Direkt zum Hauptbereich

Posts

Becklingen War Cemetery

I used to visit this place long before and for various times. It is situated in the middle of nowhere in a forest - somewhere in between Hamburg and Hannover. It is a well designed and well maintained war cemetery from the Allied Forces of WW II. Although the cemetery is not too big, it is quite impressive mostly because of the uniformity of the gravestones and the simplicity how the lawn and the light slope of the terrain embrace the visitor. Plus the amount of countries from where the soldiers came to fight Nazi-Germany is overwhelming. Soldiers from Australia, New Zealand, Canada, India and more countries are buried here. Many stones are engraved with "Unknown Soldier".  This is the first time I am visiting this place with my family. I only tell my little son beforehand, that this is a graveyard for soldiers. Full of enthusiasm he runs over the lawn and kneels down at some random grave. I am not really a person that believes in Military, the need for weapons and Armed Forc...

Kettcar

Der Bauernhof nahe Eichstätt hat eine Scheune zum Hindurchfahren. Mit majestätischem Tor und abschüssigem Gelände. Wie gut, dass reichlich Kettcars vorhanden sind - eines sogar in meiner Grösse. Kiran und ich fahren um die Wette und synchron. Video: Kettcar auf dem Bauernhof. 

Berlin und das Gestern

Wir laufen durch die Innenstadt von Berlin. Gendarmenmakt, Unter den Linden, Brandenburger Tor, Reichstag, Kanzleramt etc....  All die Orte sind mit Kinderaugen betrachtet vermutlich recht flach. Nett, aber flach. Und ich muss das erläutern - verspüre den Drang und die Verpflichtung, meinen Kindern gegenüber, dem ganzen Dimension und Perspektive zu geben.  Also los:  • Unter den Linden - Prachtstrasse. Vorbild Champs Elyssées.  • Brandenburger Tor - ehemaliges Stadttor, deutsche Teilung mit Grenze und irgendwann Party auf der Mauerkrone,  • Reichstag mit der Geschichte unserer Demokratie.  Und so weiter. Unsere Geschichte. Unsere Geschichten.  Dann schlendern wir auf das Denkmal der ermordeten Juden Europas zu. Um uns herum der sonnendurchflutete Tiergarten. Unbedarft fange ich an zu erzählen. Zwinge mich bei der Beschreibung die Nüchternheit und die einfache Sprache der vorangegangenen Stationen beizubehalten. Ich rede zu meinem neunjährigen ...

Coronagegenstände: Der Bluetoothkopfhörer

Ich kaue auf dem Gedanken herum, welche Gegenstände in ein paar Jahren die Geschichte der Corona Pandemie aus meiner persönlichen Sicht erzählen werden. Gegenstände, die später einmal meinem Herz und Hirn einen Hopser verpassen, um zurückzudenken an damals, 2020. Heute: Die weissen JBL Bluetoothkopfhörer Meine Zeit im Home Office ist, wie bestimmt auch bei vielen anderen, geprägt durch permanente virtuelle Audio- und Videokonferenzen. Mehrere Stunden am Tag verbringe ich in diesen virtuellen Räumen der Diskussion und des Austausches. Oft ist es dabei nicht nötig, direkt vor dem Computer, oder am Tisch zu sitzen. Die Bluetoothköpfhörer ermöglichen die freie Bewegung in der Wohnung. Ich kann während der virtuellen Treffen herumlaufen, kleinere Arbeiten nebenbei machen, einen Tee kochen oder rumstehen. Während körperlicher Ertüchtigung (bei mir Treppensteigen oder Laufmaschine) bekommen die Kopfhörer Kindersocken als Schweiss-Schutz übergezogen. Die Kopfhörer tragen bei mir essentiell ...

Das virtuelle Klassenzimmer auf der Hemnes Couch

Wegen Corona. Seit ca. 2 Wochen hat die Schule von Jamal und Kiran geschlossen. Brillianterweise hat es die Schule geschafft, den Unterricht in den verschiedenen Fächern nahtlos im virtuellen Raum weitergehen zu lassen. Die letzten Tage vor der Schulschließung standen ganz unter dem Zeichen der Vorbereitung auf das virtuelle Lernen. Für alle Kinder waren kleine Taschen vorbereitet, die an Ausgabestellen verteilt wurden. Sie beinhalten neben einem iPad mit Ladegerät verschiedene Dokumente, die beschreiben, wie man in die Lern-App reinkommt, und wie weitere Login-Daten und Passwörter lauten. In der täglichen Schulroutine sind zwei Applikationen auf dem iPad zentral: In der "Seesaw-App" laden die verschiedenen Lehrer jeden morgen ihre Begrüßungsvideos und Aufgabestellungen für den Tag hoch. Eine Zahl in einem runden Kreis ("Benachrichtigung") zeigt, wie viele Aufgaben noch zu bearbeiten sind. Die Dinge, die zu tun sind, müssen entweder direkt am iPad bearbeit...

Delhi Corona Shutdown

Bereits in der vergangenen Woche, war das öffentliche Leben in Delhi weniger quirlig und laut. Die Schulen hatten geschlossen, viele Firmen sind schon auf Homeoffice umgeschwenkt und auch der Flugbetrieb war eingeschränkt. Am Sonntag war nun eine landesweite freiwillige Ausgangsbeschränkung angeordnet. Die Stimmung über der Stadt könnte veränderter kaum sein. Bei klarem Himmel ist die Luft erfüllt von Vogelgezwitscher. Wir können den ganzen Tag die Türen zur Terrasse geöffnet haben. Um fünf Uhr nachmittags treten dann die Menschen vor ihre Häuser, auf die Balkone und Dachterrassen, um mit Topfschlagen, Klatschen und Glocken den Menschen in den Krankenhäusern Mut und Respekt zu geben. Statt dem stetigen Maschinengedröhne liegt ein helles Klimpern und Klappern über der Stadt. Und so geht dieser stille Tag zu Ende und spendet Zuversicht für die kommenden Tage. Foto oben: Jamal beim Lesen auf der Dachterrasse Video unten: Endlich geht Skateboarden auf der Strasse vor unserem Hau...

Corona Ungewissheit in Delhi

Das Schulgelände der American Embassy School in Delhi ist die letzten vier Jahre unser Anker und unser Bezugspunkt gewesen. Dort treffen wir jeden Tag einen grossen Teil unserer befreundeten Familien. Und dort verbringen wir auch viel Freizeit. Es ist an diesem Wochenende als wir erfahren, dass nunmehr das Schulgelände bis Ende März geschlossen ist. Nach dem Wochenende werden die Flughäfen geschlossen, so dass es nicht mehr möglich sein wird, das Land zu verlassen. Alle starren permanent auf ihre Telefone und verfolgen die Corona-Statistiken. Es herrscht Ungewissheit, wie es in Indien weitergehen wird. Bange Fragen und Unsicherheiten. Einige Familien haben sich daher schon entschlossen in ihre Heimatländer abzureisen.  Es sind beklemmende Tage. Alles könnte perfekt sein. Das Wetter ist toll. Der wenige Verkehr und der eingeschränkte Flugbetrieb haben die Luft sauber und den Himmel über Delhi blau gemacht. Alle geniessen nochmal den Pool und die schönen Grün- und Spielanl...

Happy 2020

2019

Christmaspunk im Käfferland

Wie passt eine besinnliche Weihnacht in das momentane Lebensgefühl eines rebellierenden Jugendlichen? Ich war irgendwas mit gefühlten 18 und wenn eines unklar war, dann wie ich mich zum familiären Weihnachtskult verhalten sollte. Der Kontrast des heimeligen Advents- und Festtagsbrimboriums, einstudiert, verfeinert und perfektioniert in Jahren, wenn nicht Generationen vor mir, hätte nicht grösser sein können, zum aufbegehrenden und herausbrechenden Lifestyle eines kaum erwachsenen Halbstarken. Harmonie versus Bock auf Stress. Das Konzept Barmherzigkeit trifft auf eine allgemeine Scheissegal-Haltung mit Lust auf dicke Lippe. Doch dann war da die Landdisko am Ende der Welt irgendwo in der Nordheide im Niemandsland zwischen Hamburg und Bremen. Sie linderte. Sie rief all diese Zweifler, gerade, und zum Glück zu Weihnachten, zu sich. Sie strömten herbei. Gleichgesinnte allen Alters kamen alljährlich in diesen sicheren Hafen in Form eines umgebauten Heuschobers. Irgendwo mitten auf d...

Maß is coming home

Ein Training bringt mich nach Bayern an den Starnberger See in die Nähe des mystischen Bier-Mekkas "Kloster Andechs". Mit Freunden gebe ich mich dem Faszinosum des Biertrinkens aus Riesengläsern hin. Ich erwerbe zwei Maßkrüge, die meine Krug-"Sammlung" in Delhi auf vier Exemplare erhöhen. Hier meine beiden Getränkefavouriten, die ich recht regelmässig aus diesen Behältnissen genieße: Das Coconut-Lime-Water Etwa ein Drittel des Maßkrugs mit Eiswürfeln befüllen. Darüber das Wasser einer grünen Kokosnuss (idealerweise vorgekühlt) giessen. Den Saft von fünf Limetten dazugeben und mit Filterwasser bis deutlich über Eichstrich auffüllen. Servieren mit langem (Edelstahl) Trinkhalm. Der isotonische Durstlöscher nach dem Sport. Der Bierlongdrink Etwa ein Viertel des Maßkrugs mit Eiswürfeln befüllen. Darüber einen halben Liter lokales Bier (gekühlt) giessen. Den Inhalt einer kleinen Flasche (0,25) Tonic Water dazugeben. Mit dem Saft dreier Limetten abrunden und mit ...

Die Flut

Wir wohnen in Delhi im dritten Stock. Es ist Monsunzeit und die zum Teil heftigen Regen setzen zeitweilig die Strassen unter Wasser. Aber so richtigen Respekt wie vor dem Monsun in Mumbai hatten wir hier bislang nie. Und ausserdem wohnen wir ja im dritten Stock - was soll da schon passieren? Es ist ein Mittwochabend. Die Kinder schlafen schon und draussen rüttelt ein Unwetter an der Stadt, mit Sturmböen, heftigem Regen und zuckenden Blitzen. Ich stehe im dunklen Wohnzimmer hinter der Glastür zur Dachterrasse und schaue mir das Schauspiel an. Dann bemerke ich meine nassen Füße. Die Dachterrasse steht wadentief unter Wasser. Und weil die Tischlerarbeit der Terrassentür mehr ein Witz ist, drängt das Wasser relativ ungehindert in das Wohnzimmer. Binnen Minuten steht ein grosser Teil der Wohnung unter Wasser. Das Schauspiel hat sich in die eigenen vier Wände verlagert. Hektisch räumen wir Sachen beiseite, rollen Teppiche auf und ziehen Netzstecker von Elektrogeräten. Verzweiflung macht ...

Kochi Magic

Die Dienstreisen nach Kochi im südlichen Bundesstaat Kerala sind für mich stets überlagert mit einem feinen Beiklang von Magie. Es ist vielleicht das viele Wasser, was an fast allen Stellen der Stadt sichtbar ist. Lagunen mit Palmen, Piere, Kaimauern, Hafenanlagen und Schiffe. Vielleicht erinnert auch all das irgendwie an Hamburg und die Atmosphäre aus den Erzählungen meiner Mutter über ihre Heimat Altenwerder, eine malerische Fischerinsel in der Süderelbe aus einer fast vergessenen Zeit im vorigen Jahrhundert.  Dieses Mal macht der Monsun, dass alles morbide ist. Der Himmel ist grau und doch leuchten alle Farben anders als sonst. Die Stadt ist reingewaschen und doch wachsen Moose, Farne und Pilze in allen Ritzen. Mauern werden überwuchert und aufgesprengt. Die gebaute Stadt im Dauerstress und der explodierenden Biomasse ausgesetzt. Am Abend sitzen wir in der dampfenden Luft in einem kleinen Restaurant am Wasser mit Blick auf die Hafenanlagen. Der goldene Freiheitsengel...

Jamal completing 2nd grade

Der Osterelch im Chaat-Puri

Zum Osterbrunch bringt jede Familie neben ihrer Kinderschar auch Spezialitäten aus den jeweiligen Heimatländern mit. Und so ist das Buffet ein bunter Tisch leckerer Sachen.   Wir haben eine riesige Schüssel Puris für Chaat gemacht. Chaat sind indische Snacks. Puris als Unterkategorie sind frittierte Teig-Bällchen (Assoziation: Ei), innen hohl, in die lustige Dinge hineingestopft werden, wie z.B. kalte Kartoffelstücke, gehackte Zwiebeln und Tomaten. Obendrüber kommt mit flotter Geste Tamarindensoße, Minz/Chilisauce, gesüßter Joghurt und Korianderblätter. Das ganze geht am Stück in den Mund (Kiefer vorher aushängen). Es ist ein großer Spaß die kleinen Bällchen selber mit den ganzen Zutaten zu befüllen - vor allem für Kinder.   Frans´ Familie aus Schweden hat leckeres Elchfleisch dem Buffet beigesteuert. Und dann kommt es zur Weltpremiere: erstmals in der Geschichte der Menschheit, werden indische Puris befüllt mit zartem Elchfleisch aus Schweden.   Foto:...

Jamals AES Blog

Since first grade Jamal has its own Blog at school. Its generally being updated on a regular base and shows pretty well what he is doing at school. Here is the link. Enjoy. Jamals AES Blog

Lego Teleferico

Vor einiger Zeit haben Jamal und Kiran eine kleine, voll funktionsfähige Modellseilbahn von Milan und Lara geschenkt bekommen. Nach dem La Paz Urlaub ist das Seilbahnfieber erneut entfacht worden. Und so haben wir uns daran gemacht, und aus Lego eine weitere Seilbahn mit zwei Elektromotoren und Fernsteuerung quer durch die Wohnung zu bauen. Video: Lego Teleferico

Low Tech Cinema

Während der "India Week" an der Schule von Jamal und Kiran werden an verschiedenen Tagen auf dem Schulgelände zahlreiche Aktivitäten und Attraktionen organisiert. An einem Morgen gibt es einen Mann mit einer halbmaschinellen Kinobox. Video: Lox Tech Cinema

Die 65 Stunden Rückreise

Entfernungsmässig, als Strecke von einem Punkt der Erde zu einem beliebigen anderen, liegen sich La Paz und New Delhi denkbar ungünstig zueinander. Ein Loch quer durch die Erde von New Delhi durch den Erdmittelpunkt gegraben, würde irgendwo bei den Osterinseln vor Südamerika herauskommen. Wir entscheiden uns für den Flugweg nach Amsterdam (6.400 km), von dort nach Lima / Peru (10.500 km) und von dort nach La Paz (1.100 km) mit einer Gesamtdistanz von 18.000 km. Und so verläuft die Rückreise im Groben von Haustür zu Haustür: 9. Januar 2019 1. Stunde 1.00 Uhr . La Paz - El Alto / Bolivien Aufbruch bei nächtlicher Dunkelheit von zu Hause in Chasquipampa / La Paz. Hundebellen und der königliche Sternenhimmel zum Berühren nah. Das Taxi ächzt unter der Last der zahlreichen Koffer, Taschen und Rucksäcke. Freestyle schmeissen wir die zwei größten Koffer auf den Dachträger und tüdeln sie mit Band irgendwie fest. Mit sieben Leuten (inklusive Alicia und Taxifahrer) düsen wir durch die näch...

Gesichtskaktus

Die trockene Höhenluft in und um La Paz gepaart mit der bratzigen Sonneneinstrahlung scheint als Klima für kaktus- und agavenartige Gewächse ideal. Überall sprießen sie mit ihren fleischigen Pflanzenteilen gespickt mit flauschigem oder spitzem Dorn aus dem Boden. Diese pflanzengemachte, fleischige Piecksigkeit hat für uns ihren Höhepunkt am Flughafenhotel in Lima. Dort ist nicht nur das Hotel selber von fast mannshohen verschiedenen Kakteen umstanden. Auch die Innenräume sind von den Dekorateuren mit einer großen Varietät kleiner Kakteen-Ensembles ausgeschmückt. Chronisch unrasiert lungere ich mit dem sichtlich Kakteen begeisterten Kiran in der Hotel-Lounge herum. Als er schließlich auf mir herumturnt und mit seinen Händen mein stacheliges Gesicht betatscht, ist der folgende Satz von ihm nur noch reine Formsache: “Papa, Du siehst aus wie ein Kaktus.” Foto oben: Jamal mit Agaven auf der Sonneninsel / Lago Titicaca. Foto unten: Kakteenorgie in Huajchilla bei La Paz.

Chiwiña - der bolivianische Sonnenschutz

Wir sind auf etwa 4.000 Meter Höhe am Titicacasee. Es ist ein sonniger Tag und dennoch ist es im Schatten mit etwa 10 Grad Lufttemperatur  relativ frisch. Kaum wage ich jedoch den Schritt in ein sonniges Fleckchen spüre ich durch meine Kkeidung die Wärme der Sonnenstrahlen meine Haut durchbrennen. Der Kontrast ist extrem. Bei allen Tätigkeiten im Freien ist daher in Bolivien ein guter Schattenspender essentiell. Als simple und gute Konstruktion hat sich die Chiwiña erwiesen. Auf allen Märkten ist sie anzutreffen. Der Stoff ist aus alten Mehlsäcken zusammengestückelt und wird von zwei Holzstangen und einem Pfosten gehalten. Bei unserem Abschiedsmittagessen auf der Sonnen (!) Insel über dem Titicacasee werden uns an unserem Esstisch rasch zwei Chiwiñas aufgebaut. Video: Hommage an die Chiwiña

2018

Making of "Foto de la Familia"

Rumpelkistengeschichten

Wir lassen uns in einem alten Mahindra Pickup den Ganges flussaufwärts fahren, um eine Wanderung zu machen. Alles an dem klapperigen und doch gut gepflegten Fahrzeug ist irgendwie legendär. Die abseitigen Routen und die vielen Abenteuer, die dieses Auto im indischen Himalaya offenbar gesehen und überstanden hat, sind in vielen Details spürbar. Das Loch in dem der lange Schalthebel im Bodenblech verschwindet, ist verrostet und weit ausgefranst. Neben meinen Füssen blicke ich in die darunter liegenden Gestänge und die stetig und monoton vorbei huschende Schotterpiste. Mein Blick verwischt und meine Gedanken schweifen.   Mir kommt dieser durchgerostet-abgerockte mosambikanische Kleinlaster in den Sinn. Es ist Mitte 2010. Wir wollen unsere Seefracht aus dem Freihafen von Mosambik abholen. Den lebenswichtigen Passierschein für die Zollkontrolle habe ich beiläufig in eines der Ablagefächer des Lastwagencockpits gelegt. Als wir am Tor zum Hafen ankommen, stellen wir fest, dass der ...

Ganga Flussmagie

Eine mächtige Stromschnelle im Ganges berauscht mit ihrer stetigen Melodie das tiefe Tal in dem unsere kleine Unterkunft etwas oberhalb des Flusses liegt. Die Hänge zu beiden Seiten sind mit dichtem Urwald bewachsen.   Nach dem Mittag liegt das Tal schnell im Schatten. Ein grau-rosa Streulicht verwischt die Kontouren und macht alles geheimnisvoll. Wir sind ganz mit uns alleine an dem kleinen Strand auf einer der Sandbänke im Fluss. Am Hang gegenüber knirschen und krachen Äste. Bäume wackeln - wilde Elefanten nehmen ihren Nachmittags-Snack an Blattwerk ein, welches sie lautstark abreißen. Über uns tobt eine große Gruppe Lemuren-Affen in den Baumkronen. Ein Otter taucht mit seinem dunklen Kopf aus dem Wasser auf und schaut was wir da auf seiner Sandbank machen. Wir bauen Matschburgen, sammeln Treibholz, schichten Steinmänner auf und spielen mit den bunten rundgeschliffenen Flußsteinen Kugelstoßen und Boccia.  Dann ist blaue Stunde. Mit dem letzten bisschen Licht s...

Krishna strikes back

Der Monsun in Tamil Nadu bereichert die Tage im Oktober mit warm dampfenden Nieselmomenten. Fein zerstobene Regenspritzer bedecken alles mit warmem Nass und machen, dass die Farben glitzernd leuchten. Nach dreitägigem Workshop geht es auf dem Weg zurück zum Flughafen noch schnell auf einen Abstecher zu einem Monument mit nationaler Bedeutung. Der reich verzierte Rumpelbus setzt uns bei einer uralten Tempelanlage direkt am Strand von Mahaballipuram ab. Eines der Wunder an diesem Ort ist “Krishnans Butterball” (Krishnas Butterkugel), ein mächtiger, kugelförmiger Granitfelsen, der auf einem bedrohlich schrägen Untergrund aberwitzig balanciert und nicht wegrollt. Auf dem Weg dorthin mache ich mit einem der Teilnehmer Witze, dass der Felsen ja sicher mit einem Stahlanker befestigt, und sowieso vermutlich hohl und aus Kunststoff in Granitoptik von indischen Ingenieuren nett erdacht sei. Vehement wird darauf bestanden, dass es natürlich ein echter Felsen sei, der nur weil die Götter ...

Chennai - hot, hotter, hottest.

Ein geflügeltes Wort in Chennai über die eigene Stadt besagt, dass es dort über das Jahr nur drei Arten von Wetter gebe: "Hot", "Hotter" und "Hottest. Aktuell ist die "Hot" Jahreszeit. Regenfrei und mit halbwegs erträglichen Temperaturen lässt es sich gerade recht angenehm in Chennai umherwandeln. Ein Blick in den Frühstücksraum des Hotels in dem ich eine Nacht in Chennai verbracht habe, lässt vermuten, dass sich das bis England herumgesprochen hat: britische Renter-Ehepaare besetzen den grössten Teil der Tische. Der Duft frischer Dosenbohnen liegt über der Frühstücks-Szenerie. Dann der Tag in einem offenen Stadtteil-Gemeinschaftszentrum mit Wellblechdach ohne Klimaanlage aber mit pustenden Ventilatoren über den Köpfen. Die Toiletten im Hinterhof lassen einen Blick ins Herz Chennais zu: alles ist grün umwuchert und von wirren Palmenköpfen gekrönt. In den offenen Loggien der unverputzten Hausrückseiten trocknen bunte Saris. Jede Menge spannender...

Glamping

Die Faszination von Camping lebt vom weitgehenden Verzicht auf Komfort. Es geht im Kern darum, die eigene Behausung mit all den Annehmlichkeiten und Sicherheiten zu verlassen, sich zu beschränken um sich ganz der Natur auszusetzen. Isomatte statt Bett, Zeltstoff statt Betonwand und Busch statt Klo. Lässt sich dieses Konzept mit Luxus, Prunk und Eleganz vereinen? Sicher, die auf Outdoor- und Trekking spezialisierten Firmen dieses Planeten, haben bereits eine Menge geliefert, wenn es um Komfort und Lifestyle beim Camping geht. Es gibt das zusammenschraubbare Kunststoff-Sektglas und die selbstaufblasende Luftmatratze, die Outdoor-Espressomaschine und den Gaskocher mit USB-Anschluss. Aber da geht noch mehr. “Glamping” wagt sich an die Symbiose von Camping und Glamour. Kann das gehen? Um dies zu testen, buchen wir ein langes Glamping-Wochenende in der Nähe von Jaipur. Von Delhi fahren wir vier Stunden mit dem Auto gen Südwesten. Zelt, Isomatten und Schlafsäcke haben wir nat...