Direkt zum Hauptbereich

Posts

Es werden Posts vom Januar, 2015 angezeigt.

Alasitas in La Paz

Wünsch' Dir was! In La Paz ist "Alasitas", das große Fest, bei dem es um nichts anderes als die Wünsche der Menschen geht. Die Alasitas Theorie besagt, dass ein Wunsch wahr wird, wenn die miniaturisierte Fassung des Wunsches erworben und über Weihrauch aktiviert wird. Beispiel: Ich wünsche mir ein Haus. Also erwerbe ich mir das Haus beim Alasitas Fest im kleinen Maßstab (siehe Foto), räuchere es und segne es damit, und dann wird möglichst zeitnah das original Haus mein eigen sein. Dass das tatsächlich funktioniert, habe ich bereits früher selbst erfahren und hier beschrieben . Offensichtlich ist, dass bei dem ganzen Zauber und Aberglaube Gott und christlicher Glaube nicht viel zu melden haben. Dennoch schweigt die hier in Bolivien so mächtige katholische Kirche und lässt dem mystischen Ringelreien freie Hand. Der offizielle Gott des Alasitas Festes ist Ekeko, der Gott des Überflusses. Die Auswahl und der Ideenreichtum der miniaturisierten Wünsche ist wunderbar. Es g

Salteña - der Andendöner

In regelmäßigen Abständen machen wir Salteña-Mittag. Das ist unkompliziert, erschwinglich und lecker. Salteña ist der Minidöner der Anden. Reichhaltig, abwechslungsreich und nicht so ganz einfach zu essen. Salteña: typisch Bolivien. Der Snack für den Vormittag ist hier allgemein bekannt und wird sehr geschätzt. "Morgens halbzehn in La Paz" , muss schnell eine kleine Zwischenmahlzeit her. In kleinen Minirestaurants werden sie angeboten. Unser Salteña-Händler des Vertrauens (Vertrauen ist hier wichtig!) befindet sich im Stadtviertel San Miguel und nennt sich "Hornito" (Öfchen). Die Bude ist immer voll und es duftet wunderbar. Im hinteren Bereich des Ladenlokals befindet sich der Ofen und die Salteña-Werkstatt. Dort wird der Teig für die Teigtaschen vorbereitet, die verschiedenen Füllungen hergestellt und das Ganze zu fertigen Salteñas verarbeitet und gebacken. Es gibt im Wesentlichen drei Varianten: Rindfleischfüllung, Hühnchenfüllung und vegetarische Füllung. Der Tei

Kaffeegenuss

Café Cortado lässt sich in diversen Varianten zubereiten. Wörtlich bedeutet Café Cortado "geschnittener Kaffee", oder "verschnittener Kaffee" - gemeint ist der Verschnitt, das Mischen mit Milch. Allen Varianten gleich ist, dass immer Kaffee und Milch zum Einsatz kommen. Die hier beschriebene Variante entspricht einer Zubereitung, wie sie in Bolivien gängig ist. Cortado a lo boliviano! 

Lago Titicaca

Neun lange Jahre ist es her, daß wir wieder zur Sonneninsel zum Titicacasee fahren. Wieder mit Bus und Boot. Wieder mit Zwischenstopps in Huatajata, Copacabana und der Isla de la Luna. Wieder eingemietet auf der Isla del Sol in der Posada del Inca. Wieder wunderschön. Diesmal statt zu zweit zu sechst: mit Kiran, Jamal, Alicia und Ryan.

Kiran 1

Urbane Mobilität als Zivilisationsschule

Die Existenz einer städtischen Bürgergesellschaft garantiert Mindeststandards eines friedlichen Zusammenlebens der Menschen in einer Stadt. Verschiedenste gesellschaftliche Parameter wiederum sind nötig, damit eine solche Bürgergesellschaft entstehen kann. In der Metropolregion La Paz / El Alto zeigen zwei ambitionierte Projekte, wie durch die Verbesserung der urbanen Mobilität das Entstehen einer Bürgergesellschaft gefördert wird. Ein nicht integratives Mobilitätssystem Bislang war die innerstädtische Mobilität im Grossraum La Paz - El Alto geprägt durch Minibusse, (Radio-)Taxis und Trufis. Das alles war und ist weitgehend privat organisiert und daher auch weitgehend chaotisch und für den Außenstehenden zunächst unverständlich und schwer nutzbar. Die Minibusse halten überall. Wer aussteigen will, muss laut "esquina!" (= da an der Ecke) rufen, und der Bus hält. Auf handgefertigten Schildern, die hinter das Armaturenbrett geklemmt werden, steht, wo der jeweilige Minibus hinfäh