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Es werden Posts vom April, 2009 angezeigt.

DAS HAUS MACHEN

Auf der Arbeit im Flur vor der kleinen Teeküche spricht mich eine indische Kollegin von der Verwaltungsabteilung an. Sie hätte außerhalb Mumbais ein Grundstück erworben auf dem sie nun ein Haus bauen wolle. Ein Handwerker für diese Arbeit sei schon gefunden. Er hätte bereits zuverlässig eine Mauer um das Grundstück errichtet und sei nun ebenso bereit das Haus zu bauen. Aber nun hätte sie Probleme mit ihm: "Georg, ich habe ihm gesagt, daß er mir ein Haus bauen soll und nun will er irgendwas mit Maßen wissen, hast Du eine Ahnung was er meinen könnte ?" Der Tee in meiner Tasse muss noch etwas ziehen, und so habe ich genügend Zeit ihr die Grundzüge und den Sinn von Architektur in ein paar Sätzen nahe zu bringen. "Um Dein Haus zu bauen, braucht Dein Handwerker einen Plan in dem die Wände, Türen und Fenster mit Maßen dargestellt sind." Langsam scheint sie zu verstehen, um was es geht, wenn von Architektur die Rede ist. "Also zeichne ich ihm einfach die Wände au

KURTA

Die Kurta ist neben dem Sari das wohl beliebteste Kleidungsstück der Inder. Und im Gegensatz zum Sari, wird die Kurta auch von Männern getragen. Es gibt sie in den Variationen kurz oder lang. Die kurze Kurta entspricht dabei in etwa einem normalen Oberhemd mit folgenden Modifikationen: Die Knopfleiste geht nur bis zur Mitte der Brust - man muss also die Kurta zum Ankleiden über den Kopf ziehen. Es gibt wahlweise keinen oder nur einen sehr kleinen Kragen. Die Ärmel enden ohne Knöpfe. Die lange Kurta kommt baugleich daher, geht jedoch bis zu den Knien. Damit hat sie alle Qualitäten eines Nachthemdes. Außerdem hat sie auf Höhe der Taille links und rechts zwei innen liegende Taschen eingenäht. Die klassische Kurtafarbe ist weiß. Dennoch gibt es viele Variationen, was die Webart und Strukturierung des weißen Stoffes betrifft. Viele weiße Kurtas sind so aufwendig bestickt oder mit Strukturierungen gewebt, daß sie überaus festlich und edel wirken. Das Kurta-Design überzeugt in seiner Sch

MANGOGIGANTEN ZUR MANGOSAISON

Trotz der zahlreichen Mangobäume in und um Mumbai gehört die Mangofrucht eher dem Premiumsegment der hier erhältlichen Obstsorten an. Vielleicht liegt es daran, dass sie nur in der dreimonatigen "Mangoseason" erhältlich ist. Oder aber an der monopolartigen Vormachtstellung des staatlich kontrollierten Mangogiganten "Alphonso". Die Alphonsomangos sind ein Traum gelb-süßlichen Fruchtfleisches, ein Gedicht von perfekt geformten und "sinnlich gebogenen" Mangofruchtkörpern, ein Synapsenkitzler - kurzum die obere Spitze der indischen Mangospitzenklasse. Mit Beginn der Mangosaison bekommt man sie von fliegenden Mangohändlern an allen großen Kreuzungen der Stadt beim Warten in der Rickshaw oder im Taxi durchs offene Fenster angeboten. Erst später ist die Edelfrucht dann auch bei den anderen Obsthändlern in der Straße erhältlich. Am Anfang der Saison kostet eine (Alphonso-) Mango beim Mangohändler unseres Vertrauens etwa 80 Rupees (1,20 Euros) gegen Mitte und

Artikel auf Urbanophil.net

Folgender Artikel ist auf www.urbanophil.net erschienen: Lernen von Dharavi ? / von Georg Jahnsen Was für ein Stadtviertel ! Es liegt im Herzen einer globalen Metropole , und hat direkten Kontakt zu einem innerstädtischen Flussarm mit ausgedehnten seitlichen Grünräumen. Eine klassische Hierarchie der Erschließungssysteme macht das gesamte Quartier hervorragend erreichbar und verknüpft es mit dem Verkehrsnetz der Metropole: eine ringförmige Hauptstrasse führt um das Gebiet herum, einige mittelgroße Nebenstraßen durchqueren das Quartier und die restliche Erschließung erfolgt über autofreie Gassen, die sich an vielen Stellen zu kleineren Platzabfolgen aufweiten. Innerhalb des Gebietes erfolgt die Erschließung fast ausschließlich auf diesen gefahrlos von allen Bewohnern zu begehenden Gassen. Die Hauptnutzungen Wohnen und Arbeiten liegen eng beieinander - oftmals in der selben Gasse oder im selben Gebäude. Weitere Wege von der eigenen Wohnung zur Arbeitsstätte entfallen. Die

Andaman Islands 2009

Es ist zwar maßlos übertrieben und doch umschreibt es den Kern der Sache am Ehesten: Wir nennen es "Urlaub im Urlaub". Über Chennai fliegen wir nach Port Blair dem 100.000 Einwohner Hauptort der indischen Andamanen und Nikobaren Inselgruppe. Für die Einreise benötigt man eine spezielle Genehmigung / Registrierung, da der gesamte Inselbereich unter Naturschutz steht. Ausserdem leben einige Stämme von Ureinwohnern auf den Inseln. Wer also beim Essen von Schildkröteneiern oder beim Partymachen mit dem Knochenmann erwischt wird, kann hinterher zur Rechenschaft gezogen werden. Die Wikipedia Aussage, die Inseln seien einst dänische Kolonie gewesen, läßt sich, zumindest auf den ersten Blick, nicht einwandfrei bestätigen: ich lehne mich jedoch nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, daß es heute auf den Andamanen keinen einzigen Pølserstand gibt. Von Port Blair aus fahren wir mit einer Fähre zwei Stunden gen Norden auf eine kleine Insel auf der Insel "Havelock&qu