Direkt zum Hauptbereich

Metaphorische Wunsch-Lampions zum Neujahr

Die Erwartungen an die vom Hotel organisierte Sylvesterparty sind bei uns flach wie der Sandstrand, auf dem das Essen und das Buffet stattfindet. Direkt an der Wasserkante brennen einige Fackeln und von einem Boot auf dem Wasser werden gelegentlich kleinere Raketen in den Himmel geschossen. Die Palmen sind mit Lichterketten umwickelt und die Musik aus den Lautsprecherboxen mischt sich mit dem seichten Meeresrauschen. 

Aber dann, gegen halb zwölf werden an einem freien Tisch vom Hotelpersonal Lampions aus dünnem Seidenpapier mit einem mittigen Wachsring an die Gäste verteilt. Auf das (noch zusammengefaltete) Papier kann man mit einem Filzstift etwas Persönliches schreiben, was man an diesem besonderen Tag in den Himmel senden möchte. Vielleicht sind es Wünsche für die Zukunft? Vielleicht sind es Dinge aus dem vergangenen Jahr, die man loslassen möchte? Vielleicht sind es Träume oder Dankbarkeiten? 

Gemeinsam gehen wir mit unserem Lampion barfuss durch den Sand zu einer der Fackeln im flachen Wasser und entzünden die kleine innere Wachsspirale. Rasch bläst die warme Luft den Lampion auf. Die gelbe Flamme erleuchtet ihn von Innen. Andere Lampions sind schon am Himmel. Die leichte ablandige Brise trägt sie hoch aufs Meer hinaus. Und auch unser Lampion drängt nach oben, so dass wir ihn losschweben lassen.Wir stehen beieinander und sehen dem Licht und der Flamme hinterher, wie sie raus über das dunkle Meer und dem Sternenhimmel entgegenschwebt. Mit dem Licht schweben auch unsere Gedanken zwischen Vergangenheit und Zukunft hin und her. Wir denken an all die Dinge, die wir in Indien erlebt haben, die wir immer in uns mittragen werden und Dinge, die wir auch zurück lassen müssen. Und wir denken an die vielen neuen Dinge in Cambodia, denen wir nun entgegen schweben. 

Die Einfachheit, die Ruhe, das Friedliche und Metaphorische dieser Momente ergreift uns. Dieser Jahreswechsel bleibt uns unvergesslich am nächtlichen Strand von Koh Rong Island. 


Video oben: Lampions entschweben

Video mitte: Los Jahnsens Neujahrsvideo

Foto unten: Den Lampion auf die Reise schicken. 

Beliebte Posts aus diesem Blog

Weihnachtliche 8K ohne Schaf

Mein erster Lauf in Kambotscha. Barfuss und mit schwitzigem Lächeln im Gesicht: Am Weihnachtstag einen ziemlich traumhaften Strandlauf über eine Distanz von 8 Kilometern auf Koh Rong Island hingelegt. Bei sonnigen 28 Grad und kaum Laufbreite zwischen Wasser und losem Sand für mich kein ganz leichtes Vorhaben.   Aber die Tradition will es so. Ja, Gott will, dass wir am Weihnachtstag einen Lauf machen. Schliesslich schickt er die Heiligen Drei Könige und die Hirten auf eine Reise, die unmissverständlich als Lauf gedeutet werden sollte. Nur die bonzigen drei Könige entziehen sich durch Wahl eines alternativen Verkehrsmittels (Kamele) dieser körperlichen Laufertüchtigung. Genaue Distanz und Geschwindigkeit der Hirten sind nicht übermittelt aber letztlich auch unerheblich. Was zählt sind der Nachhaltigkeitsgedanke und der Wille zur körperlichen Fitness und innerer Achtsamkeit, die dieses göttliche Ereignis erreichen will. Gott ist auch hier mal wieder absoluter Vorreiter und Vorbild in Sach

Koh Rong Island

Per chinesisch aufgepimpter Limousine geht es am frühen morgen des 23.12. für uns von Phnom Penh nach Sihanoukville am Meer. Die Fahrt dauert etwa fünf Stunden. Dort wartet ein offenes Motorboot mit dem wir eine weitere Stunde auf die Insel "Koh Rong" übersetzen.  Die Stimmung und das Licht über dem Meer bei bedecktem Himmel und sporadischen Nieselregen ist sehr eigentümlich. Die Holzhütten des Resorts stehen direkt auf dem Strand unter den Palmen - daneben der geschmückte Weihnachtsbaum.   Foto: Heiligabend auf Koh Rong Island 

Mach das Dach

Die Architektur hält Tricks bereit, wie der warmen Klimazone in Kambotscha zu begegnen ist. Es sind Gebäude, die ganz ohne Technik und Energieverbrauch trotzdem ein gutes Raumklima erzeugen. Weniger ist mehr. Es braucht zunächst ein hohes Dach. Und es braucht im unteren Bereich entweder gar keine Wände, oder luftdurchlässige Wände. Die Hitze wird fern gehalten. Und der verschattete Bereich wird von Luft durchströmt. Fertig.   "Mama Thai" - ein Restaurant in der Innenstadt von Phnom Penh funktioniert so. Ein riesiges Dach auf ca. 10m Höhe überspannt einen Raum, in dem dann aus Holz mehrere offene Ebenen zum Sitzen und Speisen einladen.  Eine Kommunalverwaltung bei Battambang funktioniert so. Der kommunale Rat tagt unter dem hohen Dach quasi im Freien und zu beiden Seiten gibt es je zwei weitere Büroräume die eher geschlossen sind. Das Dachwasser wird in einem kleinen Teich hinterm Haus gesammelt, welches tagsüber zusätzlich kühlt.   Dieses uralte Design ist lässig, smart und m