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Es werden Posts vom Januar, 2019 angezeigt.

Die 65 Stunden Rückreise

Entfernungsmässig, als Strecke von einem Punkt der Erde zu einem beliebigen anderen, liegen sich La Paz und New Delhi denkbar ungünstig zueinander. Ein Loch quer durch die Erde von New Delhi durch den Erdmittelpunkt gegraben, würde irgendwo bei den Osterinseln vor Südamerika herauskommen. Wir entscheiden uns für den Flugweg nach Amsterdam (6.400 km), von dort nach Lima / Peru (10.500 km) und von dort nach La Paz (1.100 km) mit einer Gesamtdistanz von 18.000 km. Und so verläuft die Rückreise im Groben von Haustür zu Haustür: 9. Januar 2019 1. Stunde 1.00 Uhr . La Paz - El Alto / Bolivien Aufbruch bei nächtlicher Dunkelheit von zu Hause in Chasquipampa / La Paz. Hundebellen und der königliche Sternenhimmel zum Berühren nah. Das Taxi ächzt unter der Last der zahlreichen Koffer, Taschen und Rucksäcke. Freestyle schmeissen wir die zwei größten Koffer auf den Dachträger und tüdeln sie mit Band irgendwie fest. Mit sieben Leuten (inklusive Alicia und Taxifahrer) düsen wir durch die näch

Gesichtskaktus

Die trockene Höhenluft in und um La Paz gepaart mit der bratzigen Sonneneinstrahlung scheint als Klima für kaktus- und agavenartige Gewächse ideal. Überall sprießen sie mit ihren fleischigen Pflanzenteilen gespickt mit flauschigem oder spitzem Dorn aus dem Boden. Diese pflanzengemachte, fleischige Piecksigkeit hat für uns ihren Höhepunkt am Flughafenhotel in Lima. Dort ist nicht nur das Hotel selber von fast mannshohen verschiedenen Kakteen umstanden. Auch die Innenräume sind von den Dekorateuren mit einer großen Varietät kleiner Kakteen-Ensembles ausgeschmückt. Chronisch unrasiert lungere ich mit dem sichtlich Kakteen begeisterten Kiran in der Hotel-Lounge herum. Als er schließlich auf mir herumturnt und mit seinen Händen mein stacheliges Gesicht betatscht, ist der folgende Satz von ihm nur noch reine Formsache: “Papa, Du siehst aus wie ein Kaktus.” Foto oben: Jamal mit Agaven auf der Sonneninsel / Lago Titicaca. Foto unten: Kakteenorgie in Huajchilla bei La Paz.

Chiwiña - der bolivianische Sonnenschutz

Wir sind auf etwa 4.000 Meter Höhe am Titicacasee. Es ist ein sonniger Tag und dennoch ist es im Schatten mit etwa 10 Grad Lufttemperatur  relativ frisch. Kaum wage ich jedoch den Schritt in ein sonniges Fleckchen spüre ich durch meine Kkeidung die Wärme der Sonnenstrahlen meine Haut durchbrennen. Der Kontrast ist extrem. Bei allen Tätigkeiten im Freien ist daher in Bolivien ein guter Schattenspender essentiell. Als simple und gute Konstruktion hat sich die Chiwiña erwiesen. Auf allen Märkten ist sie anzutreffen. Der Stoff ist aus alten Mehlsäcken zusammengestückelt und wird von zwei Holzstangen und einem Pfosten gehalten. Bei unserem Abschiedsmittagessen auf der Sonnen (!) Insel über dem Titicacasee werden uns an unserem Esstisch rasch zwei Chiwiñas aufgebaut. Video: Hommage an die Chiwiña

2018