen, kommt meist Gutes bei raus. Mit Bastelschere, iPad (Ablenkung) und einigen Basistipps in Sachen Haareschneiden von Tante Erika, ging bislang das Kürzen gut von der Hand und war obendrein eine grandiose Vater-Sohn Teambuilding Maßnahme.  Warum davon abrücken? Weil das Drum und Dran eines richtigen Frisörbesuches, zumal beim nahe gelegenen Frisör mit jungem gemischt südeuropäisch-nordafrikanischem Team, ähnlich reichhaltige Lebenserfahrungen verspricht. Vertrauen und Vertrautheit zu den genannten Frisören sind bei Jamal schon da: zum Einen sind das quasi unsere Nachbarn, zum Anderen ist es nun schon das dritte Mal, daß er neben Papa aus dem Frisörstuhl heraus die professionelle Frisörtätigkeit der Schwarzgelmatten begutachtet....

Wie Garten-Nazis Grasbüschelchen zupfen

"Zu jedem gepflegten Garten, gehört immer auch ein geleerter Kopf."  Gerade eben selber vorsichtig mein Gehirn im Schuppen in einen unbenutzten Blumentopf gleiten lassen, um mich meditativ und ungestört der Gartenarbeit zu widmen. Ah, tut das gut! Und so befreiend. Gartenarbeit. Muss das denn sein? Biomasse hat sich inzwischen zahlreiche Wege ins Haus gebahnt. Armdicke Bündel aus Efeu- und Knöterichwurzeln: die ritzengeschwächten Anschlusspunkte zwischen Wand und Dach ausnutzend, drängen sie massiv ins Innere, überziehen Wände, passieren Flure und durchbrechen Geschossdecken. Kurz schulterzuckend bemerken, dass wir kaum noch vom Schlafzimmer ins Bad kommen, weil alles zugewuchert ist. Aber wir waschen uns ja sowieso fast nie, und wenn, dann im Gartenteich oder der Regenwassertonne. Im Dachgebälk nisten in der Wärmedämmung zahlreiche Vögel, Dachsbauten in den Zwischenwänden aus Gipskarton, flauschiger Moos auf dem Stäbchenparkett, Dammwild sucht Unterschlupf in der Einbauk...

Warwerort

Es sind 16 Kilometer von unserer Haustür zum "Strand" nach Warwerort, einem kleinen Dorf kurz südlich vor Büsum. Die Küste ist dort wunderbar unaufgeregt. Grasdeich mit Schafen und einigen Zäunen, ein kleiner Asphaltweg, Basaltsteine als letzte Bastion zum Meer und dann Matsch mit Buhnen dazwischen. Sonntag. Wir fahren nach dem Mittag bei offen, warmem Sommerwetter hin. Die Sachen irgendwie schnell ins Auto geworfen. Söhne nicht vergessen. Der Parkplatz mit kleinem Kioskrestaurant liegt zwischen Deich und Speicherkoog. Deichtreppe hoch und schon sind wir da. Hier war noch nie viel los.  Die Strandmuschel trotzt dem Wind. Wolken sehen uns wie Rundhölzer auf dem Rasen herumkullern. Dann rein in den Matsch. Ebbe ist Entdeckerzeit, wenn Mensch auf dem Meeresboden zu Besuch ist. Geschlüpfte Minikrebse tausendfach kaum größer als Marienkäfer. Die Buhnen voller Tang umarmen kleine grüne Grasplacken wie hingepflanzt mitten im Watt. Der Wind erzählt, dass es immer so sein...

Blumen, Vögel, Eier, Hasen: 2014

Feliz Pascua 2014! Frohe Ostern 2014! Happy Easter 2014! Image 1: Los Jahnsens easter bunnies Image 2: fully automatic easter egg gun

Tolle handgemachte Sitzkissen

"Gibt es hier auch Hirsekissen? Das wird Wolfgang Thierse wissen." Wiglaf Droste - Bezug und Innenbezug 100 % robuste Baumwolle - Dinkelspelzfüllung aus k.b.A. - Durchmesser 32 cm und Höhe 17 cm - Außenbezug bei 30 Grad waschbar - Stück 35€ / 3 Stück 90€ bei Interesse: Shanti Jahnsen / 0157. 3829485 / shanti@jahnsen.info

Postkartenprojekt Heide

 Das Postkartenprojekt wird in der Museumsinsel Heide ausgestellt und bei der Vernissage am 14.2.2014 der Öffentlichkeit vorgestellt. Hier ist die Begrüßungsrede von Shanti Jahnsen zum Nachlesen. Ausserdem gibt es einige Fotos der Vernissage >>> hier. "Liebe Kinder, liebe Eltern, sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Frau Lubitz, sehr geehrte Damen und Herren ich finde es besonders spannend, wenn Kinder ihre inneren Bilder einer Stadt preisgeben, weil nicht selten der Kinderblick frei von den lästigen und oft langweiligen Gewohnheiten des Erwachsenenblickes ist. Scheinbare Banalitäten bekommen auf einmal einen Zauber. In tausendfach Besehenem tauchen plötzlich unerforschte Ecken auf.  Dies war einer der Beweggründe für das Projekt, dessen Ergebnis wir nun hier und heute feiern.  Alles fing damit an, dass 17 Kinder aus der Region Heide gemeinsam mit mir in den Herbstferien letzten Jahres 2 Wochen lang, jeden Vormittag an den Postkarten für Heide gearbe...

Die gute Nummer

Wir spielen Telefonieren mit Jamal. Jeder hält sich irgendeinen Gegenstand ans Ohr. Nummern werden mit dem Zeigefinger in die Handfläche getippt. Frage an Jamal: "Wie ist Deine Telefonnummer?" Jamal: "Gut!"

Kiran

  Am Sonntagmorgen gegen 5.15 Uhr beginnen bei Shanti die ersten Wehen. Wir lassen Jamal schlafend mit seiner Oma zurück, und stehen um viertel vor Sechs im Geburtszimmer. Um 7 Uhr 12 ist Kiran dann da. Alles ist gut.   Hier die Hauptmerkmale der beiden Geburten 1| (Jamal) und 2| ( Kiran) im Fakten-Schnellcheck: Vor Verlassen des Hauses Richtung Krankenhaus ... 1| ... gerade noch geschafft nicht im Schlafanzug loszurennen. 2| ... noch kurz die Zähne geputzt, Scheitel und Brauen gerichtet und 3x "Om" gesummt. Distanz Haustür - Kreißsaal 1| 12500 km 2| 2,1 km Die Anreise   1| "Hollywood ist ein müder Witz dagegen." (Caroline) Hochdramatisch reist der Vater "aus Afrika" an. Defektes Flugzeug. Außerplanmäßige Zwischenübernachtung in Johannesburg. Die Mutter kneift alle Löcher dicht. Aus der Flughafen-Ankunftshalle in den Kreißsaal. Punktlandung 24.12. / Jamal hat mit Lemmy (Motörhead) Geburtstag.  2| Sonntagmorgen um 5 in Heide. D...

spacious 2014

feliz 2014 . espacio suficiente  . para todo  . lo bueno y nuevo . 47.000 m 2  El centro histórico de la ciudad de Heide con la plaza del mercado mas grande de Alemania. froh 2014  . genug Platz  . für alles  . Gute und Neue .  47.000 m 2  Das historische Zentrum der Stadt Heide mit dem größten Marktplatz Deutschlands. happy 2014  . enough space  . for all  . the good and new .  47.000 m 2  The historic inner city of Heide with Germanys biggest urban market square.

Ein Jahr Dithmarschen, oder: Home is where the Matsch is

  "Dithmarschen: Wo die Trecker schön, und die Frauen stark sind" Wo ist eigentlich Heimat? Meine wunderbare Oma ist einst mitsamt Familie aus Ostpreussen geflüchtet. Sie hat über den Daumen gepeilt zweidrittel ihres Lebens außerhalb ihrer Heimat verbracht. Zumindest hat sie das manchmal so anklingen lassen. Für sie war nun mal der Ort an dem sie geboren wurde, und an dem die großen Gehöfte ihrer Familien standen, Heimat. Das es danach auch nicht so schlecht war, wurde vielleicht im Nebensatz erwähnt, galt aber nicht so richtig, wenn es darum ging das Zuhause des Herzens zu umschreiben.  Wir sinnieren auch sehr oft über die nebulösen Begriffe Heimat, Zuhause und Fremde. Weil an neuen Lebensorten die eigenen Vertrautheiten herausstehen. Die aus der eigenen Geschichte in die Gegenwart gebrachten Vorlieben und schönen Erinnerungen treten zutage. Gute Erfahrungen, die man gemacht hat, möchte man wiederholt sehen, und das besonders dann, wenn sie in weiter Entfernung...

Hallo Echo!

Wir renovieren ein Zimmer. Alles ist leer und es hallt enorm. Umfangreich erkläre ich Jamal, was ein Echo ist. Viel später am Abend bemerkt er dann: "Das Echo wohnt in einem Haus aus Stein. Das hat es selber kaputt gemacht." Recht hat er. 

Lüneburg`13

Lüneburg`13 , a set on Flickr. field trip

Feier

Lego, Shiva und die unverbindliche Verbundenheit.

Ein riesiger, bunter Haufen alter Freunde liegt ausgeschüttet auf dem Teppich vor mir: meine Legosteine aus den 80er Jahren. O wieviele Stunden und Tage habe ich mit ihnen gemeinsam verbracht! Wie viele Fahrzeuge, Flugobjekte, Raumschiffe und andere wunderliche Fantasiemaschinen und -Objekte habe ich aus ihnen erschaffen! Und obwohl nicht ein einziges dieser Objekte aus jener Zeit erhalten geblieben ist, liegen sie doch alle vor mir, inklusive aller, die da noch folgen werden - jene, die Jamal und ich in Zukunft bauen werden. Mich ergreift und bewegt diese Vorstellung und wirft die Frage auf: wie schafft Lego das eigentlich? Ich vermute die Faszination und der Erfolg von Lego sind nicht die vielen verschiedenen Steinformen oder die Farben - es ist vielmehr die Art, wie die Steine ineinander greifen, und hier speziell: die Festigkeit des Verbunds. Die Steine sitzen nicht zu locker, als dass sie auseinanderfallen oder verrutschen könnten, und sie sitzen nicht zu fest, als dass es Mü...

“Fisch! Pan?”

Das erste Fischbrötchen im Leben eines Menschen gehört sicher zu den prägendsten Eindrücken, die das Universum für uns bereit hält - vielleicht noch vergleichbar mit dem ersten Schluck Bier oder (aber dieses bereits in der Liste weit abgeschlagen) mit dem ersten Kuss. Wir sind das erste Mal mit Jamal am Nordsee-“Strand” in Büsum. Spontan gibt es zur Kaffeezeit bei eisigen Temperaturen aber ansonsten hellem Wetter je ein Fischbrötchen für jeden auf die kalte Hand. Müde belächelt werden von uns die Sahnetortenesser in den überheizten Cafés. Jamal ist begeistert und isst seines komplett auf. Sofort lernt er das Wort “Fisch” und brabbelt es in den Kaupausen vor sich hin, während seine Fisch gefetteten Lippen in der Abendsonne orange gleissen. Wenn seitdem beim gemeinsamen Lesen in Kinderbüchern Fische auftauchen, stellt er stets die Verbindung zum Fischbrötchen her, indem er zum im Buch erwähnten “Fisch” auch sofort und energisch nach “Pan” (Spanisch=Brot) fragt.

Der geschundene Sparletta Morango Kronkorken

Am Ende waren es einzelne Gegenstände, die noch eine Weile die Geschichten aus vergangener Zeit weiter erzählten. Jene Gegenstände, die nicht nur ihre Zeit überdauert haben, sondern die auch so beschaffen waren, dass sie ihre Zeit widerspiegeln und abbilden konnten. Im optimalen Fall waren sie gleichsam eine Projektionsfläche mit jenem Bild eingebrannt, welches über die Zeit am meisten angesehen wurde. Das schartige Schwert im Mittelalter-Museum, der wuchtige Pelzmantel, mit dem mein Opa im Winter 45 Ostpreussen den Rücken kehrte, oder das Tee-Service aus dem fernen Finnland von unserer bolivianischen Tante aus langem Familienbesitz sind nur einige Beispiele dieser fast klischeehaften Gattung von Gegenständen. Ich schaue auf das letzte Jahr zurück und frage mich, welcher Gegenstand die Kraft hätte von dieser vergangenen Zeit zu erzählen? Dieses "Von-einem-Ort-zum-nächsten-Ziehen", über Ländergrenzen und Kontinente hinweg muss doch irgendwo sichtbare Spuren und Greifba...

Alles neu: 2013! Alles Gute!

Seit dem Ende unseres Einsatzes in Mosambik sind wir auf vielen Stationen über Bolivien und quer durch Deutschland gereist. Die Beschwerden des Lebens "aus dem Koffer" wurden dabei aufgewogen durch viele schöne Momente, die wir endlich wieder mit Freunden und Familie in Deutschland und Bolivien teilen konnten. An alle, die wir in 2012 sehen konnten, und die uns geholfen haben ein grosses Dankeschön. Und an alle, die wir leider noch nicht sehen, sprechen und besuchen konnten: 2013 geht da was!    Die Odyssee hat sich gelohnt. Wir sind in Heide gestrandet und es passt gut. Die Stadt, die Menschen und das Leben hier sagen uns zu. Und so freuen wir uns auf ein Jahr in dem mal wieder viel Neues zu entdecken ist. Und wir freuen uns natürlich auch auf Post, Mails, Anrufe und Besuche. Familie Jahnsen Loher Weg 2, 25746 Heide jahnsen(at)jahnsen.info 0157.78913829 oder 015773829485

Tschüss Mosambik!

*tino onana Moçambique (Shona) = tschüss / bye / chau  Mozambique Tschüss Mosambik. Unsere gemeinsame Zeit ist um. Und wir sagen danke. Alle unsere Sachen sind im Container auf dem Seeweg nach Hamburg. Es war viel Arbeit und Mühe alles in Kisten zu verpacken, diese dann nach Beira in den Hafen zu bringen, alles in einen Container zu packen und das alles dann abzuschicken (Stichwort: mosambikanisches Behördenpoker). Einen Riesendank nochmal allen, die uns dabei unterstützt und geholfen haben. Während das Containerschiff nun etwa zwei Monate unterwegs ist, machen wir Urlaub im Bolivianischen und sind dann ab Mitte Juli in Deutschland. "Schick mir ein Foto von dir, oder eine Postkarte, Geh, es ist vorbei, Goodbye!"   (Stereo Total)

"So gross!" - Gestendesign im internationalen Wettstreit

"Unser Sohn ist schon so gross..." - ich stehe mit einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung auf dem weiten, staubigen Sandplatz vor dem Munizipgebäude in Manica. Wie immer, wenn wir uns treffen, erkundigt er sich intensiv über das Befinden meiner Familie. Diesmal will ich ihm also erzählen, wie hoch Jamal inzwischen gewachsen ist. Dazu strecke ich meine flache Hand auf der Höhe meines Knies aus, und messe den Abstand zum Boden, um eine Idee von der Scheitelhöhe des Kleinen zu vermitteln. Plötzlich ist mein Gegenüber sichtlich verstört. Es muss die Geste des Abmessens der Höhe vom Boden mit der flachen Hand sein, die ihn irritiert. Nach kurzer Verlegenheitspause löst sich das Missverständnis in ein Lachen, und er erklärt mir, wie in Mosambik "abgemessen" wird: Um jemand anderem die Grösse einer Person zu verdeutlichen ist es hier tabu, dafür die flache Hand zu benutzen. Für den Menschen, als aufrecht gehendes Lebewesen, so wird mir erklärt, sei diese Geste unpassen...

Antarktisexpedition goes Afrika

Insektengleich steht dieses gelbe Teil seit etwa einer Woche beim Munizip in Manica auf dem Hof, und wartet auf seinen Einsatz im Bereich Strassenbau und Strasseninstandsetzung. Ein Monstrum, welches das Gebäude des Ratssaals überragt. Es muss nun nur noch jemand gefunden werden, der den "Nivelador" bedienen kann, ihn bändigt und ihm die richtige Spur weist - bei der imposanten Anzahl Hebel und Knöpfe im Cockpit keine ganz leichte Aufgabe. Ein Aufkleber auf der Seite weist auf die chinesische Antarktisexpedition hin. Vermutlich ist das Gerät jedoch nie dort angekommen - zu neu und ungebraucht sieht es aus. Vielleicht wurde gerade noch rechtzeitig bemerkt, dass man statt einer Strassenmaschine besser noch ein paar mehr Schneepflüge mitnehmen sollte? Statt Eisberge und Schneewehen sind nun also roter Schlamm und überreife Mangos aus dem Weg zu räumen. Von dieser Stelle sei dem XGMA-38120 im Munizip Manica allzeit gute Fahrt gewünscht.

Bei mir alles gut

Wenn sich zwei Bekannte in der Stadt treffen, ist es ja logisch, dass der jeweils andere fragt wie es einem geht. Im ideal angenommenen Regelfall werden also vier Sätze gewechselt, zwei von jeder Person: Person 1 und 2 treffen sich. Person 1: Wie gehts? Person 2: Gut. Danke. Person 2: Und wie gehts Dir? Person 1: Mir gehts auch gut. Danke. Ich beobachte gerade in Mosambik, dass hier zunehmend, wohl aus allgemeiner Übereinkunft heraus, und aus der zwangsläufigen Logik, dass natürlich der andere fragt wie es einem gehe, die beiden einleitenden Fragesätze bei einer normalen Begrüssung weggelassen werden. Die Konversation verkürzt sich also wie folgt: Person 1 und 2 treffen sich. Person 1: Bei mir alles gut. Danke. Person 2: Bei mir auch alles gut. Danke. Es scheint auf den ersten Blick etwas egoistisch, dem Gegenüber als aller erstes sein eigenes Befinden mitzuteilen, anstatt sich erst nach dem Befinden des anderen zu erkundigen. Vielleicht kann man darin jedoch auch eine...

Die fertigen Schulbänke

"Mr. George, do you trust your car?" Wir stehen im Nieselregen mit dem Auto vor der Tischlerei. Die Bänke für die New Horizon School sind alle fertig, und stehen seit zwei Tagen im Regen. Wo auch sonst? Das Dach der Tischlerei taugt nicht mal richtig als Schattenspender, geschweige denn als Schutz vor Regen. Die bis zu 5cm dicken Eukalyptusbohlen der Bänke haben sich mit Wasser vollgesogen. Eine Bank wiegt nun knappe 40kg. Das sind bei 20 Bänken etwa 800 kg Gewicht. Gerade mal die Hälfte der Bänke sind aufgeladen. Die hinteren Reifen des Pickups versinken im Dreck, der sich hier unterhalb des Marktes mit dem Müll und den Exkrementem aus dem offenen Abfluss der öffentlichen Toiletten vermischt. Ich drehe mich zum Schulleiter Mr. Bright, der die Frage an mich gerichtet hat: "Yes, no problem, let´s continue." Mit einigen Helfern wuchten wir die Bänke auf die Ladefläche. Die Helfer sind nicht leicht zu finden, denn obwohl die Stadt voller Leute ist, sind nun zwisch...

Feliz • Happy • Frohes • 2012

>>> Link pdf

Das deutsche Traumzeugnis

Einen Tag kommt ein Mosambikaner mittleren Alters in mein Büro und bittet mich um die Übersetzung eines deutschen Dokumentes ins Portugiesische. Er sei Lehrer in einer örtlichen Schule in Manica, und hätte mit dem Nachweis einer besseren Ausbildung Chancen auf ein höheres Gehalt in seinem Beruf. Nun habe er einige Zeit in Deutschland gelebt, und aus dieser Zeit stamme das Dokument, welches bescheinigt, dass er als Lehrer eine Ausbildung in Deutschland erfahren habe, die die Gehaltsheraufstufung rechtfertige. Nun fehle nur noch die Übersetzung dieses Dokumentes, damit die Entscheidungsträger in der Hauptstadt es lesen können. Ich überfliege das Papier, und erkenne sofort, dass einem mit diesem Dokument in der Tasche, die Türen im mosambikanischen Verwaltungsapparat weit offen stehen. Die Übersetzung ist schnell gemacht, und während wir abwarten, wie die Antwort aus Maputo aussehen wird, stelle ich mir vor, wie ein deutscher Arbeitgeber auf ein solches Zeugnis reagieren würde. O...

Jamal . 1

EINLADUNG Liebe Freunde, hiermit laden wir Euch herzlich zur grossen Party zu Jamals erstem (1.) Geburtstag ein. Die Feier findet am 24.12.2011 von 10 bis 13 Uhr in unserem Haus in Manica gegenüber vom Bahnhof statt. Wir freuen uns auf Euch. Jamal . Shanti . Georg INVITATION Dear Friends, we herewith invite you to the big birthday party for Jamals first (1.) birthday. The party takes place the 24th of December 2011 in our house in Manica opposite the train station from 10am to 1pm. We are looking forward having you with us. Jamal . Shanti . Georg INVITACIÓN Queridos amigos, les invitamos a la gran fiesta del primer cumpleaños de Jamal. La fiesta se llevará a cabo el 24 de Diciembre 2011 en nuestra casa en Manica en frente de la estación de tren de 10 a 13 horas. Nos alegramos de tenerlos con nosotros. Jamal . Shanti . Georg CONVITE Caros Amigos, nós convidamos você para a grande festa para o primeiro aniversário de Jamal. A festa tem...

Der Kondom Kiosk

Am ersten Dezember was über AIDS schreiben ist vorbildlich. Dem wird hiermit nachgekommen. Das Thema HIV/AIDS ist in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Mosambik ein so genanntes Querschnittsthema. Weil die allgemeine Situation auf diesem Gebiet in Mosambik recht dramatisch ist, soll also jeder Mitarbeiter etwa fünf Prozent seiner Arbeitszeit diesem Thema widmen. Ich könnte also zwei Stunden pro Woche mit einem Besenstiel durch das Munizip laufen, und munter Kondome darüberstreifen, oder meine Kolleginnen und Kollegen mit Fragen leicht unterhalb der Gürtellinie belästigen. Doch glücklicherweise haben wir eine professionelle Betreuung zu diesem Themenfeld an unserer Seite, die uns den Horizont der möglichen Aktionen und Projekte extrem erweitert. Dennoch beschreibe ich heute "nur" eine von den kleinen tagtäglichen Möglichkeiten, wie sich dieses wichtige Thema in meinem Arbeitsalltag verankert hat. Vom scheidenden Kollegen Adrian aus Beira habe ich vor einigen Mon...

Capulana Carpentry oder: tischlern mit Multifunktionstüchern

Die Capulana ist ein Stück Stoff, ohne das in Mosambik wenig geht. Das traditionelle Tuch ist etwa 2 x 1,5 m gross und in vielen Farben und Mustern erhältlich. Es wird für viele Zwecke benutzt und kann daher zur Gruppe der Multifunktionstücher gerechnet werden. Zunächst ist es ein einfaches aber effektives Kleidungsstück für Frauen. Es wird meist als Rock gewickelt. Über die Schultern oder den Kopf geworfen, schützt es ausserdem vor starker Sonne oder Kälte und Regen. Auf dem Kopf zusammengebunden, ergibt sich ein überaus schöner Kopfschmuck in farblicher Abstimmung mit dem passenden Kleid (natürlich auch aus Capulana Stoff). Bei der Arbeit dient es als Unterlage auf dem Kopf zum Tragen schwerer Lasten. Auf dem Boden ausgebreitet ist es eine Sitzdecke. Praktisch alle Kinder in Mosambik werden auf dem Rücken in Capulanas getragen. Im Haushalt dient es als Haustür und Fenstervorhang. Für die Politik ist es ein beliebtes Werbemittel, um das Bild des Präsidenten und die alten ...

Der mosambikanische Stempel

Ein Dokument, ein wichtiger Brief oder ein offizielles Schreiben sind in Mosambik ohne einen richtigen Stempel quasi wertlos. Ein normal unterschriebener Brief oder eine E-Mail an einen mosambikanischen Adressaten gesendet, bleibt in der Regel unbeantwortet. Erst ein Stempel auf dem Schreiben ist der Hinweis für den Empfänger, dass dieses Dokument eine gewisse Dringlichkeit hat, und daher nicht sofort im Mülleimer oder im Ordner für "zu ignorierende Post" landet.   Fein säuberlich entwarf ich also am Computer einen einfachen Stempel mit Name, Funktion und Titel. Der Ausdruck, oder sogar die Bilddatei, so war ich es von Deutschland gewohnt, könnte dann als Vorlage für die Herstellung des Stempels genutzt werden. Doch wo in Manica einen Stempel herstellen lassen? Selbst in Chimoio, der nächstgrösseren Stadt, winkten die Besitzer der von mir aufgesuchten Papier- und Schreibwarengeschäfte ab, bzw. schickten mich zu dem jeweils anderen Geschäft. In einem dieser Geschäfte ve...

Gesang

Meine Arbeit als Berater der Stadtverwaltungen von Manica und Catandica , bedeutet auch, dass sich mein Arbeitsplatz in unmittelbarer Nähe der zu beratenden technischen Angestellten befinden muss. In Catandica, der kleinen Stadt in der ich immer einmal in der Woche arbeite, habe ich einen eigenen Schreibtisch direkt in dem Arbeitsraum der Stadtangestellten (glücklicherweise an der Stelle, wo das Dach noch intakt ist). In Manica habe ich ein eigenes kleines Büro. Der Raum befindet sich direkt neben dem städtischen Ratssaal. Durch ein kleines Oberlichtfenster habe ich eine direkte akustische Verbindung in diesen Saal. (wenn ich mich auf meinen Schreibtisch stelle, kann ich auch in den Ratssaal hineinsehen) Die regelmässige Sitzung des Stadtrates ist nur ein Treffen von vielen, die in diesem Raum abgehalten werden. Es findet dort ebenso Erwachsenenbildung statt, die Landfrauen treffen sich, Seminare werden abgehalten, die Stadtteilvorsteher treffen sich, und, und, und... Für mich i...

15 Dinge ...

... die man in Manica (Mosambik) auf dem Markt kaufen kann, eher nicht jedoch in einer deutschen Innenstadt. Bei dem vielen Lamentieren (auch meinerseits) was es hier alles nicht gibt, eine längst fällige Gegen-Aufstellung: 1 . Handgemachte Zwille / Steinschleuder 2 . Gebratene Mäuse verzehrfertig (10 Stk. 1 Euro) 3 . Seife als 1m langer Strang zum selber Ablängen 4 . Scharniere aus altem Karrosserieblech 5 . Ziegenköpfe (frisch) 6 . Windows7 Installations DVD mit Echtheitszertifikat für 1,5 Euro 7 . Golfballgrosse Sandsteine zum Lutschen (für schwangere Frauen) 8 . 50kg Sack Maismehl ("Maizena") 9 . Alte Fahrradschläuche in Streifen geschnitten (als Dichtungsband für Wasserschläuche, als Gummi für die Zwille, oder als Fahrradgepäckträgergummi) 10 . Klärgrubendeckel aus armiertem Beton mit mittigem Plumsklo-Loch und zwei Vertiefungen für die Füsse. 11 . Alte, leere Ölfässer (200l)  12 . Amtliche Buschmesser (Catana) 13 . Frisches Zuckerrohr 14 ...