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Chopsticks for Dummies / Germans

Der Besuch im Chinarestaurant "Fatty Bao", Sangam Mall Delhi, bestätigt meine These, dass Restaurants mit hell-olivgrünen Wänden nie ganz schlecht sind. Es offenbart sich uns außerdem, was Baos sind, und wie diese schmecken. Und während Jamal sein Gurkensushi in doppelter Portionierung vertilgt, überreicht einer der Kellner dem Jüngsten am Tische ein mit Gummibändern und Abstandsröllchen präpariertes Set Ess-Stäbchen. Bis dato fühlte ich mich beim Essen mit Stäbchen in den Händen stets wurstbefingert. Mit den "Chopsticks for Dummies / Germans" ist damit nun Schluss. Bild oben: Jamal und Gurkensushi Bild unten: Chopsticks for Dummies

Frohe Ostern 2017

(Finally) Summertime in Delhi

Ridiculous Cockfights @ Wagah

The full parade at the indian-pakistani/border in Wagah seems like a satire on borders, countries, wars and armed forces. The uniforms seem extremely exaggerated. Men dressed like cocks with facial expressions directly copied from a descent cockfight. And where have I seen those "Special Forces" before - was it Michael Dudikoffs "American Fighter"? Oh, yes! Amusement par excellence. The audience loves it. I am laughing tears the first few minutes until I realize that they actually mean it for real. On both sides! Instead of a bold symbol for peace and a global solidarity of human mankind, people seem to shout with red faces against each other. But there are those few moments and signs of brotherhood and peace: the shaking hands, the monument on the indian side for 1.000.000 killed citizens and this one-legged flag dancer on the pakistani side saluting the Indians. Later, back in Delhi, I have this dream that this stadium at the frontier one day becomes...

Amritsar Turbantriple

We are fast.We don´t lose time. After landing in Amritsar we drop our luggage at the hotel and directly go to an inner city turban shop, where we place our order: "Sir, three Turbans, please." As the shop is too small, the binding has to happen on the street. Video: Turbantriple in Amritsar

Rajasthani Puppet Dance

Wenn der Marlboro Mann am Lagerfeuer sein Gurkengemüse zelebriert

Was tun, wenn Alkoholreklame verboten ist, aber das Bier trotzdem unter die Leute gebracht werden muss? Im indischen Bundesstaat Karnataka ist dies der Fall. Ein Drama! Die ohnehin recht trinkfaule Gesellschaft und relativ leicht zu erwerbende Konkurrenzprodukte auf dem Markt der weichen Drogen, bedrohen das zarte Pflänzchen der Bierwirtschaft, welches sich mit seiner liebevoll gebrauten "Rattenpisse" kaum noch zu behaupten weiss. Auf die Idee aus Bier einfach ein Premium-Health-Produkt im Lifestyle-Sektor zu machen ist hier noch niemand gekommen : "Der perlende Hopfensmoothie aus kontrolliert biologischem Anbau mit frischem Himalaya Felsquellwasser von Hand gebraut. Auch für die hochschwangere Frau." Aber trotzdem sind die hiesigen Bierwerber nicht untätig, und haben einen respektablen Ausweg aus der Misere gefunden: Die führenden Brauereien haben kurzerhand je ihr eigenes gleichnamiges Tafelwasser auf den Markt gebracht, um mittels dieses Produktes Reklame ...

Homeholi 2017

Redefining the multicoloured colourful on our roof terrace.

Holi, die druckvolle Komplettfarbbepuderung

  Die Vorbereitungen zur Holi Party sind denkbar einfach: es sind weiße Klamotten zu tragen. Der neutrale Grund für den Farbrausch.    Dann geht es los. Es ist auf dem Partyareal alles angerichtet. Rundherum stehen Tische in denen das grelle Pigmentpulver verabreicht wird. In großen 120l Tonnen wird es herangeschafft. Dutzendweise. Mit gierigen Händen greift die Menge danach und verteilt es durch kraftvolles Werfen auf den nassen Körpern, in der Luft und überall. Nass? Ja, denn parallel und mittendrin findet eine Wasserschlacht statt. Dafür sind alle mit Spritzen und Wasserpistolen ausgestattet und mit Wasser gefüllte Kunststoffplantschbecken zum Nachfüllen stehen auf dem Boden.    Und wem es zu bunt wird, der kann sich seitlich in den "Raindance" - Bereich begeben, wo aus einer Art Sprinkleranlage der halbe Feierplatz fein beregnet wird. Abduschen, nassmachen, runterkühlen und wieder Farbbepuderung.    Die Frühlingssonne über der Stadt ...

Sat Isabgol das Psyllium Husk Metaphysikum

Sillium das Metaphysikum, weil dein Körper sich bewegt und nur dein Geist reist! Sillium das Metaphysikum, weil dein Körper sich bewegt und nur dein Geist reist! Sillium das Metaphysikum, weil dein Körper sich bewegt und nur dein Geist reist! Sillium das Metaphysikum, weil dein Körper sich bewegt und nur dein Geist reist! "Sillium"/ Fünf Sterne deluxe   Die "Telefonmarke" stellt feinstes Sat-Isabgol her, und das nun schon im 75. Jahr des Bestehens der Gram Fabrik. In bester Qualität werden in den Sidhpur Sat-Isabgol Werken die kleinen Päckchen zu je 100 Gramm abgefüllt. In einem aufwändigen Verfahren wird das Sat-Isabgol gereinigt und gesiebt, bis es schliesslich die berühmte Güte aufweist. Und wieder heisst es "nimm Psyllium Husk", wenn mal wieder dringend Sat-Isabgol gebraucht wird. Beste Grüße in die Bindu Sarover Road nach Sidhpur verbunden mit den besten Wünschen zum 75-jährigen Firmenjubiläum.  Psyllium Husk passt zu vielerlei Gelegenheiten. Im Yoghu...

Mumbai Marine Drive

  Mumbai hat das größte und / oder längste mir bekannte Stadtmöbel: es ist die äußere Umfassung des Marine Drives zur fast halbkreisförmigen Meeresbucht mit einer begehbaren Bank aus Betonfertigteilen. Diese Bank ist etwa 3,5 Kilometer lang, hat rückwärtig einen breiten Flanierbürgersteig mit Bäumen und ist für indische Verhältnisse top gepflegt. Den Anfang der Megabank bildet der Stadtsandstrand Chowpatty Beach am Fuße von Malabar Hill. Das Ende befindet sich am Nariman Point wo die Bank kühn auf einer Spitze ins Meer hineinragt.    Diese Bank ist so simpel und doch in ihrer Form so raffiniert, dass sie für vielerlei Aktivitäten nutzungsoffen ist. Hier eine Auswahl an Aktivitäten, zu denen dieses Stück Stadtmöbel einlädt: - sitzen und gucken (wahlweise aufs Meer, den Horizont, oder die Bebauung, oder die gegenüberliegende Buchtseite) - draufrumlaufen (der obere Abschluss ist ein ca. 80cm breiter Fußweg, auf dem sogar Begegnungsfußgängerverkehr möglich ...

Fuck, yeah: Yoga!

Ich sag´:"Digga, ich brauche keine Wellness!" Ich will nur tanzen bis es hell ist Kein Spa oder Yoga Was ich brauch´sind ein paar Whisky-Cola. / Beginner, Rambo Number 5   Yoga ist eine uralte Kulturtechnik. Sie dient dem Aufpumpen und der Reinhaltung von Körper, Geist und Seele. Yoga scheint beliebter denn je, und wird bis in die Gegenwart und sogar in diesem Augenblick von vielen Millarden Menschen täglich praktiziert. Die Geschichte des Yogas lässt sich bis zu den Anfängen der Menschheit zurückverfolgen. Wissenschaftler haben wohlmöglich herausgefunden, dass wahrscheinlich sogar Maria und Josef Adam und Eva bereits leidenschaftliche Yoga-Anhänger waren. (Übung: "Sich nach dem Apfel strecken.") Neben den klassischen und total langweiligen Yogapraktiken gibt es auch moderne Abwandlungen der bewährten Techniken, die unserer Zeit und heutigen Kultur und Lebensweise entsprechen. Speed-Yoga, Superpower-Yoga, Virtual-Yoga, Beer-Yoga, Workdesk-Yoga,...

AES India week

Eine Woche lang ist an der American Embassy School "India Week". Jeden Morgen werden wir mit verschiedenen kleinen Kulturdarbietungen empfangen. Eine Tänzerin, Musiker, Artisten, Handwerkskunst etc... Am letzten Tag spielt eine typische Hochzeitsband und es fliegt die Brille. Video: Einladung zum Tanz

reichlich Arm dran

  Reich an der Zahl ist der Krempel, den es täglich mit den Armen und Händen zu erledigen gilt. Office spielen, Facebook Status aktuell halten, Kauleiste und Kiste reinigen, Anziehen, Popowischen, Lenken und Händeschütteln - um mal nur die wichtigsten alltäglichen Erledigungen zu nennen, die den Menschen seit Äonen plagen. Reich an der Zahl sollten ebendrum auch die Hände und Arme sein, die uns am Rumpf befestigt sind. Im übertragenen Sinne, jetzt. “Reichlich Arm dran“ ist daher oberstes Gebot bei vielen Hindureligionen. Die alten Gleichnisse und Symbole weisen uns, wie richtiges Multitasking mit multiplen Greifverlängerungen funktioniert.  Ein Besuch bei einem nahen Tempel zeigt diesbezüglich das Bildnis einer jungen Dame, die mit ihren 18 (!) Armen folgende wichtige (Alltags-) Gegenstände synchron und komplett zeitgleich einzusetzen weiß. Zum besseren Verständnis und Nachmachen für zu Hause folgt hier die komplette Auflistung mit Kurzerläuterung: linke Seite ...

Die Hinterlassenschaften des Kollegen A.

  Das runde Döschen aus lokalem Holz welches uns Kollege A. bei seiner Ausreise hinterließ, hegten wir mit besonderer Obacht. Es enthielt eine exquisite Sammlung verschiedenfarbiger Büroklammern unter denen sogar einige besonders kunstvoll gebogene Exemplare waren. Die Büroklammern teilten sich den Platz in der Dose mit einer Handvoll Streichhölzer, einigen Gummibändern und diversen Fusseln und (Scham-?) Haaren,  die das ganze sinnlos umtüdelten.  Wenn bei unseren Umzügen und wirren Orts- und Länderwechseln als eine Konstante immer das Chaos im Haushalt herrschte, war dabei jedoch immer klar, wo es Büroklammern, Streichhölzer oder Gummibänder gab, wenn man sie mal schnell brauchte: in der Musseldose des Kollegen A. Spät, als Jamal schon fast sechs Jahre alt war - alt genug um uns zu helfen, und auch Kiran ein Grundverständnis von Ordnung und Regeln entwickelt hatte, erst da fanden wir wieder etwas Zeit und Ruhe, um endlich den Doseninhalt zu sortieren. Das exquisite Bürok...

Chaibrauen

Ich war wohl kaum zwanzig Jahre alt und mittendrin auf der stetigen Suche nach allem und irgendwas. Im Schwarzwald hielten mich der Schwarzwald, eine Rasselbande lustiger Freunde und eine Tischlerausbildung bei Laune.  Wir saßen mal wieder bei goldenem Abendlicht und langen Schatten, im tiefen Wald hoch über der kleinen Stadt auf dem spitzen Dach einer Schutzhütte, als unter uns ein sonderlicher Mensch die Lichtung betrat. Er leuchtete von Innen. Seine langen, lockig-wallenden braunen Haare fielen luftig auf die weiße Kurta, die ihn umhüllte. Dazu trug er eine weiße Stoffhose und ein winziges Täschchen über der Schulter. Ich glaube nicht, dass er Schuhe an den Füßen hatte.  Als er uns sah, und als wir ihn sahen, war der erste Blick kein Blick, sondern ein beiderseitiges Grinsen. Von irgendwoher wussten wir, dass wir uns treffen und ein gemeinsames Stück des Weges gehen würden.   Von ihm habe ich gelernt (Masala-) Chai zu kochen - schwarzen Tee mit Gewürzen und Milch. Aus ...

japanische Biskuitkuchenpoesie

  Von unseren japanischen Freunden gibt es immer tolle Mitbringsel wenn sie mal zu Besuch sind, oder über die Ferien in Japan waren. Meist sind es kleine Leckereien oder Knabbereien voller illustrer Schriftzeichen und grinsender Comicgesichter auf der Verpackung. Um eine Ahnung vom Inhalt zu bekommen, nutzen wir die Google Übersetzungs Smartphoneapp mit der Kamerascan Funktion. Kamera über den Text halten - einen Augenblick warten, und schon wird die Übersetzung ins Deutsche angezeigt. Die Texte eines wunderbar verpackten Biskuitkuchens sind herzerwärmend poetisch und voller brillanter Sinnsprünge und Kurzmetaphern: "Und Materialien, die aufgrund der handwerkliches Können für Ihr Lächeln, Herstellung von Süßwaren geprüft wurden. Um liefern zusammen mit einer Aufrichtigkeit, um den Geschmack zu werden, um von dort wurde sie von einer Farbe Momente der Ruhe begleitet. Das ist die Idee von Bunmeido, die seit ihrer Gründung geerbt haben. Alle für Ihr Lächeln. Selbst jetzt, bis, und wi...

Andamanische Schweinesuppe

  "Hühnersuppe, Schweinesuppe, und ein bisschen Meer". Reim, der beim Vater-Sohn-Baden im Meer gesprochen wird, während man bei "Meer" gemeinsam untertaucht. Das Kreischen und die allgemeine Lautstärke richtet sich dabei nach der Wassertemperatur. So habe ich bereits mit meinem Papa der eisigen Nordsee getrotzt.  Vom Millionenstadtmoloch Delhi mit toxischer Luft, Verkehrsinfarkt und eingebautem Wahnwitz geht es an den Rand des unberührten, andamanischen Naturparadieses, wo sich Strand und Dschungel sanft zum Meeresrauschen in feuchten Küsse ergeben.  Der Sand ist weiss, der Strand ist seicht und der überschwengliche Regenwald thront in seiner majestätischen Dimensionierung über allem. Papageien schnattern und flattern laut über den kleinen Buchten. Krebse und Fischchen und mancherlei andere Lebendigkeiten kribbeln und krabbeln überall.    Jamal und Kiran fühlen sich von all dem augenblicklich warm umarmt. In diesem tiefen Schoße von Mut...

Andaman ¡Heijo!

Wir lieben die Stürme, die brausenden Wogen, der lauwarmen Winde, sanftes Gesicht. Wir sind schon der Meere so viele gezogen, und dennoch sank uns're Fahne nicht. Foto: Havelock Jetty

Die blaue Andamanen Stunde

  Nach einem langen Andamanen-Strandtag und Stunden im warmen Wasser wird das Licht bläulich. Dann funkeln die ersten Sterne in der seichten Brandung und der Mond wirft die Schatten der Palmen auf den hellen Sand. Wir wollen den Tag nicht ziehen lassen und baden und toben in der Dunkelheit im warmen Wasser.   Foto oben: Jamal und Kiran beim Baden in der Dämmerung Foto unten: beleuchtete Palmen an Havelocks Beach No. 5

365/365 - The Best 2017

The Best for that all is well in 2017 from Los Jahnsens from Delhi/India Kiran . Shanti . Jamal . Georg

343/2016 - Hommage an den Seniorenbeirat Heide

  Heide hat einen neuen Seniorenbeirat gewählt. Details gibt es auf der  Heide-Homepage   Da ich viele Erinnerungen und Momente mit diesem Gremium verbinde, drängt es mich, eine Hommage an den Seniorenbeirat der Stadt Heide zu teilen: Der Seniorenbeirat Heide, rettet wieder die Welt, mit 'ner smarten Diskussion, und ohne viel Geld. Hier fliegt die Brille, und die dritten Zähne, die neunzichplus Szene, löst ma wieder, locker alle Probleme. Legendäre Meetings, im Gremium mit Stil, Rollatoren drehen durch, manchmal leicht debil. Und das bisschen Rumgetatter, doesn't matter, derbe Käffchen trinken, und im Stuhl versinken. Geballtes Wissen, im fetten Netzwerk, jo, mit grauer Dauerkrause, bleib ma' lieber nich' zu Hause. Sondern komm ins Gremium, auf das jeder steht, und lass' das Hörgerät, mal easy aufgedreht. Foto: Schwender / Stadt...

332/2016 - Brägenbrummgrüße aus Moskau

  Unsere Schlafzimmer liegen fünf Stufen oberhalb des Niveaus der restlichen Wohnung. Die kleine Marmortreppe als Verbindungsgang hat eine lichte Durchgangshöhe von 194 Zentimetern. Die obere Begrenzung bildet eine scharfe Betonkante. Ich messe laut Passdokument offizielle 193 Zentimeter. Bis auf diese Engstelle, die mir und meiner Frisur bislang noch nie Probleme bereitet hat, ist die Wohnung ansonsten ausreichend großzügig bemessen. Es soll zu einer Seminarwoche nach Freiburg gehen. Der große Reisekoffer muss zur Eingangstür gewuchtet werden. Auf genannter Treppe hole ich tief Luft und reisse den Koffer mit einem kräftigen Durchstrecken meiner Körperspannung nach oben. Für einen kurzen Moment messe ich vom Scheitel zur Zehspitze 195 Zentimeter - dies natürlich genau an der Stelle des Treppendurchgangs mit der Durchgangshöhe von 194 Zentimetern. Stahlbeton durchdringt Fleisch und Knochen. Rumms! So habe ich mir schon lange nicht mehr die Rübe angerammt. Es brummt und wummert un...

331/2016 - kulturhybrider Adventskranz

  "Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme." Thomas Morus Advent und Weihnachten machen Spass. Die generelle Idee dieser Tradition wollen wir daher gerne zelebrieren und an die nächste Generation (die Jungs)  weitergeben. Beim Aufenthalt an einem relativ unweihnachtlichen Ort wie Delhi ist das nicht immer ganz einfach. Weihnachtsmärkte mit Eisbahnen, gebrannte Mandeln, Lübecker Marzipan und Lebkuchenherzen sind rar im Norden Indiens. Ebenso ist die Verfügbarkeit ordentlicher Adventskränze im indischen Einzelhandel nur sehr eingeschränkt gegeben.  Weihnachten besteht im Kern nicht aus Styropor, sondern aus Ästen, Zweigen, Harz und Nadeln. Die Basis unseres Adventskranzes bilden daher Zweige aus unserem ehemaligen Garten in Heide, die wir zu einer halbwegs runden Form zusammengebunden haben. Auf dieser Basis haben wir in Deutschland Tannenzweige befestigt und darauf dann Kerzen, Sterne und Kugelnippes zu einer schicklichen...

323/2016 - Paninibilder in der indischen Zentralbank

Saubere Luft zum Atmen ist weitgehend weg. Und jetzt gibts in Indien auch kein Bargeld mehr. Die 500er und 1000er Rupeenoten sind ausser an Tankstellen kein offizielles Zahlungsmittel mehr. In den Geldautomaten liegen zwar neue 2000er Banknoten bereit. Aber ohne Wechselgeld, sind auch diese zur Zeit als Zahlungsmittel auf der Straße praktisch wertlos. Außerdem sind die Schlangen vor den Automaten so lang, dass es die Menschen bereits beim Warten dahinrafft, und dies ist leider kein Scherz.  Indien steht ziemlich dumm da, und als versierter Wirtschaftsexperte kann ich voraussehen, dass es gerade im Niedriglohnsektor zu enormen Umsatzdingsbumseinbußen kommen wird, was auf die gesamte Volkswirtschaft äh, ... durchschlägt. Aber ich habe einige Ratschläge als Auswege parat, wie Indiens Finanzwirtschaft wieder ruckzuck auf die Beine kommt:  Einführung der Tauschwirtschaft flächendeckend Apple Pay Muscheln als Schattenwährung Love and free Hugs Einführung der D-Mark Zig...

315/2016 - surviving AQI 999 | The Home

Delhis air sucks. The outside AQI often exceeds 999. What to do? In three categories we share our experiences. "Home", "Car" and "Outside". Today "Home".  The basic idea is to reduce the amount of outside air entering the house or flat. Sealing the home is crucial. We monitor all openings to the outside (Windows, doors, exhaust fans, ACs, etc) and seal them with broad duct tape, sealing bars and silicone.  We won't open the windows anyway (ventilation happens via exhaust fans) so it is just fine to completely seal these opening with duct tape. Any door to the outside that is not urgently needed is treated in the same manner. For doors and windows that are still required we use sealing bars and sealing tape. All these measures are very cheap as duct tape, silicone and sealing bars are not really expensive.    The exhaust fans for the bathrooms and the kitchen should have automatically closing shutter slats. Additionally we hav...

314/2016 - Karma Polizei nimmt Geld vom Markt

Die Nachricht verbreitet sich in den Abendstunden rasant über Whatsapp und Facebook und schlägt ein wie eine Bombe: Indien nimmt mit sofortiger Wirkung sämtliche 500er und 1000er Rupee Geldscheine vom Markt. Für einige staatliche Betriebe wie zum Beispiel die Tankstellen gibt es eine Frist von 72 Stunden, in denen noch die bisherigen Banknoten angenommen werden.  Ansonsten muss man halt sehen, wie man seinen Kram bezahlen will. Es gibt ja noch 100 Rupee Noten (1,3 Euro), die aber natürlich niemand rausrücken will. Und es gibt ja auch Kreditkarten. Die Geldautomaten sind die nächsten Tage außer Betrieb. Irgendwann nächste Woche gibt es dann neue 2000er und neue 500er Scheine.  Bei Banken kann man die nächsten Wochen die alten Scheine umtauschen - aber immer nur 4000 Rupees (20 Euro) auf einmal. Wenn man bedenkt, dass nun 1,3 Milliarden Inderinnen und Inder in den nächsten Tagen ihre Scheine umtauschen werden, kann man sich die Schlangen vor den Banken ausmalen. D...

311/2016 - secret AQI Planespotting mission impossible

Aus meinem Bürofenster in Delhi habe ich neben der Hauptstraße "Africa Avenue" auch eine der Hauptanflugrouten zum Internationalen Flughafen Neu Delhi im Blick. Eine geheime Zusatzklausel in meinem Arbeitsvertrag sieht vor, dass ich diese Anflugroute pausenlos überwachen soll. Im Browserfenster läuft Flighttracker.com und ich muss die Flugzeuge auf dem Monitor mit jenen hinter der Fensterscheibe abgleichen. Oh, ich sehe gerade, dass die Lufthansa 10 Uhr Maschine aus München schon 25 Minuten Verspätung hat ... Delhi macht aktuell internationale Negativschlagzeilen mit seiner unterirdischen Luftqualität. In allen Berichten werden die hohen Schadstoffbelastungen mit dem Air Quality Index (AQI) beziffert, der natürlich immer den WHO-Wert um ein Vielfaches übersteigt. Auch wir haben ein Messgerät, welches situationsscharf die Luftqualität anzeigt ( hier wurde berichtet ).  Und hier ist die Verbindung vom Planespotting zur manuellen Abschätzung der Luftqualität: ...

304/2016 - Diwali Rangoli

Den Vormittag am Diwalisonntag nutzen wir, um unsere Eingangstreppe mit Rangoli zu schmücken. Dazu werden Farbpigmente auf Stoffschablonen verteilt, die dann auf dem Boden bunte Muster und Symbole erzeugen. Am Ende dürfen natürlich am Diwalifest einige Kerzen und Dias nicht fehlen. Happy Diwali! Video: Rangoli im Eingang

303/2016 - Happy Diwali

302/2016 - Diwali mit Luke Skywalker

Diwali und Halloween fallen dieses Jahr auf den gleichen Tag. An Jamals American Embassy School (AES) ist natürlich Halloween eine grosse Sache. Und in Delhi und Indien allgemein natürlich Diwali. Das Halloween-Motto an der Schule ist "Star Wars". Es bietet sich die einmalige Chance, dass Luke Skywalker und Prinzessin Leia gemeinsam mit Krishna und Lakshmi das Diwali-Licht entzünden.  Foto oben: Diwali Feierlichkeiten an Kirans (indischem) Kindergarten Foto unten: Kostümvorbereitungen für die Halloween Party an der AES

293/2016 - der Star der Blabla-Couture

(...) Du redest und redest,  ob's früh oder spät ist, hast zu Allem was zu sagen,  wo Du weißt worum es geht, Es ist klar,  Du bist der Star, Der bla bla - Couture Und deine Kumpels vom Stammtisch,  die lieben Dich dafür (...) "Na dann mach doch", Fischmob Der große Kongress-Saal der Habitat Konferenz ist den offiziellen Delegierten, den politisch Gesandten, vorbehalten. Eine Liveschaltung in einen kleineren Saal existiert, so dass auch die normalen Teilnehmer die Reden und Wortbeiträge zum politischen Prozess der "New Urban Agenda" mitverfolgen können. Der tiefere Sinn dieser ganzen Diskussion bleibt mir jedoch schleierhaft, da der Text der "New Urban Agenda" ohnehin schon vor Beginn der Konferenz weitgehend feststand.  Spannend und inspirierend sind aus meiner Sicht die vielen Sideevents, Workshops und Expertendiskussionen. Das alles gleicht einem riesigen Wissensbasar. Bei einem dieser  kleinen Sideevents zum Thema La...

292/2016 - UN-exklavisch

Das Gelände des Habitat Kongresses ist ein grosser innerstädtischer Park in der Innenstadt von Quito. Man sagt, dass Gelände sei für die Zeit des Kongresses unter UN Verwaltung. Eine UN-Enklave. Überall stehen markante Wachfrauen und Wachmänner in UN-typischen hellblauen Uniformen. Die Zugangskontrolle ist mit den Besuchermassen in den ersten Tagen überfordert. Mehrere Stunden muss ich warten, während die Sonne senkrecht ohne Erbarmen Nase und Ohren brät.  Der innere Bereich ist zweigeteilt. Neben dem eigentlichen Kongressbereich mit einer Vielzahl grosser und kleiner Veranstaltungssäle gibt es den Bereich mit den Länderpavillons, der eher wie eine grosse Messe aussieht.  Foto oben: Eingang zum Bereich mit den Länderständen Foto unten: Einer der grösseren Kongress-Säle

291/2016 - dem Himmel so nah

Quito hat die Haare schön. Wenn schon die Welt in Form der Stadtplanerelite zu Besuch kommt, darf es stadträumlich nicht aussehen wie bei Hempels unterm Sofa. Quito hat aufgeräumt. Quito hat Schilder aufgestellt, auf denen draufsteht, dass Quito schön ist. Quito hat viele Männer in Uniform und Körperpanzerung bereitgestellt. Und sonst? Die Luft ist so klar. Der Himmel so nah. Grüne Vulkanhänge - wunderbar. In den Strassen der Innenstadt ist abends durchgehend Partystimmung. Mit dem Aufräumen kommt eben auch die Feierlaune.  Foto: Mondunter- und Sonnenaufgang am ersten Morgen. Im Hintergrund Quitos latenter Schrecken: der Hausvulkan "Pichincha".

290/2016 - zum anderen Ende der Erde

Habitat III, die UN-Konferenz zu Themen der globalen Stadtentwicklung findet alle 20 Jahre statt. Diesmal in Quito, Ecuador. Diesmal auch mit Georg. Von Delhi aus betrachtet gibt es kaum einen Ort auf dem Planeten, der weiter entfernt ist als Quito. Die Anreise dauert folgerichtig über 33 Stunden und geht in meinem Fall über London und Miami. Alles läuft reibungslos.  Foto: Der Eingang zum Panamakanal

255/2016 - Bananaboat

Sich mit dem Kopf voran durch die Fluten zu pflügen ist keine Kunst - egal ob auf dem Rücken oder bäuchlings. Kinderkram. Connaisseure und Geniesser des nassen Elements bewegen sich im Wasser stets mit den Füßen voran fort. "Bananaboat".  Unter allen Schwimmstilen, ist Bananaboat die Königsdisziplin. Geschwindigkeit spielt keine Rolle. Und es ist zweifelslos die athletischste Art, sich im Wasser zu bewegen. Vorsicht: Nach ein paar Bahnen "Bananaboat" passt man in kein Hemd mehr hinein. Die Muskeln blähen sich auf und zerfetzen die schönste Rumpfbekleidung.  Völlig unverständlich bleibt vor diesem Hintergrund, warum Bananaboat bis heute nicht olympische Disziplin ist. Vielleicht, weil es einfach albern aussieht, wenn man derart unförmig, wie ein nasser Sack im Wasser hängt, und dabei kaum von der Stelle kommt. Video: Georg praktiziert Bananaboat

251/2016 - Arbeit wie in der Vorschule

Jamal verbringt einen Vormittag bei mir im Büro. Danach stellt er auf dem Weg nach Hause fest: "Das ist bei euch fast genauso wie bei uns in der Vorschule." Foto: Jamal in Papas Büro beschäftigt mit Hörspielen. 

250/2016 - Heizungskauf bei 30 Grad

Obgleich es noch immer tagsüber über 35 Grad hat, beginnen bei uns die Vorbereitungen auf die kalte Jahreszeit. Zwei Dinge sind zu tun: Kälte Im Dezember wird es kalt werden. Die Wohnung ist weder gedämmt noch mit Heizungen ausgestattet, und so kann es bei unter 5 Grad ungemütlich werden. Wir haben drei elektrische Ölradiatoren gekauft und ergänzen das noch mit Heißluftpustern und Heizdecken. Den Rest erledigen die warmen Alpaka-Pullover aus Bolivien und (je nach Dramatik) der Schnaps aus Deutschland.  Luftverschmutzung Mit der Kälte steigt ebenso die Luftverschmutzung in der Stadt. In der Wohnung gibts viele Ritzen - die bringen mich ins Schwitzen. Die Fenster und Türen aus Holz bieten dem heranstürmenden siffigen Ölstaub kaum die Stirn. Also klebe ich händisch alles mit Klebeband und Silikonspritze dicht, um die Luftwechselrate zu reduzieren. Die Formel für saubere Luft in Innenräumen geht so: Die Gesamtfilterleistung der Luftfilter [cbm/h] muss höher sein als de...

249/2016 - Happy Ganesh Chaturthi

Foto: zu Hause

248/2016 - orangene Frühernte

Verheißungsvoll und mit prächtigen Früchten behangen, steht ein Baum vor unserem Küchenfenster. Die Früchte sind grün und orangengroß. Weil die Früchte nun schon recht lange da so rumhängen, haben wir mal angenommen, dass sie erntereif sein müssten. Aus dem Küchenfenster im ersten Stock heraus pflücken wir eine Frucht und prüfen den Geschmack. Herbsüß - das passt schon. Wir entscheiden, dass Erntezeit ist. Formvollendet, von den Stadtaffen abgeguckt, klettere ich also im Baum umher und rupfe die dicken Dinger ab, bis der Fahrer unseres Vermieters mich mit dem Hinweis unterbricht, dass für diesen Baum erst im Dezember Erntezeit sei. Bedenke ich die grüne Farbe und den leicht herben Geschmack der Früchte, und gehen wir mal davon aus, dass es sich um einen Orangenbaum handelt, mit orangefarbenen Orangen, klingt sein Einwand plausibel.  Die etwa zehn bereits geernteten Früchte werden wir in den nächsten Tagen dennoch zu Saft verarbeiten und konsumieren. Prost.  ...

247/2016 - Botschaftsarchitekturen

Jeden Tag auf dem Weg zu Jamals Schule durchfahren wir "Chanakyapuri" - Delhis Botschaftsviertel. Der Stadtraum ist hier mehr als großzügig, mit weitläufigen Grünbereichen, breiten Straßen und mächtigen Kreisverkehren. Die Gebäude der Botschaften präsentieren sich gleichsam in einem riesigen Park und sind von den Straßen aus gut zu sehen. Die Vielfalt der Architekturen, der Zeitschichten in denen sie gebaut wurden, und dem jeweiligen Ausdruck mittels der Gestalt dessen wofür ihr jeweiliges Land steht, ist sehr spannend.  Foto: Mein Favorit: die polnische Botschaft