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Maß is coming home

Ein Training bringt mich nach Bayern an den Starnberger See in die Nähe des mystischen Bier-Mekkas "Kloster Andechs". Mit Freunden gebe ich mich dem Faszinosum des Biertrinkens aus Riesengläsern hin. Ich erwerbe zwei Maßkrüge, die meine Krug-"Sammlung" in Delhi auf vier Exemplare erhöhen. Hier meine beiden Getränkefavouriten, die ich recht regelmässig aus diesen Behältnissen genieße: Das Coconut-Lime-Water Etwa ein Drittel des Maßkrugs mit Eiswürfeln befüllen. Darüber das Wasser einer grünen Kokosnuss (idealerweise vorgekühlt) giessen. Den Saft von fünf Limetten dazugeben und mit Filterwasser bis deutlich über Eichstrich auffüllen. Servieren mit langem (Edelstahl) Trinkhalm. Der isotonische Durstlöscher nach dem Sport. Der Bierlongdrink Etwa ein Viertel des Maßkrugs mit Eiswürfeln befüllen. Darüber einen halben Liter lokales Bier (gekühlt) giessen. Den Inhalt einer kleinen Flasche (0,25) Tonic Water dazugeben. Mit dem Saft dreier Limetten abrunden und mit ...

Die Flut

Wir wohnen in Delhi im dritten Stock. Es ist Monsunzeit und die zum Teil heftigen Regen setzen zeitweilig die Strassen unter Wasser. Aber so richtigen Respekt wie vor dem Monsun in Mumbai hatten wir hier bislang nie. Und ausserdem wohnen wir ja im dritten Stock - was soll da schon passieren? Es ist ein Mittwochabend. Die Kinder schlafen schon und draussen rüttelt ein Unwetter an der Stadt, mit Sturmböen, heftigem Regen und zuckenden Blitzen. Ich stehe im dunklen Wohnzimmer hinter der Glastür zur Dachterrasse und schaue mir das Schauspiel an. Dann bemerke ich meine nassen Füße. Die Dachterrasse steht wadentief unter Wasser. Und weil die Tischlerarbeit der Terrassentür mehr ein Witz ist, drängt das Wasser relativ ungehindert in das Wohnzimmer. Binnen Minuten steht ein grosser Teil der Wohnung unter Wasser. Das Schauspiel hat sich in die eigenen vier Wände verlagert. Hektisch räumen wir Sachen beiseite, rollen Teppiche auf und ziehen Netzstecker von Elektrogeräten. Verzweiflung macht ...

Kochi Magic

Die Dienstreisen nach Kochi im südlichen Bundesstaat Kerala sind für mich stets überlagert mit einem feinen Beiklang von Magie. Es ist vielleicht das viele Wasser, was an fast allen Stellen der Stadt sichtbar ist. Lagunen mit Palmen, Piere, Kaimauern, Hafenanlagen und Schiffe. Vielleicht erinnert auch all das irgendwie an Hamburg und die Atmosphäre aus den Erzählungen meiner Mutter über ihre Heimat Altenwerder, eine malerische Fischerinsel in der Süderelbe aus einer fast vergessenen Zeit im vorigen Jahrhundert.  Dieses Mal macht der Monsun, dass alles morbide ist. Der Himmel ist grau und doch leuchten alle Farben anders als sonst. Die Stadt ist reingewaschen und doch wachsen Moose, Farne und Pilze in allen Ritzen. Mauern werden überwuchert und aufgesprengt. Die gebaute Stadt im Dauerstress und der explodierenden Biomasse ausgesetzt. Am Abend sitzen wir in der dampfenden Luft in einem kleinen Restaurant am Wasser mit Blick auf die Hafenanlagen. Der goldene Freiheitsengel...

Jamal completing 2nd grade

Der Osterelch im Chaat-Puri

Zum Osterbrunch bringt jede Familie neben ihrer Kinderschar auch Spezialitäten aus den jeweiligen Heimatländern mit. Und so ist das Buffet ein bunter Tisch leckerer Sachen.   Wir haben eine riesige Schüssel Puris für Chaat gemacht. Chaat sind indische Snacks. Puris als Unterkategorie sind frittierte Teig-Bällchen (Assoziation: Ei), innen hohl, in die lustige Dinge hineingestopft werden, wie z.B. kalte Kartoffelstücke, gehackte Zwiebeln und Tomaten. Obendrüber kommt mit flotter Geste Tamarindensoße, Minz/Chilisauce, gesüßter Joghurt und Korianderblätter. Das ganze geht am Stück in den Mund (Kiefer vorher aushängen). Es ist ein großer Spaß die kleinen Bällchen selber mit den ganzen Zutaten zu befüllen - vor allem für Kinder.   Frans´ Familie aus Schweden hat leckeres Elchfleisch dem Buffet beigesteuert. Und dann kommt es zur Weltpremiere: erstmals in der Geschichte der Menschheit, werden indische Puris befüllt mit zartem Elchfleisch aus Schweden.   Foto:...

Jamals AES Blog

Since first grade Jamal has its own Blog at school. Its generally being updated on a regular base and shows pretty well what he is doing at school. Here is the link. Enjoy. Jamals AES Blog

Lego Teleferico

Vor einiger Zeit haben Jamal und Kiran eine kleine, voll funktionsfähige Modellseilbahn von Milan und Lara geschenkt bekommen. Nach dem La Paz Urlaub ist das Seilbahnfieber erneut entfacht worden. Und so haben wir uns daran gemacht, und aus Lego eine weitere Seilbahn mit zwei Elektromotoren und Fernsteuerung quer durch die Wohnung zu bauen. Video: Lego Teleferico

Low Tech Cinema

Während der "India Week" an der Schule von Jamal und Kiran werden an verschiedenen Tagen auf dem Schulgelände zahlreiche Aktivitäten und Attraktionen organisiert. An einem Morgen gibt es einen Mann mit einer halbmaschinellen Kinobox. Video: Lox Tech Cinema

Die 65 Stunden Rückreise

Entfernungsmässig, als Strecke von einem Punkt der Erde zu einem beliebigen anderen, liegen sich La Paz und New Delhi denkbar ungünstig zueinander. Ein Loch quer durch die Erde von New Delhi durch den Erdmittelpunkt gegraben, würde irgendwo bei den Osterinseln vor Südamerika herauskommen. Wir entscheiden uns für den Flugweg nach Amsterdam (6.400 km), von dort nach Lima / Peru (10.500 km) und von dort nach La Paz (1.100 km) mit einer Gesamtdistanz von 18.000 km. Und so verläuft die Rückreise im Groben von Haustür zu Haustür: 9. Januar 2019 1. Stunde 1.00 Uhr . La Paz - El Alto / Bolivien Aufbruch bei nächtlicher Dunkelheit von zu Hause in Chasquipampa / La Paz. Hundebellen und der königliche Sternenhimmel zum Berühren nah. Das Taxi ächzt unter der Last der zahlreichen Koffer, Taschen und Rucksäcke. Freestyle schmeissen wir die zwei größten Koffer auf den Dachträger und tüdeln sie mit Band irgendwie fest. Mit sieben Leuten (inklusive Alicia und Taxifahrer) düsen wir durch die näch...

Gesichtskaktus

Die trockene Höhenluft in und um La Paz gepaart mit der bratzigen Sonneneinstrahlung scheint als Klima für kaktus- und agavenartige Gewächse ideal. Überall sprießen sie mit ihren fleischigen Pflanzenteilen gespickt mit flauschigem oder spitzem Dorn aus dem Boden. Diese pflanzengemachte, fleischige Piecksigkeit hat für uns ihren Höhepunkt am Flughafenhotel in Lima. Dort ist nicht nur das Hotel selber von fast mannshohen verschiedenen Kakteen umstanden. Auch die Innenräume sind von den Dekorateuren mit einer großen Varietät kleiner Kakteen-Ensembles ausgeschmückt. Chronisch unrasiert lungere ich mit dem sichtlich Kakteen begeisterten Kiran in der Hotel-Lounge herum. Als er schließlich auf mir herumturnt und mit seinen Händen mein stacheliges Gesicht betatscht, ist der folgende Satz von ihm nur noch reine Formsache: “Papa, Du siehst aus wie ein Kaktus.” Foto oben: Jamal mit Agaven auf der Sonneninsel / Lago Titicaca. Foto unten: Kakteenorgie in Huajchilla bei La Paz.

Chiwiña - der bolivianische Sonnenschutz

Wir sind auf etwa 4.000 Meter Höhe am Titicacasee. Es ist ein sonniger Tag und dennoch ist es im Schatten mit etwa 10 Grad Lufttemperatur  relativ frisch. Kaum wage ich jedoch den Schritt in ein sonniges Fleckchen spüre ich durch meine Kkeidung die Wärme der Sonnenstrahlen meine Haut durchbrennen. Der Kontrast ist extrem. Bei allen Tätigkeiten im Freien ist daher in Bolivien ein guter Schattenspender essentiell. Als simple und gute Konstruktion hat sich die Chiwiña erwiesen. Auf allen Märkten ist sie anzutreffen. Der Stoff ist aus alten Mehlsäcken zusammengestückelt und wird von zwei Holzstangen und einem Pfosten gehalten. Bei unserem Abschiedsmittagessen auf der Sonnen (!) Insel über dem Titicacasee werden uns an unserem Esstisch rasch zwei Chiwiñas aufgebaut. Video: Hommage an die Chiwiña

2018

Making of "Foto de la Familia"

Rumpelkistengeschichten

Wir lassen uns in einem alten Mahindra Pickup den Ganges flussaufwärts fahren, um eine Wanderung zu machen. Alles an dem klapperigen und doch gut gepflegten Fahrzeug ist irgendwie legendär. Die abseitigen Routen und die vielen Abenteuer, die dieses Auto im indischen Himalaya offenbar gesehen und überstanden hat, sind in vielen Details spürbar. Das Loch in dem der lange Schalthebel im Bodenblech verschwindet, ist verrostet und weit ausgefranst. Neben meinen Füssen blicke ich in die darunter liegenden Gestänge und die stetig und monoton vorbei huschende Schotterpiste. Mein Blick verwischt und meine Gedanken schweifen.   Mir kommt dieser durchgerostet-abgerockte mosambikanische Kleinlaster in den Sinn. Es ist Mitte 2010. Wir wollen unsere Seefracht aus dem Freihafen von Mosambik abholen. Den lebenswichtigen Passierschein für die Zollkontrolle habe ich beiläufig in eines der Ablagefächer des Lastwagencockpits gelegt. Als wir am Tor zum Hafen ankommen, stellen wir fest, dass der ...

Ganga Flussmagie

Eine mächtige Stromschnelle im Ganges berauscht mit ihrer stetigen Melodie das tiefe Tal in dem unsere kleine Unterkunft etwas oberhalb des Flusses liegt. Die Hänge zu beiden Seiten sind mit dichtem Urwald bewachsen.   Nach dem Mittag liegt das Tal schnell im Schatten. Ein grau-rosa Streulicht verwischt die Kontouren und macht alles geheimnisvoll. Wir sind ganz mit uns alleine an dem kleinen Strand auf einer der Sandbänke im Fluss. Am Hang gegenüber knirschen und krachen Äste. Bäume wackeln - wilde Elefanten nehmen ihren Nachmittags-Snack an Blattwerk ein, welches sie lautstark abreißen. Über uns tobt eine große Gruppe Lemuren-Affen in den Baumkronen. Ein Otter taucht mit seinem dunklen Kopf aus dem Wasser auf und schaut was wir da auf seiner Sandbank machen. Wir bauen Matschburgen, sammeln Treibholz, schichten Steinmänner auf und spielen mit den bunten rundgeschliffenen Flußsteinen Kugelstoßen und Boccia.  Dann ist blaue Stunde. Mit dem letzten bisschen Licht s...

Krishna strikes back

Der Monsun in Tamil Nadu bereichert die Tage im Oktober mit warm dampfenden Nieselmomenten. Fein zerstobene Regenspritzer bedecken alles mit warmem Nass und machen, dass die Farben glitzernd leuchten. Nach dreitägigem Workshop geht es auf dem Weg zurück zum Flughafen noch schnell auf einen Abstecher zu einem Monument mit nationaler Bedeutung. Der reich verzierte Rumpelbus setzt uns bei einer uralten Tempelanlage direkt am Strand von Mahaballipuram ab. Eines der Wunder an diesem Ort ist “Krishnans Butterball” (Krishnas Butterkugel), ein mächtiger, kugelförmiger Granitfelsen, der auf einem bedrohlich schrägen Untergrund aberwitzig balanciert und nicht wegrollt. Auf dem Weg dorthin mache ich mit einem der Teilnehmer Witze, dass der Felsen ja sicher mit einem Stahlanker befestigt, und sowieso vermutlich hohl und aus Kunststoff in Granitoptik von indischen Ingenieuren nett erdacht sei. Vehement wird darauf bestanden, dass es natürlich ein echter Felsen sei, der nur weil die Götter ...

Chennai - hot, hotter, hottest.

Ein geflügeltes Wort in Chennai über die eigene Stadt besagt, dass es dort über das Jahr nur drei Arten von Wetter gebe: "Hot", "Hotter" und "Hottest. Aktuell ist die "Hot" Jahreszeit. Regenfrei und mit halbwegs erträglichen Temperaturen lässt es sich gerade recht angenehm in Chennai umherwandeln. Ein Blick in den Frühstücksraum des Hotels in dem ich eine Nacht in Chennai verbracht habe, lässt vermuten, dass sich das bis England herumgesprochen hat: britische Renter-Ehepaare besetzen den grössten Teil der Tische. Der Duft frischer Dosenbohnen liegt über der Frühstücks-Szenerie. Dann der Tag in einem offenen Stadtteil-Gemeinschaftszentrum mit Wellblechdach ohne Klimaanlage aber mit pustenden Ventilatoren über den Köpfen. Die Toiletten im Hinterhof lassen einen Blick ins Herz Chennais zu: alles ist grün umwuchert und von wirren Palmenköpfen gekrönt. In den offenen Loggien der unverputzten Hausrückseiten trocknen bunte Saris. Jede Menge spannender...

Glamping

Die Faszination von Camping lebt vom weitgehenden Verzicht auf Komfort. Es geht im Kern darum, die eigene Behausung mit all den Annehmlichkeiten und Sicherheiten zu verlassen, sich zu beschränken um sich ganz der Natur auszusetzen. Isomatte statt Bett, Zeltstoff statt Betonwand und Busch statt Klo. Lässt sich dieses Konzept mit Luxus, Prunk und Eleganz vereinen? Sicher, die auf Outdoor- und Trekking spezialisierten Firmen dieses Planeten, haben bereits eine Menge geliefert, wenn es um Komfort und Lifestyle beim Camping geht. Es gibt das zusammenschraubbare Kunststoff-Sektglas und die selbstaufblasende Luftmatratze, die Outdoor-Espressomaschine und den Gaskocher mit USB-Anschluss. Aber da geht noch mehr. “Glamping” wagt sich an die Symbiose von Camping und Glamour. Kann das gehen? Um dies zu testen, buchen wir ein langes Glamping-Wochenende in der Nähe von Jaipur. Von Delhi fahren wir vier Stunden mit dem Auto gen Südwesten. Zelt, Isomatten und Schlafsäcke haben wir nat...

“Papa, Schulter!”

Es knirscht und kracht in der Wirbelsäule. Meine Knochen verbiegen sich, Muskeln sprengen die Rumpfbekleidung und die Sehnen sind zum Reißen gespannt. Der kleine (!?) Kiran sitzt mal wieder auf meinen Schultern, weil er vorher lautstark “Papa, Schulter!” gefordert hat. Vielleicht war ihm eine Strecke zum Laufen zu weit, oder er hat einfach Lust auf die gute Rundumsicht von dort oben. Alles nachvollziehbar. Aber mit zunehmendem Alter (bei Kiran und mir) geht mir das Tragen zunehmend an die körperliche Substanz. Außerdem hält die Überkopfhöhe in indischen Städten besonders viele Unwägbarkeiten und Verletzungsgefahren bereit: blanke Stromkabel, scharfe Metallkanten von Schildern, spitze Ecken und beinharte Betonunterzüge. Das es meine Klamotten von den herunterbaumelnden Schuhen einsaut, versteht sich natürlich als operationeller Standard bei Schultertragaktivitäten.     Und dennoch - wenn die Aufforderung “Papa, Schulter!” ertönt, kann ich meist nicht “Nein” sag...

Fliegende Barhocker im Kampf mit dem Fußwurm

Lasziv durch Katzenscheiße schlurfen - barfuß. Dies gehört nicht zu den Favoriten unter meinen Urlaubsbeschäftigungen. Aber Moment - ich fange lieber anders an.  Meine Hautärztin begutachtet gerade die wirren, knallroten Linien auf meiner linken Fußsohle. Seit drei Monaten wandert diese Linie nun schon juckend und schmerzend unter dem Fuß herum. Die Zickzackserpentinen durch hartnäckiges extrem-Ignorieren loszuwerden, war als Strategie inzwischen vollends gescheitert. Nach einigen Rückfragen herrscht bei der Ärztin Klarheit: "Sie sind beim Thailandurlaub barfuß am Strand in Reste von Katzenkot getreten, der mit der Larve eines Wurms durchsetzt war." Durch eine kleine Wunde unter der Fußsohle konnte die Larve in meinen Körper eindringen.  Katzeklo, Katzeklo, Ja, das macht die Katze froh. Katzeklo, Katzeklo, Macht die richtige Katze froh. / Helge Schneider, Katzeklo Mehr Katzenklos für Thailand! Aber ich schweife ab. Ich habe diverse Rückfragen an die Ärz...

Eulenharmonie in Odisha

Die Luft ist lau. Ein Meeres-Briesˋchen streichelt die Haut. Die Mondsichel lugt zwischen den schwarzen Schatten der Palmblätter hervor. Wir schauen erstaunt zum Dachfirst hoch, wo leise aber gross eine Eule gelandet ist. Oder ist es ein Uhu? Ein Schleierkauz? Die anwesenden Vogelexperten verleihen ihrer Unschlüssigkeit Ausdruck, während der Vogel neidisch auf unsere Biere herabblickt. Stefan pfeift ein Eulentrostlied und die Welt lächelt für eine weitere Minute in Harmonie am Strand von Odisha.  Foto: Grosse Eulenfotografie

Der indische Glasfaser Breitbandausbau

Zwei Jahre ist es her. Der gewöhnliche DSL-Internetanschluss in Delhi wurde uns damals mit blumigen Schlagworten wie "Highspeed" und "Broadband" beworben. Wir hatten uns damit abgefunden, dass diese Schlagworte für das letztlich abgelieferte Produkt gnadenlos übertrieben waren. Um das Gesamtpaket seriös und wertig aussehen zu lassen, war natürlich auch der Preis entsprechend stolz gestaltet. Frech.  Zuletzt nahmen die Ausfallzeiten der Internetverbindung extrem zu, und die allgemeine Verbindungsgeschwindigkeit extrem ab, so dass wir uns schliesslich für einen Wechsel des Systems und des Anbieters entschlossen.  Das Zauberwort bei der Suche nach einer Ersatzlösung war natürlich: "Glasfaser". Ein Wort voller glitzernder Verheissungen. Aufbruch in ein neues Jahrtausend. Aufstieg in eine völlig neue Technologiestufe. Eintauchen in eine phantastische Welt aus digitale Dienstleistungen und virtuellem Entertainment. Eine Welt, in der das endlose Starre...

Die handgeschöpfte Regierungspost

Im virtuellen E-Mail- und Whatsapp Zeitalter ist es doch wunderbar, noch Briefpost zu erhalten. Mir ist es immer eine große Freude, an mich adressierte Briefumschläge aus den Partnerministerien und Regierungsstellen morgens auf meinem Schreibtisch vorzufinden.  Die braunen Umschläge aus scheinbar handgeschöpftem Papier, sorgsam handbeschriftet und mit offiziellen Aufklebern und Briefmarken versehen, scheinen aus einer anderen Zeit zu stammen. Jener Zeit, in der berittene Boten der Maharadshas auf steinigen Pfaden und durch enge Schluchten quer durchs Land eilten, um den Informations- und Nachrichtenfluss zu garantieren. Natürlich sind die Umschläge komplett ohne Normung erstellt. Der Brief muss jeweils immer neu und kurios, obskur gefaltet werden, um ihn in das unikate Umschlagformat zu pressen. Die Briefe aus Tamil Nadu werden darüber hinaus von Briefmarken verziert, die den früheren Ministerpräsidenten zeigen, der zugleich Filmstar war, und seine politische Agenda mit epis...

Landour Bakehouse

Oben in Landour befndet sich neben der recht alten Kirche, einigen Hotels und kleineren Cafés sowie diversen herummarodierenden Affenbanden die Kultbäckerei "Landour Bakehouse". Für Indien sind die dargebotenen Backwaren sehr speziell und überaus europäisch. Hinter der Ladentheke mit der gläsernen Auslage erstreckt sich ein kleines Café in urigem Ambiente über die gesamte Gebäudetiefe inklusive weitem Ausblick in die Gebirgslandschaft. Die Wände sind rustikal holzvertäfelt und mit diversen Sinnsprüchen und Bildern verziert. Vor dem Laden wirbt das Autowrack eines indischen Kleinbusses für die Bäckerei mit dem Spruch: "Weˋll start deliveries as soon as our vehicle is fixed." Ebenso wie die Affen lieben es Jamal und Kiran auf dem zerbeulten Autodach herumzuturnen. Foto oben: Kiran mit Schokomuffin und Schokocrêpe im Landour Bakehouse. Foto mitte: Kaffeetrinken wie 1895.  Foto unten: Jamal und Kiran auf dem abgewrackten Kleinbus vor der Bäckerei.