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Es werden Posts vom März, 2018 angezeigt.

Affenbanden

In Landour gibt es zwei Arten von Affen, die in wilden Rasselbanden den Ort beherrschen. Es sind zum einen die bräunlichen "Hanuman"- Affen, die wir auch aus Delhi gut kennen. Und dann sind da noch die schicken Silberaffen, die zudem noch etwas größer als die vorgenannten sind. Städtische Hanuman Affen ziehen sich morgens nach dem Aufstehen zwei Flaschen Cola rein und verspeisen dazu einige Packungen Oreo Kekse. Währenddessen die Silberaffen mit Gürkchenscheiben auf ihren Augen, die Fellspitzen blondieren. Obwohl sie uns inzwischen ähnlich normal sind wie die Kühe im städtischen Strassenbild von Delhi, macht es nach wie vor großen Spass die Affen zu beobachten. Dies gilt vor allem, wenn kleine Affen in der Horde dabei sind, weil dann Chaos und anarchischer Kletter- und Tobespass garantiert sind. Und natürlich bleibt die Geschicklichkeit und Geschwindigkeit immer aufs Neue verblüffend, wenn sie etwa an einem einzelnen Draht kletternd eine Straße in großer Höhe überqueren

Hoch oben

Die zwei Stunden Autofahrt vom Flughafen an Dheradun vorbei durch Mussoorie nach Landour auf 2.300m Höhe verläuft über lange Strecken in atemberaubenden Serpentinen. Unten bläst die Klimaanlage des Taxis noch kühle Luft in den aufgeheizten Innenraum, doch mit jedem Höhenmeter wird es frischer, so dass wir uns auf halbem Wege Tücher umwickeln und Jacken anziehen. Oben kleben die Orte an Abhängen. Oder sie thronen als verschachtelte und gestapelte Häuserhaufen auf den wenigen ebenen Plateaus über den tiefen Tälern. Um Dheradun sind die Wälder hoch und licht. Es regnet bunte Blätter wie an frühen Herbsttagen, obwohl es doch Frühling ist. Oben haben die Bäume dicke Überzüge aus Moosen und Flechten, die sich von der stetig kondensierenden Feuchtigkeit bilden. Foto oben: Straße in Landour Foto mitte: Blick von Landour auf einen Ortsteil von Mussoorie Foto unten: Lost&Found in Landour @ La Villa Bethany

Mobile Videotelefoniemagie

Die Zwölftausend Kilometer zwischen mir und meiner Familie sind für eine volle Woche nur schwer zu ertragen. Und die damit verbundenen neuneinhalb Stunden Zeitunterschied machen es nicht leichter. Wir videotelefonieren also morgens und abends - wobei "morgens" und "abends" am jeweils anderen Ort das Gegenteil bedeutet.   Ich sitze im Morgengrauen in einem Café. Draußen kämpft Washington mit dem leichten Schneefall und Jamal und Kiran toben auf dem Smartphone-Bildschirm in kurzen Hosen und T-Shirts auf der Terrasse und pütschern mit Wasser in der lauen Abendsonne in Delhi.  Und dann zwölf Stunden später kann ich im kalten Hotelzimmer am späten Abend in Washington kaum mehr meine Augen offenhalten, während meine drei Lieben durch den wild hupenden Delhi-Morgenverkehr in der goldenen Sonne zur Schule fahren. Die Jungs kreischen voller Energie und schlagen mit der Telefonkamera Purzelbäume. Die Überlagerung dieser Lebenswelten direkt vor mir in der Hand

Der magische Holi Bierfontänen Tanz

Ich erzähle von einem Moment voll Poesie und innerer Anmut. Einem Moment für die Ewigkeit. Es gibt große Momente für die Ewigkeit (Brandts Bußfall, wenn Napoleon irgendwas Großes getan hat, “Ick bin ein Berliner”, o.ä.) und es gibt die kleinen Momente für die Ewigkeit. Von Letzterem soll hier die Rede sein. “ Schon seltsam, wie leicht man vergisst, dass alles, was man tut, für immer ist.” Spardosen Terzett, Für immer . Für die Holi-Büroparty war alles auf der hohen Dachterrasse über der Stadt vorbereitet. Die Tische auf denen die Farbpigmente in großen Tellern haufenweise bereit lagen, um in die Luft und auf die Gesichter geschleudert zu werden, waren ebenso hergerichtet wie die Getränke, und der kleine Essensstand mit frisch zubereitetem Streetfood-Chaat. Eine dreiköpfige Trommelkombo wechselte sich unter dem schattigen Baldachindach mit der Musik aus den großen Lautsprecherboxen ab. Manche Umherstehende, fast alle in weißen indischen Klamotten, waren bereits von kleineren