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Es werden Posts vom 2007 angezeigt.

3 das Verteilen

Das Geschenkmobil ist auf dem Weg in die Stadt: wir entschließen uns die eigentliche Geschenkübergabe nicht zu fotografieren. Um die Aktion als weihnachtliche Gabe erkenntlich zu machen, trägt Georg eine Nikolausmütze. Auf den weihnachtlichen Straßen ist die Hölle los: eine endlose Blechlawine bewegt sich hupend und stinkend durch die engen Gassen - dazwischen das dichte Gewusel der Menschen. In den Außenbezirken beginnen wir und arbeiten uns in die Innenstadt vor. Sobald wir die ersten Schuhputzer gefunden und beschenkt haben, kommen Horden von Kindern hinter uns her gelaufen und wollen auch etwas haben. Das stellt sich zunehmend beim Verteilen der Geschenke als Problem dar. Unsere Geschenke machen für kleine Kinder und deren Mütter, den Cholitas , wenig Sinn. Doch das lässt sich natürlich kaum vermitteln/erklären. Teilweise wird unser Taxi von mehr als 60 Kindern belagert, die laut betteln und gegen die Scheiben und das Dach klopfen. Schweren Herzens müssen wir die Türen zumachen u

2 das Einpacken

Der Morgen des Heiligabends. Heute sollen die Geschenke verpackt und übergeben werden - viel Arbeit liegt vor uns! Es ist wieder ein heißer Sommertag mit gleißend, stechendem Sonnenlicht. Morgens fahren wir in einen nahe liegenden Stadtteil, um die restlichen Sachen für die Aktion zu besorgen. Wir erwerben 84 Kekspackungen, dunkle Kunststoffsäcke als Geschenkverpackung und 3 Rollen rote Schleifen. Von Tante Roxana erhalten wir noch 4 Kartons mit Weihnachtskuchen (insgesamt 32 Stück). Im Garten machen wir einen großen Haufen mit den ganzen Sachen und beginnen mit dem Verpacken: jedes Paket besteht aus einem Kapuzenpulli, einem Cap oder einer Bauchtasche und einem Paket Kekse. Sogar Helena, die Hausangestellte, hilft mit beim Verpacken und freut sich über die Aktion sehr. Die Weihnachtskuchen verpacken wir, um sie älteren Menschen, oder Cholitas mit Kindern zu schenken. Wir bestellen Isak, den Taxifahrer unseres Vertrauens, verstauen alle Pakete in dem (zu) kleinen Taxi und fahren

1 der Einkauf

Mit 560 Euros können wir den Schuhputzern Geschenke kaufen. Nachdem das Geld umgetauscht ist (5.600 Bolivianos) geht es auf den Schwarzmarkt. Schnell sind geeignete Kapuzenjacken zu je 28 Bolivianos gefunden. Ein Riesenbündel aus 84 Pullis wird von der Verkäuferin geschnürt, die sich sichtlich über das unerwartet große Weihnachtsgeschäft freut. An einem anderen Stand finden wir Bauchtaschen aus dunklem Leder zu je 10 Bolivianos. Wir erwerben 60 Stück. Ein älterer Mann bietet sich uns als Träger des großen Paketes an. Zuverlässig bringt er die Waren zur nächsten Straßenkreuzung an der wir ein Taxi für den Weitertransport ordern können. Dort angekommen bemerken wir, daß der Mann Schuhe trägt, die praktisch keine Sohlen mehr haben. Wir bedanken uns spontan bei ihm mit einem neuen Paar Schuhe und einer neuen Jacke, die wir ihm kaufen. Er zieht die Sachen sofort an und erhält zusätzlich seinen Lohn fürs Tragen. Zu Hause können wir auf auf einen Berg aus Geschenksachen blicken, der berei

Inka Cola

Der Flughafen von Caracas verschwindet weit unten in der feuchtwarmen Luft. Die Spitze des Flugzeugs zeigt steil nach oben in den klaren tiefblauen Berghimmel. Der stählerne Vogel gleitet hoch über dem von der Abendsonne gleißend-rot beleuchteten Andenkamm gen Lima. "Was für Farben doch die Natur zu bieten hat" denke ich noch während mir die Stewardess ein Getränk serviert welches mir den Atem verschlägt und die Tränen in die Augen treibt: Inka-Kola. Der kleine Becher aus klarem Kunststoff steht auf einer weißen Serviette auf dem ausgeklappten Tischchen des Flugzeugsitzes vor mir. Die leuchtend hellgelbe Flüssigkeit sprudelt hörbar und verströmt ein künstliches Fruchtaroma. Ohne zu zögern ergreife ich das Gefäß und lasse in kleinen Schlücken die kühle prickelnde Flüssigkeit Besitz von meinem Mundraum ergreifen. Ausgestattet mit den farblichen Qualitäten eines handelsüblichen Kloreinigers ist der famose Geschmack irgendwo zwischen Redbull und Fanta einzuordnen. Oder ist es ein

Verfassung für Bolivien

Als "Media Luna" werden die vier östlichen Regionen in Boliviens Tiefland bezeichnet. "Nach der Verabschiedung einer neuen Verfassung in Bolivien , die unter anderem der Urbevölkerung mehr Rechte einräumt, erklärten die vier reichsten Provinzen des Landes aus Protest gegen die Politik von Präsident Evo Morales ihre Autonomie." aus: Wikinews Zur innenpolitischen Situation und den Autonomiebestrebungen dieser vier östlichen Regionen (wovon in Deutschland viele nur träumen) gibt es einen guten Wikipedia-Eintrag .

Haus in La Paz, Bolivien zu vermieten !

Das Einfamilienhaus in La Paz (Bolivien) ist ab Februar 2008 für ein Jahr günstig zu vermieten. Es liegt innenstadtnah, die Wohnfläche beträgt ca. 120qm und ist voll ausgestattet mit schönem Garten und Blick in die Anden. Ruhige Lage. Der Garten ist ca. 800qm groß. Das Grundstück ist, wie in La Paz üblich, von einer Mauer umgeben. Auf dem Grundstück ist ein Parkplatz für das eigene Auto vorhanden. Das Haus liegt in der Nähe der Deutschen Schule und des Deutschen Clubs in La Paz. Das Haus hat ein Erdgeschoss und ein Obergeschoss mit Balkon/Loggia. Das Haus ist dank der vielen Fenster und einer Glasbedachung im Küchenbereich sehr hell. Im Garten befindet sich eine feste reetgedeckte Überdachung zum Schutz vor Sonne und Regen als Außensitzfläche mit Tisch und Bänken. Die Zimmer im Einzelnen: Im Erdgeschoss: Wohnzimmer und Esszimmer mit Kamin, Arbeitszimmer, Schlafzimmer, Bad mit Wanne, große Küche Im Obergeschoss: Schlafzimmer, Badezimmer mit Dusche, offenes Fernsehzimmer

Weihnachten für Straßenkinder in La Paz 2

Yippie, es sieht gut aus: Nach unserem ersten E-Mail-Aufruf (unten auch als Blogeintrag) haben wir nun schon ca. 200 Euro für die jungen Schuhputzer in La Paz überwiesen bekommen. Konkreter wissen wir jetzt auch schon wie wir die Geschenkpakete zusammenstellen werden: Je ein Paket wird bestehen aus einer Weste, ein Paar Handschuhen und etwas zu essen. Das kostet zusammen ca. 5 Euro. Also können wir jetzt schon 40 Straßenkinder beschenken!

Weihnachten für Straßenkinder in La Paz

Liebe Freunde, wie ihr wisst fliegen wir im Dezember 07 nach Bolivien, um dort Weihnachten und Neujahr mit unserer Familie zu feiern. Darauf freuen wir uns schon riesig - zumal es ja au ch noch den zweiten Teil unserer Hochzeit zu feiern gilt. Doch die Weihnachtszeit in Bolivien hat auch eine sehr traurige Seite: Bolivien ist eines der ärmsten Länder Lateinamerikas. Während viele wohlhabende Menschen im Einkaufsstress für die Weihnachtsgeschenke sind, gibt es tausende Kinder auf den Straßen, die hart arbeiten müssen, um den Tag zu überleben. Für diese Kinder ist die Weihnachtszeit doppelt hart, da sie keine Kindheit haben und gerade in dieser Zeit mit ansehen müssen wie viele andere Kinder voller Vorfreude sind. Viele dieser Kinder arbeiten in den Straßen von La Paz als Schuhputzer. Um ihre Würde zu wahren, verstecken sie ihre Gesichter mit Skimützen und Tüchern damit sie nicht zu erkennen sind. Diese versteckten Kindergesichter prägen das Bild vieler Straßen in La Paz: Kinder,

Reiz des Flatterhaften

Ja, Marienkäfer sind zähe Hunde: das putzige Insekt mit dem Image des Glück bringenden Frühlings- und Sommerboten trotzt in den Wintermonaten hinter einer Baumrinde sitzend allen Widrigkeiten des Wetters und der dicken Amsel. Im Frühling geht das Leben dann munter mit einer ersten gemeinschaftlichen Paarungszeremonie weiter. Nur logisch also, daß auf diese Weise die Gesamtpopulation binnen kurzer Zeit dramatisch ansteigt. Doch es geht sogar noch geschmeidiger: anstatt sich draußen den Marienkäferarsch abzufrieren, sucht der gepunktete Freund zunehmend die Nähe zum Menschen. Dort gibt es hervorragende Überwinderungslocations, z.B. in der Zarge einer Balkontür (Foto), die warm und sicher sind und darüber hinaus die reizvolle Möglichkeit bieten, die ganze Familienbande wiederzutreffen. Und eben jene umherbrummende Familienbande aus mittlerweile ca. 50 Exemplaren beschert uns mitten im Winter die Frühlingsassoziationen einer Blumenwiese. Die Symbiose Mensch - Marienkäfer funktioniert h