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Es werden Posts vom September, 2016 angezeigt.

255/2016 - Bananaboat

Sich mit dem Kopf voran durch die Fluten zu pflügen ist keine Kunst - egal ob auf dem Rücken oder bäuchlings. Kinderkram. Connaisseure und Geniesser des nassen Elements bewegen sich im Wasser stets mit den Füßen voran fort. "Bananaboat". 

Unter allen Schwimmstilen, ist Bananaboat die Königsdisziplin. Geschwindigkeit spielt keine Rolle. Und es ist zweifelslos die athletischste Art, sich im Wasser zu bewegen. Vorsicht: Nach ein paar Bahnen "Bananaboat" passt man in kein Hemd mehr hinein. Die Muskeln blähen sich auf und zerfetzen die schönste Rumpfbekleidung. 
Völlig unverständlich bleibt vor diesem Hintergrund, warum Bananaboat bis heute nicht olympische Disziplin ist. Vielleicht, weil es einfach albern aussieht, wenn man derart unförmig, wie ein nasser Sack im Wasser hängt, und dabei kaum von der Stelle kommt.

Video: Georg praktiziert Bananaboat

251/2016 - Arbeit wie in der Vorschule

Jamal verbringt einen Vormittag bei mir im Büro. Danach stellt er auf dem Weg nach Hause fest: "Das ist bei euch fast genauso wie bei uns in der Vorschule."

Foto: Jamal in Papas Büro beschäftigt mit Hörspielen. 

250/2016 - Heizungskauf bei 30 Grad

Obgleich es noch immer tagsüber über 35 Grad hat, beginnen bei uns die Vorbereitungen auf die kalte Jahreszeit. Zwei Dinge sind zu tun:
Kälte Im Dezember wird es kalt werden. Die Wohnung ist weder gedämmt noch mit Heizungen ausgestattet, und so kann es bei unter 5 Grad ungemütlich werden. Wir haben drei elektrische Ölradiatoren gekauft und ergänzen das noch mit Heißluftpustern und Heizdecken. Den Rest erledigen die warmen Alpaka-Pullover aus Bolivien und (je nach Dramatik) der Schnaps aus Deutschland. 
Luftverschmutzung Mit der Kälte steigt ebenso die Luftverschmutzung in der Stadt. In der Wohnung gibts viele Ritzen - die bringen mich ins Schwitzen. Die Fenster und Türen aus Holz bieten dem heranstürmenden siffigen Ölstaub kaum die Stirn. Also klebe ich händisch alles mit Klebeband und Silikonspritze dicht, um die Luftwechselrate zu reduzieren. Die Formel für saubere Luft in Innenräumen geht so: Die Gesamtfilterleistung der Luftfilter [cbm/h] muss höher sein als der Luftaustausch mit …

249/2016 - Happy Ganesh Chaturthi

Foto: zu Hause

248/2016 - orangene Frühernte

Verheißungsvoll und mit prächtigen Früchten behangen, steht ein Baum vor unserem Küchenfenster. Die Früchte sind grün und orangengroß. Weil die Früchte nun schon recht lange da so rumhängen, haben wir mal angenommen, dass sie erntereif sein müssten. Aus dem Küchenfenster im ersten Stock heraus pflücken wir eine Frucht und prüfen den Geschmack. Herbsüß - das passt schon. Wir entscheiden, dass Erntezeit ist. Formvollendet, von den Stadtaffen abgeguckt, klettere ich also im Baum umher und rupfe die dicken Dinger ab, bis der Fahrer unseres Vermieters mich mit dem Hinweis unterbricht, dass für diesen Baum erst im Dezember Erntezeit sei.


Bedenke ich die grüne Farbe und den leicht herben Geschmack der Früchte, und gehen wir mal davon aus, dass es sich um einen Orangenbaum handelt, mit orangefarbenen Orangen, klingt sein Einwand plausibel. 
Die etwa zehn bereits geernteten Früchte werden wir in den nächsten Tagen dennoch zu Saft verarbeiten und konsumieren. Prost. 
Foto oben: mutmassliche Oran…

247/2016 - Botschaftsarchitekturen

Jeden Tag auf dem Weg zu Jamals Schule durchfahren wir "Chanakyapuri" - Delhis Botschaftsviertel. Der Stadtraum ist hier mehr als großzügig, mit weitläufigen Grünbereichen, breiten Straßen und mächtigen Kreisverkehren. Die Gebäude der Botschaften präsentieren sich gleichsam in einem riesigen Park und sind von den Straßen aus gut zu sehen.

Die Vielfalt der Architekturen, der Zeitschichten in denen sie gebaut wurden, und dem jeweiligen Ausdruck mittels der Gestalt dessen wofür ihr jeweiliges Land steht, ist sehr spannend. 
Foto: Mein Favorit: die polnische Botschaft

246/2016 - Die funktionierende Sparkasse als Armutsindikator

An vielen Ampelkreuzungen in Delhi betteln arme Kinder an den Autoscheiben. Armut wird sichtbar und Jamal möchte wissen, warum es hier so viele arme Kinder gibt und in Deutschland nicht. Die elterliche Antwort: "Weil die Menschen in Deutschland mehr Geld haben." erscheint ihm unbefridigend und fordert weitere Fragen. "Wieso ist Deutschland reicher?" (und stimmt das überhaupt?!) Aber dann erhellt sich sein Blick, und er weiß selber eine Antwort. "Papa, ich weiß warum die Menschen in Deutschland mehr Geld haben! Weil da die Sparkassen seltener kaputt gehen als in Indien!"

Bild: Eine lokale Bankfiliale mit Geldautomat und Kundenverkehr. 

245/2016 - Hippieshit

Neulichst was geträumt: In Deutschland und auch in anderen Ländern Europas hätte sich in den letzten Monaten eine Hippiebewegung in den Parlamenten etabliert. In Deutschland ist es die "Hippiepartei Deutschlands", die die Parlamente mit jeder weiteren Wahl erstürmt. Die Anhänger in Latzhosen mit Schlag, selbstgebatikten Sommerkleidern, Koteletten bis zu den Schultern und Blumen im Haar, lehnen die Bestuhlung in den Plenarsäalen ab, und sitzen stattdessen im Schneidersitz Gitarre spielend auf dem Boden.

"Das ist total out, das ist Hippieshit, aber ich sag es laut ich liebe Liebe zu Dritt" "Liebe zu Dritt" - Stereo Total

Politisch wollen sie das Anzugverbot für Männer durchsetzen. Alles Schlechte der vergangenen Jahrzehnte sei von Männern in Anzügen verzapft worden. Der Krieg in Syrien und die verfehlte, rigorose Flüchtlingspolitik der Regierung treibt der Partei viele Wähler in die Arme. Es sind meist Menschen, die einfach nur gut und lieb sein wollen, und dene…