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Posts

Es werden Posts vom Januar, 2017 angezeigt.

Die Hinterlassenschaften des Kollegen A.

Das runde Döschen aus lokalem Holz welches uns Kollege A. bei seiner Ausreise hinterließ, hegten wir mit besonderer Obacht. Es enthielt eine exquisite Sammlung verschiedenfarbiger Büroklammern unter denen sogar einige besonders kunstvoll gebogene Exemplare waren. Die Büroklammern teilten sich den Platz in der Dose mit einer Handvoll Streichhölzer, einigen Gummibändern und diversen Fusseln und (Scham-?) Haaren, die das ganze sinnlos umtüdelten. Wenn bei unseren Umzügen und wirren Orts- und Länderwechseln als eine Konstante immer das Chaos im Haushalt herrschte, war dabei jedoch immer klar, wo es Büroklammern, Streichhölzer oder Gummibänder gab, wenn man sie mal schnell brauchte: in der Musseldose des Kollegen A. Spät, als Jamal schon fast sechs Jahre alt war - alt genug um uns zu helfen, und auch Kiran ein Grundverständnis von Ordnung und Regeln entwickelt hatte, erst da fanden wir wieder etwas Zeit und Ruhe, um endlich den Doseninhalt zu sortieren. Das exquisite Büroklammernsortiment …

Chaibrauen

Ich war wohl kaum zwanzig Jahre alt und mittendrin auf der stetigen Suche nach allem und irgendwas. Im Schwarzwald hielten mich der Schwarzwald, eine Rasselbande lustiger Freunde und eine Tischlerausbildung bei Laune. 
Wir saßen mal wieder bei goldenem Abendlicht und langen Schatten, im tiefen Wald hoch über der kleinen Stadt auf dem spitzen Dach einer Schutzhütte, als unter uns ein sonderlicher Mensch die Lichtung betrat. Er leuchtete von Innen. Seine langen, lockig-wallenden braunen Haare fielen luftig auf die weiße Kurta, die ihn umhüllte. Dazu trug er eine weiße Stoffhose und ein winziges Täschchen über der Schulter. Ich glaube nicht, dass er Schuhe an den Füßen hatte. 
Als er uns sah, und als wir ihn sahen, war der erste Blick kein Blick, sondern ein beiderseitiges Grinsen. Von irgendwoher wussten wir, dass wir uns treffen und ein gemeinsames Stück des Weges gehen würden.  
Von ihm habe ich gelernt (Masala-) Chai zu kochen - schwarzen Tee mit Gewürzen und Milch. Aus Bequemlichkeit h…

japanische Biskuitkuchenpoesie

Von unseren japanischen Freunden gibt es immer tolle Mitbringsel wenn sie mal zu Besuch sind, oder über die Ferien in Japan waren. Meist sind es kleine Leckereien oder Knabbereien voller illustrer Schriftzeichen und grinsender Comicgesichter auf der Verpackung. Um eine Ahnung vom Inhalt zu bekommen, nutzen wir die Google Übersetzungs Smartphoneapp mit der Kamerascan Funktion. Kamera über den Text halten - einen Augenblick warten, und schon wird die Übersetzung ins Deutsche angezeigt. Die Texte eines wunderbar verpackten Biskuitkuchens sind herzerwärmend poetisch und voller brillanter Sinnsprünge und Kurzmetaphern:
"Und Materialien, die aufgrund der handwerkliches Können für Ihr Lächeln, Herstellung von Süßwaren geprüft wurden. Um liefern zusammen mit einer Aufrichtigkeit, um den Geschmack zu werden, um von dort wurde sie von einer Farbe Momente der Ruhe begleitet. Das ist die Idee von Bunmeido, die seit ihrer Gründung geerbt haben. Alle für Ihr Lächeln. Selbst jetzt, bis, und wird…

Andamanische Schweinesuppe

"Hühnersuppe, Schweinesuppe, und ein bisschen Meer". Reim, der beim Vater-Sohn-Baden im Meer gesprochen wird, während man bei "Meer" gemeinsam untertaucht. Das Kreischen und die allgemeine Lautstärke richtet sich dabei nach der Wassertemperatur. So habe ich bereits mit meinem Papa der eisigen Nordsee getrotzt. 
Vom Millionenstadtmoloch Delhi mit toxischer Luft, Verkehrsinfarkt und eingebautem Wahnwitz geht es an den Rand des unberührten, andamanischen Naturparadieses, wo sich Strand und Dschungel sanft zum Meeresrauschen in feuchten Küsse ergeben. 
Der Sand ist weiss, der Strand ist seicht und der überschwengliche Regenwald thront in seiner majestätischen Dimensionierung über allem. Papageien schnattern und flattern laut über den kleinen Buchten. Krebse und Fischchen und mancherlei andere Lebendigkeiten kribbeln und krabbeln überall. 

Jamal und Kiran fühlen sich von all dem augenblicklich warm umarmt. In diesem tiefen Schoße von Mutter Natur gibt es keine Langeweile u…

Andaman ¡Heijo!

Wir lieben die Stürme, die brausenden Wogen, der lauwarmen Winde, sanftes Gesicht. Wir sind schon der Meere so viele gezogen, und dennoch sank uns're Fahne nicht.
Foto: Havelock Jetty

Die blaue Andamanen Stunde

Nach einem langen Andamanen-Strandtag und Stunden im warmen Wasser wird das Licht bläulich. Dann funkeln die ersten Sterne in der seichten Brandung und der Mond wirft die Schatten der Palmen auf den hellen Sand. Wir wollen den Tag nicht ziehen lassen und baden und toben in der Dunkelheit im warmen Wasser.
Foto oben: Jamal und Kiran beim Baden in der Dämmerung Foto unten: beleuchtete Palmen an Havelocks Beach No. 5