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Es werden Posts vom 2019 angezeigt.

Christmaspunk im Käfferland

Wie passt eine besinnliche Weihnacht in das momentane Lebensgefühl eines rebellierenden Jugendlichen? Ich war irgendwas mit gefühlten 18 und wenn eines unklar war, dann wie ich mich zum familiären Weihnachtskult verhalten sollte. Der Kontrast des heimeligen Advents- und Festtagsbrimboriums, einstudiert, verfeinert und perfektioniert in Jahren, wenn nicht Generationen vor mir, hätte nicht grösser sein können, zum aufbegehrenden und herausbrechenden Lifestyle eines kaum erwachsenen Halbstarken. Harmonie versus Bock auf Stress. Das Konzept Barmherzigkeit trifft auf eine allgemeine Scheissegal-Haltung mit Lust auf dicke Lippe. Doch dann war da die Landdisko am Ende der Welt irgendwo in der Nordheide im Niemandsland zwischen Hamburg und Bremen. Sie linderte. Sie rief all diese Zweifler, gerade, und zum Glück zu Weihnachten, zu sich. Sie strömten herbei. Gleichgesinnte allen Alters kamen alljährlich in diesen sicheren Hafen in Form eines umgebauten Heuschobers. Irgendwo mitten auf d

Maß is coming home

Ein Training bringt mich nach Bayern an den Starnberger See in die Nähe des mystischen Bier-Mekkas "Kloster Andechs". Mit Freunden gebe ich mich dem Faszinosum des Biertrinkens aus Riesengläsern hin. Ich erwerbe zwei Maßkrüge, die meine Krug-"Sammlung" in Delhi auf vier Exemplare erhöhen. Hier meine beiden Getränkefavouriten, die ich recht regelmässig aus diesen Behältnissen genieße: Das Coconut-Lime-Water Etwa ein Drittel des Maßkrugs mit Eiswürfeln befüllen. Darüber das Wasser einer grünen Kokosnuss (idealerweise vorgekühlt) giessen. Den Saft von fünf Limetten dazugeben und mit Filterwasser bis deutlich über Eichstrich auffüllen. Servieren mit langem (Edelstahl) Trinkhalm. Der isotonische Durstlöscher nach dem Sport. Der Bierlongdrink Etwa ein Viertel des Maßkrugs mit Eiswürfeln befüllen. Darüber einen halben Liter lokales Bier (gekühlt) giessen. Den Inhalt einer kleinen Flasche (0,25) Tonic Water dazugeben. Mit dem Saft dreier Limetten abrunden und mit

Kochi Magic

Die Dienstreisen nach Kochi im südlichen Bundesstaat Kerala sind für mich stets überlagert mit einem feinen Beiklang von Magie. Es ist vielleicht das viele Wasser, was an fast allen Stellen der Stadt sichtbar ist. Lagunen mit Palmen, Piere, Kaimauern, Hafenanlagen und Schiffe. Vielleicht erinnert auch all das irgendwie an Hamburg und die Atmosphäre aus den Erzählungen meiner Mutter über ihre Heimat Altenwerder, eine malerische Fischerinsel in der Süderelbe aus einer fast vergessenen Zeit im vorigen Jahrhundert.  Dieses Mal macht der Monsun, dass alles morbide ist. Der Himmel ist grau und doch leuchten alle Farben anders als sonst. Die Stadt ist reingewaschen und doch wachsen Moose, Farne und Pilze in allen Ritzen. Mauern werden überwuchert und aufgesprengt. Die gebaute Stadt im Dauerstress und der explodierenden Biomasse ausgesetzt. Am Abend sitzen wir in der dampfenden Luft in einem kleinen Restaurant am Wasser mit Blick auf die Hafenanlagen. Der goldenen Freiheitsengel lä

Jamal completing 2nd grade

Der Osterelch im Chaat-Puri

Zum Osterbrunch bringt jede Familie neben ihrer Kinderschar auch Spezialitäten aus den jeweiligen Heimatländern mit. Und so ist das Buffet ein bunter Tisch leckerer Sachen.   Wir haben eine riesige Schüssel Puris für Chaat gemacht. Chaat sind indische Snacks. Puris als Unterkategorie sind frittierte Teig-Bällchen (Assoziation: Ei), innen hohl, in die lustige Dinge hineingestopft werden, wie z.B. kalte Kartoffelstücke, gehackte Zwiebeln und Tomaten. Obendrüber kommt mit flotter Geste Tamarindensoße, Minz/Chilisauce, gesüßter Joghurt und Korianderblätter. Das ganze geht am Stück in den Mund (Kiefer vorher aushängen). Es ist ein großer Spaß die kleinen Bällchen selber mit den ganzen Zutaten zu befüllen - vor allem für Kinder.   Frans´ Familie aus Schweden hat leckeres Elchfleisch dem Buffet beigesteuert. Und dann kommt es zur Weltpremiere: erstmals in der Geschichte der Menschheit, werden indische Puris befüllt mit zartem Elchfleisch aus Schweden.   Foto: Frohe Ostern

Jamals AES Blog

Since first grade Jamal has its own Blog at school. Its generally being updated on a regular base and shows pretty well what he is doing at school. Here is the link. Enjoy. Jamals AES Blog

Lego Teleferico

Vor einiger Zeit haben Jamal und Kiran eine kleine, voll funktionsfähige Modellseilbahn von Milan und Lara geschenkt bekommen. Nach dem La Paz Urlaub ist das Seilbahnfieber erneut entfacht worden. Und so haben wir uns daran gemacht, und aus Lego eine weitere Seilbahn mit zwei Elektromotoren und Fernsteuerung quer durch die Wohnung zu bauen. Video: Lego Teleferico

Low Tech Cinema

Während der "India Week" an der Schule von Jamal und Kiran werden an verschiedenen Tagen auf dem Schulgelände zahlreiche Aktivitäten und Attraktionen organisiert. An einem Morgen gibt es einen Mann mit einer halbmaschinellen Kinobox. Video: Lox Tech Cinema

Die 65 Stunden Rückreise

Entfernungsmässig, als Strecke von einem Punkt der Erde zu einem beliebigen anderen, liegen sich La Paz und New Delhi denkbar ungünstig zueinander. Ein Loch quer durch die Erde von New Delhi durch den Erdmittelpunkt gegraben, würde irgendwo bei den Osterinseln vor Südamerika herauskommen. Wir entscheiden uns für den Flugweg nach Amsterdam (6.400 km), von dort nach Lima / Peru (10.500 km) und von dort nach La Paz (1.100 km) mit einer Gesamtdistanz von 18.000 km. Und so verläuft die Rückreise im Groben von Haustür zu Haustür: 9. Januar 2019 1. Stunde 1.00 Uhr . La Paz - El Alto / Bolivien Aufbruch bei nächtlicher Dunkelheit von zu Hause in Chasquipampa / La Paz. Hundebellen und der königliche Sternenhimmel zum Berühren nah. Das Taxi ächzt unter der Last der zahlreichen Koffer, Taschen und Rucksäcke. Freestyle schmeissen wir die zwei größten Koffer auf den Dachträger und tüdeln sie mit Band irgendwie fest. Mit sieben Leuten (inklusive Alicia und Taxifahrer) düsen wir durch die näch

Gesichtskaktus

Die trockene Höhenluft in und um La Paz gepaart mit der bratzigen Sonneneinstrahlung scheint als Klima für kaktus- und agavenartige Gewächse ideal. Überall sprießen sie mit ihren fleischigen Pflanzenteilen gespickt mit flauschigem oder spitzem Dorn aus dem Boden. Diese pflanzengemachte, fleischige Piecksigkeit hat für uns ihren Höhepunkt am Flughafenhotel in Lima. Dort ist nicht nur das Hotel selber von fast mannshohen verschiedenen Kakteen umstanden. Auch die Innenräume sind von den Dekorateuren mit einer großen Varietät kleiner Kakteen-Ensembles ausgeschmückt. Chronisch unrasiert lungere ich mit dem sichtlich Kakteen begeisterten Kiran in der Hotel-Lounge herum. Als er schließlich auf mir herumturnt und mit seinen Händen mein stacheliges Gesicht betatscht, ist der folgende Satz von ihm nur noch reine Formsache: “Papa, Du siehst aus wie ein Kaktus.” Foto oben: Jamal mit Agaven auf der Sonneninsel / Lago Titicaca. Foto unten: Kakteenorgie in Huajchilla bei La Paz.

Chiwiña - der bolivianische Sonnenschutz

Wir sind auf etwa 4.000 Meter Höhe am Titicacasee. Es ist ein sonniger Tag und dennoch ist es im Schatten mit etwa 10 Grad Lufttemperatur  relativ frisch. Kaum wage ich jedoch den Schritt in ein sonniges Fleckchen spüre ich durch meine Kkeidung die Wärme der Sonnenstrahlen meine Haut durchbrennen. Der Kontrast ist extrem. Bei allen Tätigkeiten im Freien ist daher in Bolivien ein guter Schattenspender essentiell. Als simple und gute Konstruktion hat sich die Chiwiña erwiesen. Auf allen Märkten ist sie anzutreffen. Der Stoff ist aus alten Mehlsäcken zusammengestückelt und wird von zwei Holzstangen und einem Pfosten gehalten. Bei unserem Abschiedsmittagessen auf der Sonnen (!) Insel über dem Titicacasee werden uns an unserem Esstisch rasch zwei Chiwiñas aufgebaut. Video: Hommage an die Chiwiña

2018