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Es werden Posts vom 2022 angezeigt.

Babalooney und Ginger

Das "Ministry of Cat" in Phnom Penh ist das Café einer NGO, die sich um Katzen in Not kümmert. Dort wird diesen Katzen eine Unterkunft gegeben, und es werden neue Besitzer vermittelt. Ausserdem ist das Ministry of Cat ein Katzenhotel, in dem man tageweise seine Katze(n) abgeben kann, wenn man selber auf Reisen ist. Uns wurden auf diesem Wege zwei kleine Kätzchen von einem lokalen Tempel/Pagode vermittelt, wo die beiden in Not geraten waren. Am 14. August 2022 - einem Sonntag - haben wir zusammen mit den Jungs (für die es eine komplette Überraschung war!) die beiden kleinen abgeholt. Seitdem verzücken und versüssen sie uns jeden Tag. Foto: Babalooney und Ginger im Poäng-Sessel. 

Strandkram sammeln

Es ist die Ästhetik von maritimem Müll, die mich in ihrem Bann hält. Nicht jede Art von Müll, aber jener Kram, der irgendwie aus etwas hochwertigeren Materialien besteht. Plastiktüte und Strohhalm: nö. Ein Tau, ein Netzschwimmer oder ein Holzbrett: klares ja! Wenn diese Dinge über längere Zeit dem Salzwasser, der Sonne und dem Schleifen des Sandes ausgesetzt sind, vielleicht noch Meeresgetier seine Spuren hinterlässt, dann entsteht die wunderbare Patina, die Geschichten erzählt. Schon mein Papa war dieser Schönheit verfallen und hat unablässig Strandgut gesammelt und nach Hause gebracht. Mein Elternhaus war voll damit. Und ebenso voll mit Kunst und Arrangements gemacht aus diesen Gegenständen. Irgendwie haben diese gealterten Gegenstände nämlich die geheime Macht, die Kreativität und den Schöpfergeist zu beflügeln. Man will etwas damit machen. Den Sachen einen neuen Sinn geben - sie kombinieren mit anderem Krams. Foto oben: kleinteiliges Strandgut von der Insel "Koh Ta Kiev"

Das Haus gemusselt

Den Kram im Haus arrangieren. Den gewohnten Dingen in der neuen Box eine Ordnung geben. Den Kram in Szene setzen.   Mal sind es grosse Sachen und Entscheidungen, die getroffen werden müssen: Wo und wie sollen das Sofa und die Sessel stehen?   Und mal sind es kniffelige und frikkelige (2) Probleme, die nach smarten Lösungen verlangen: Wie hänge ich eine Lampe auf, ohne in die Decke zu bohren?   Und dann ist es oft dieses intensive bei sich und den Dingen Sein, wenn man Sachen einen neuen Sinn gibt, sie durch Kombination verändert oder transformiert: Die aufgeschnittene Plastikmilchflasche wird der Behälter für die Hängepflanze und weil das Holzregal aus Vietnam so entsetzlich gewackelt hat, ziert nun ein Kronkorken als Höhenausgleich das eine Bein.   Und das ist es also, wenn man herummusselt (1) und die Dinge so hintüdelt (3). Bild: Georg hat die Lampe aufgehangen (an zwei an der Gipskarton-Decke verkanteten Bambusstangen) und verdrahtet sie gerade.  Und hier kommen die Worterklärungen

Bananen, Bananen, Bananen

Bananenpflanzen begleiten uns schon eine ganze Weile auf unseren verschiedenen Stationen und Wohnorten. Aber so nah und imposant wie auf dem Grundstück unseres neuen Hauses in Phnom Penh waren sie uns noch nie. Schon in unserer Wohnung in Braunschweig hatten wir eine für Deutschland recht imposante Bananenpflanze, die bestimmt auch deshalb im nicht-tropischen Niedersachsen so gut gedieh, weil wir sie immer hin und wieder mit unter die Dusche ins warme Badezimmer nahmen. Später in Manica, im Herzen Mosambiks, haben wir gegenüber einer kleinen Bananenplantage gewohnt. Dann und wann haben uns die riesigen Spinnen und andere überdimensionalen Insekten von dort besucht. Und natürlich gab es auch in Indien immer und überall in der Nachbarschaft imposante Bananenstauden.   Doch nun in Phnom Penh sind wir den Bananen so nah wie nie zuvor. Obwohl unser Grundstück bei unserem Einzug ins neue Haus relativ karg und kahl ist, gibt es im hinteren Bereich ca. 6 imposante Bananenbäume von etwa 4m Höhe

Haus und Schreibtisch in Phnom Penh

Nach unserer Ankunft in Kambodscha im Dezember 2021 haben wir zwei Monate in einer Apartment-Wohnung in Phnom Penh gewohnt. Zwei Schlafzimmer, Wohn-/Esszimmer und Küche haben für das Nötigste gereicht. Dazu gab es auf dem Dach noch einen sehr netten Gemeinschaftspool mit Gym. Aber auf Dauer war es dann natürlich schon zu eng.   Seit Anfang März 2022 sind wir nun in ein Haus mit kleinem Garten umgezogen. Es liegt in einem relativ neuen Stadtquartier nahe der Schule auf die Kiran und Jamal gehen. Weil alle Häuser vom gleichen Investor in dem gleichen Stil gebaut wurden und weil alles noch irgendwie künstlich und neu aussieht, nennen wir es "Playmobil-Siedlung".  Wir genießen den vielen Platz, den wir nun für uns haben, sehr. Nach Wochen und Monaten der räumlichen Enthaltsamkeit und des Lebens aus dem Koffer freuen wir uns, nun wieder in den eigenen vier Wänden zu wohnen. In Kürze kommt auch unser Containerkram an, und dann wird das Echo in den Räumen auch weniger hallen.  Als e

Mach das Dach

Die Architektur hält Tricks bereit, wie der warmen Klimazone in Kambotscha zu begegnen ist. Es sind Gebäude, die ganz ohne Technik und Energieverbrauch trotzdem ein gutes Raumklima erzeugen. Weniger ist mehr. Es braucht zunächst ein hohes Dach. Und es braucht im unteren Bereich entweder gar keine Wände, oder luftdurchlässige Wände. Die Hitze wird fern gehalten. Und der verschattete Bereich wird von Luft durchströmt. Fertig.   "Mama Thai" - ein Restaurant in der Innenstadt von Phnom Penh funktioniert so. Ein riesiges Dach auf ca. 10m Höhe überspannt einen Raum, in dem dann aus Holz mehrere offene Ebenen zum Sitzen und Speisen einladen.  Eine Kommunalverwaltung bei Battambang funktioniert so. Der kommunale Rat tagt unter dem hohen Dach quasi im Freien und zu beiden Seiten gibt es je zwei weitere Büroräume die eher geschlossen sind. Das Dachwasser wird in einem kleinen Teich hinterm Haus gesammelt, welches tagsüber zusätzlich kühlt.   Dieses uralte Design ist lässig, smart und m

Die wassergekühlte Remorque Rickshaw

Die normale indische Bajaj-Motor-Rickshaw, wie es sie auch in vielen anderen Ländern (auch in Cambodia) gibt, bietet den Fahrgästen eine Sitzbank, auf der zwei Erwachsene oder auch zwei Erwachsene und ein Kind bequem sitzen können. Als Familie mit zwei Jungs, deren Beine stetig länger werden, wird es für uns zunehmend schwierig, alle zusammen auf so einer Rückbank komfortabel Platz zu finden - gerade wenn es über längere Strecken in der Stadt geht.   Wie gut, dass es in Phnom Penh zusätzlich zu den normalen "indischen Rickshaws" auch die lokalen Remorque-Rickshaws gibt. Hier ist ein Anhänger (Französisch "Remorque") an einem Moped befestigt. Auf diesem überdachten Anhänger gibt es zwei gegenüberliegende Bänke mit Armlehnen. Vier Personen können so bequem fahren und schauen sich dabei an. Das Dach reicht bis über den Fahrer des Mopeds nach vorne heraus. Und weil ein Moped dieses Typs kaum dafür motorisiert ist, bis zu 5 Personen zu bewegen, droht die Maschinerie stet

Koh Rong Island Schnorcheltour

Unser Start ins Neue Jahr am 1. Januar beginnt mit einer Bootstour. Das offene rote Holzboot mit dem langsam tuckernden Dieselmotor bringt uns zu entlegenen Buchten und anderen Stränden der Insel. Der monotone Takt der Maschine und das Schaukeln der Wellen schafft eine angenehme Ruhe. Vom Boot fallen wir zum Schnorcheln ins halbtiefe Wasser, wo wir über den Korallen und bunten Fischen dahin schweben. Die Seeigel mit ihren extrem langen Stacheln lassen die Jungs durch ihre Schnorchel aufquieken. Und wir sehen Nemos (Clownfische) bei ihrem Versteckspiel in den     Seeanemonen. Immer wieder passieren wir andere Boote. In der Abenddämmerung halten wir noch zum Angeln an. Erschöpft stärken wir uns beim Abendessen mit frischem Ananassaft. Video: Auf Schnorchelfahrt

Metaphorische Wunsch-Lampions zum Neujahr

Die Erwartungen an die vom Hotel organisierte Sylvesterparty sind bei uns flach wie der Sandstrand, auf dem das Essen und das Buffet stattfindet. Direkt an der Wasserkante brennen einige Fackeln und von einem Boot auf dem Wasser werden gelegentlich kleinere Raketen in den Himmel geschossen. Die Palmen sind mit Lichterketten umwickelt und die Musik aus den Lautsprecherboxen mischt sich mit dem seichten Meeresrauschen.   Aber dann, gegen halb zwölf werden an einem freien Tisch vom Hotelpersonal Lampions aus dünnem Seidenpapier mit einem mittigen Wachsring an die Gäste verteilt. Auf das (noch zusammengefaltete) Papier kann man mit einem Filzstift etwas Persönliches schreiben, was man an diesem besonderen Tag in den Himmel senden möchte. Vielleicht sind es Wünsche für die Zukunft? Vielleicht sind es Dinge aus dem vergangenen Jahr, die man loslassen möchte? Vielleicht sind es Träume oder Dankbarkeiten?   Gemeinsam gehen wir mit unserem Lampion barfuss durch den Sand zu einer der Fackeln im