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Es werden Posts vom Januar, 2016 angezeigt.

031/2016 - overseas householdrelocation in 3 simple steps

Here are the basic three steps for packing a whole household for container shipping:
Step 1 "small boxes" Put all stuff in cardboard boxes or wrap bigger items that do not fit to cardboards in cushion wrap. Make a list of all boxes with content, measures and weight. Sell / give away / throw away all stuff you do not need. 
Step 2 "furniture" Disassemble all furniture and protect with cushion wrap. Right now the house is a mess.
Step 3 "big boxes" Put everything in big boxes that have euro- or inca pallets underneath. Number the big boxes and refer every smallboxnumber to its bigboxnumber in the list. Pro tip: with a little spreadsheetformula it is possible to tell which bigbox shows the highest physical density. 
We are at the beginning of step 3 right now. Two big boxes (80x120x140cm) are done! 
Photo: Kiran and Jamal playing hide and seek within all the huge boxes and the general chaos. 

030/2016 - Punjab in Dithmarschen

I have a colleague who was born and grew up in Punjab. Our families have something in common: the question of "home" is not so easy to answer. There are more places on this planet that we need to consider.
To celebrate the things that will happen to us within the next months, and to get a first taste of what we can expect, he and his wife invited us to a great indian meal. It was complete and gorgeous and amazing and simply "super rico". And above all: the hospitality that was given to us made us speechless. 
Photo: Rotis in the process of making. 

029/2016 - Wenn Hugenotten persisch frühstücken

Nach dem Passtermin im Auswärtigen Amt, nehmen wir uns ein zweites Frühstück am Gendarmenmarkt im Bistro "Shan Rahimkhan".
Es ist der Ort, der uns darüber reden lässt, welche Bereicherung kulturelle und ethnische Vielfalt für Deutschland darstellt - und immer dargestellt hat. Im 17. Jahrhundert waren es unter anderem die Hugenotten, denen genau an dieser Stelle volle religiöse Freiheit und sämtliche Bürgerrechte zugesichert wurden. Heute sind es unter anderem Menschen wie der Inhaber dieses Ladens (mit persischen Wurzeln), die den Zauber der Stadt befeuern. Und wir reden darüber wie gemein und gefährlich die aktuelle undifferenzierte Berichterstattung vieler Medien in dieser Hinsicht ist: all das wird in Misskredit gebracht und letztendlich in Frage gestellt. Nicht direkt und offen, aber spürbar. 
Wir machen ein Gedankenspiel: Was würde passieren, wenn alle diese Akteure, einen Tag ihre Arbeit, und damit auch ihren Beitrag zum Gemeinwesen, ruhen lassen würden? Der Migrationsge…

028/2016 - Passport requirements

The new job in India requires a special type of german passport that is issued by the German Foreign Office. And this type of passport requires some other things that again require more other things:
>>> biometric passport photo >>> photoshooting session >>> delivery of biometric data ("us") for scanning to the German Foreign Office in Berlin >>> trip to Berlin >>> overnight stay in Berlin
Photo: Photoshooting in Heide with Kiran and Shanti

027/2016 - India confirmed

Announcement 
By April 2016 Los Jahnsens will live and work in New Delhi / India for at least 2.5 years. What does this mean? A short overview [with evaluation]
- things will be different [that is fine] - saying goodbye to friends, colleagues and family in Germany [pretty hard] - packing our stuff and shipping it to India [a lot of work] - Mango Lassi instead of German Beer [well, ... fine] - (mostly) sweating instead of freezing [fine] - heavy air pollution instead of fresh clean air from the North Sea [bad] - "Namaste" instead of "Moin" [fine]
Goodbye Germany, Namaste India!
Photo: Announcement graphic with city comparison Heide vs. Delhi

026/2016 - Rabies shot and fullmoon

Surely I will share my new office in New Delhi with a group of urban monkeys. Minor conflicts between human and animal will be part of the daily routine: ("No! This is my coffee mug!" or "Don't you use Internet Explorer on my computer!"). Thus, a proper rabies prevention is a must. 
Within the next weeks I will receive three shots in total along with various other vaccinations. The side effects of the first double shot yesterday were shockingly strong. Because of the full moon? It completely knocked me out. I have muscle aches, fever, headache, chills and a general world-weariness within myself. Well at least it did not completely transform me into a werewolf.
Foto: Crazy fullmoon April 2015 / Büsum Deichhausen

025/2016 - Schrank der unbekannten Oma

Im Wort "Möbel" versteckt sich das Wort "mobil". Ist das richtig so?
Neu in Heide, hatten wir 2012 den Anspruch, das Wohnen auch mit Möbeln zu realisieren. Das, was es bei IKEA gibt, sind Wohnhilfen, die mobil sind. Eher sogar Lebenshilfen. Möbel kann man das jedoch nicht nennen. Macht IKEA auch nicht, wenn es den Claim "Wohnst Du noch, oder lebst Du schon?" postuliert. Möbel, die den Namen verdienen, sind in der Regel eben nicht mobil - zumindest nicht so, dass sie in eine Seekiste passen und einfach zu verschiffen wären. 
Also haben wir bei Axel Klein in Meldorf in der "Fundgrube" eine wunderbare Wohnzimmergarnitur einer unbekannten Oma gekauft. Das ca. 8-teilige Schrankset gab es für schmales Geld, es ist wuchtig schwer und massiv, mäßig geschnörkelt und einigermaßen zeitlos. Aber eben de facto immobil. Es soll nicht sein, dass diese Wohnzimmergarnitur indischen Boden berührt - zumindest nicht als Wohnmöbel. Wohl aber transformiert als Transpor…

024/2016 - Expedit Spaceship

All packing and relocation work is worth it, when you suddenly realize that the way you have put the bookshelf (vertically) on the wall was both: completely wrong and boring. 
Foto: Jamal and Kiran playing with IKEA "Expedit"

023/2016 - Snow

Winter sports in Wöhrden / Dithmarschen

022/2016 - Game changer

Über Nacht zeigen sich die Dinge plötzlich gegenteilig. Ein eisiger Hauch war über das Land geweht und hat alles weiss eingestäubt. Monochrom, farblos und gegenteilig. Tagsüber: Vorher war der Himmel hell, und die schwarzen Äste der Bäume dunkel davor. Nun war der Himmel immer noch hell, aber die Äste noch heller davor. Weiße Äste auf hellem Grund. Wo man hinsieht, fotografieren Menschen auf einmal Bäume. Vorher ihre Hunde und Kinder, nun Bäume. Sichtbarmachung durch Umkehr. Invertierte Realität.
Foto: Pflaumenbaum am (noch dunklen) Morgen

021/2016 - Danmark - France 1:0

Most probably Germany is the No. 1 country when it comes to quality and variety of bread. Having this in mind it seems either a little strange, or simply cosmopolitain, when our local (german) baker produces both: Croissants and "Dänische" (danish buns)
Both are made of puff pastry with tons of butter. But the danish buns come in a special shape and with a topping of (peeled!) poppy seeds. The local baker in Heide only sells them once a week. I get up at night (6.30) for those buns. 
Foto: "Dänische"

020/2016 - FHW Heide

Ein Ort mitten in Heide und Dithmarschen: weltoffen, kosmopolitisch, multilingual, voller junger Menschen, geprägt von Dynamik und dem stets Neuen. Ein Ort für Bildung und Wissen, an dem Innovation und der Mut zum Experiment bewusst gefördert wird. Ein Ort, der auch baulich und räumlich all das Vorgesagte abbildet: Die Fachhochschule Westküste Heide.
An diesem Ort Zeit zu verbringen ist uns stets angenehm. Egal ob bei einem Mensabesuch oder bei Arbeitstreffen und Meetings (wie heute mal wieder). 
Foto: Blick aus einem der hellen Räume im ersten Obergeschoss

019/2016 - Sie kommen (nicht mehr?)

An verschiedenen Stellen fällt er oft, der Satz, bei dem mir regelmäßig der Atem stockt:
"Jetzt kommen ja zum Glück kaum noch Flüchtlinge zu uns."
Es kommen zur Zeit tatsächlich kaum neue Menschen, die auf der Flucht sind, nach Heide. Mein Atem stockt, wegen der Aussage "zum Glück". Und deshalb lädt der obige Satz ein, ihn zu interpretieren:
1 Jetzt kommen ja zum Glück kaum noch Flüchtlinge zu uns - dann scheint ja jetzt alles wieder friedlich zu sein, in Syrien und Afghanistan. 
2 Jetzt kommen ja zum Glück kaum noch Flüchtlinge zu uns - dann können wir uns ja endlich wieder um unsere eigenen wichtigen Themen kümmern.
3 Jetzt kommen ja zum Glück kaum noch Flüchtlinge zu uns - die scheinen dann ja alle woanders gut untergekommen zu sein. 
4 Jetzt kommen ja zum Glück kaum noch Flüchtlinge zu uns - dann hat das ja was gebracht, dass wir unsere Bundeswehr da mal runter geschickt haben. 
5 Jetzt kommen ja zum Glück kaum noch Flüchtlinge zu uns - dann wird das wohl endlich auch mit …

018/2016 - Blick aus dem winterlichen Rathaus-OG

Die Häuser ducken sich eng aneinander. Die schräge Sonne, überschwenglich golden, macht die Schatten in den kleinen Zwischenräumen kalt und dunkel. Alles ist weiß mit Schnee überstäubt. Wolkentürme fern der Nordsee überragen die Windräder deren Schäfte noch im Dunkelgrau schwimmen. Alles eisklar und starr. Die späten Sterne lachen dem Horizont sein Silberstreif glänzend.

017/2016 - Winterweekend 2/2

016/2016 - Winterweekend 1/2

015/2016 - Used cardboard boxes

Common knowledge: viable cardboard boxes for relocations are pretty expensive. Cardboard boxes for banana shipping from the local grocery store are free, but difficult to handle as not foldable. Plus: I do not like those nasty tarantulas crawling around in our home.
Solution of course: Ebay local classifieds. We found good boxes from a family nearby that just moved to a new house. And, surprise: those boxes were already labeled! "Books living room", "kitchen utensils", "Toys Dennis and Sascha", and so on ....

Challenge accepted: packing our own stuff in the used cardboards without relabeling them!

Update late evening: It did not work ...

Foto: The first cubic meter of boxes with perfect (individual) labeling

014/2016

1914-1918
Der Held fiel um und schwer getroffen lag er da, den Mund weit offen aber stumm.
Bevor das tödliche Geschoss zuerst sein Koppelschloss zerstörte
(auf dem der Schlachtruf stand: "Für Gott und Vaterland")
war das Letzte, das er hörte wie der Schütze jubelnd schrie: "Voilà: pour Dieû et la patrie!"
Gedicht von: Dieter Zeumer ("Okergoethe") Foto: St. Jürgen / Heide mit seitigem Kriegerdenkmal (knapp nicht im Bild)

013/2016 - Brainstormingliste Verkleidung Fasching 2016

Ich könnte gehen als:
- Inder (Turban, Korb, Schlange, Flöte, o.ä.) - David Bowie (oder Ziggy Stardust) - Erstaufnahmeeinrichtung (irgendwie mit großen Kartons) - außerplanmäßige Aufwendung (schwer) - Herbert Grönemeyer ("laut stammeln und nuscheln") - teures kommunales Schwimmbad Heide (Badehose, Schwimmring, einige Geldscheine) - Kaufland in Heide (kombinierbar mit Einzelbuchstabe) - farbloser Einzelbuchstabe / Werbesatzung Heide (passend weil schwarz-weiße Nacht) - Telekomgebäude in Heide (kombinierbar mit Einzelbuchstabe"T") - gemeindliches Vorkaufsrecht (superschwer) - Lemmy Kilmister (einfach: alte Erdnuss ins Gesicht kleben) - zwei Dreifeldturnhallen (irgendwie mit großen Kartons) - Bootsflüchtling (kombinierbar mit teurer Schwimmhalle) - Umzugskarton (kombinierbar mit zwei Dreifeldturnhallen) - Sexmob (alleine schwierig) - iPhone 7 (denkbar: bauchfrei und mit "Touch ID" und “Force Touch”) - Youtuber / Youtube-Star (Smartphone und Selfi-Stick, gut: gesamter abend i…

012/2016 - Kiran wird Zwo

Nach Kirans Geburtstagsfrühstück fahren wir nach Flensburg zur Phänomenta. Der Untertitel "Science Center Schleswig Holstein" ist schlicht: brilliant. Im eiskalten und strömenden Regen flanieren wir durch die -wieder mal- wunderbare Nordstadt. Die kleinen Nebengassen, die Graffitis, die Lädchen für alles was man nicht erwartet, überzeugen nachhaltig. Der Asia-Imbiss hat mit vollautomatischem Sushi-Laufband aufgerüstet und begeistert die Jungs. Das Vietkong Süppchen mit feuriger Kokosbasis küsst meine zentralen Vitalfunktionen wach.

011/2016 - Christmas is over if you want it.

Local department store removes christmas decoration.

010/2016 - (Our) House for sale!

(Our) House for sale!

>>> Further details, fotos and contact

009/2016

Tagsüber. Mal wieder und ggf. ultimativ für einige Zeit den IKEA Wahnsinn feiern. Überwiegend kurzlebige Produkte und fragwürdiges Essen. Und doch: Poäng geht immer. 
Abends alte Seekisten repariert. Beim Ankommen in Heide im Jahre 2012 ist der Satz gefallen: "Lass die Seekisten mal nicht wegschmeißen - wie ich uns kenne, brauchen wir die irgendwann nochmal." Irgendwann = 2016. Und im Gegensatz zum IKEA Gerumpel, lassen sich diese Kisten sogar richtig gut reparieren und aufarbeiten. Mosambikanisch-zimbabwianisches Tischler Knowhow in Vollholzqualität.
Foto: Seekiste wird repariert. 

008/2016

Wer aus einem Kulturkreis in einen anderen zieht, reist von einem Planeten zu dem Planeten eines anderen Sonnensystems. Kultur bedeutet die Weitergabe menschlicher Handlungsstrukturen in einer Gesellschaft über viele Generationen und Jahrhunderte. Daraus entstehen komplexe Handlungsmuster für den Einzelnen gleichsam einem Koordinatensystem. Begriffe wie "normal" oder "fremd" gibt es in dieser Logik nicht. Jedes Koordinatensystem birgt seine eigene Wahrheit in sich und leitet seine Schlüssigkeit und Richtigkeit aus sich selbst heraus ab. 
Will, oder muss ich zwischen diesen Systemen wechseln, benötige ich Lehrstunden in interkultureller Kompetenz. Das benötigt der deutsche Entwicklungshelfer, der in die Ferne geht ebenso, wie der Flüchtling, der in ein neues, fernes Land kommt.
Heute haben wir viel über das Einrichten einer kommunalen Flüchtlingsunterkunft in Heide geredet. Und mir ist aufgefallen, dass die beteiligten städtischen Mitarbeiter (mich eingeschlossen) die…

007/2016 - Mittagspause, Weg nach Hause

Der Weg zwischen Arbeit und zu Hause prägt meinen Tag. Er ist viel mehr als reiner Transit. Er ist Kontemplation, Meditation und Körperlichkeit - ein intensives bei sich selbst sein für jeweils eine Viertelstunde.

Drei Mal am Tag gehe ich die gleiche Strecke. Etwa 1,5 km. Etwa zehn bis fünfzehn Minuten. Zu Fuß. Ich durchquere die Innenstadt. Drei Dinge passieren und sind möglich:

1 Bewegung und Sauerstoffzufuhr. Laufen ist entspannen. Der Kopf wird frei. Ideen kommen.
2 Besorgungen machen. Das Teilchen oder Brot und Brötchen kaufen, oder anderes.
3 Schnacken. Ich treffe Leute in der Fußgängerzone. Gespräche und Austausch finden statt.

Grund genug, das zu dokumentieren. Das Video beginnt im Rathaus und endet vor der heimischen Haustür.

006/2016

Gehasst wegen seiner traschigen Materialität vom globalen Megakonzern aus fragwürdiger Produktion. Geliebt wegen all dem Rest. Nutzungsoffen, schlicht, elegant, praktisch, simpel, minimalistisch. Expedit ist und bleibt das geniale Regalsystem und die Beständigkeit und Robustheit, die es bei uns zeigt, ist beeindruckend. Heute das erste 25er Element abgebaut.

005/2016

Heute abend Vortrag im Rotary Club Heide:
"Die Kraft der Stadt
Herr Dipl.-Ing. Georg Jahnsen leitet als Oberstadtbaurat den Fachbereich Bau und Planung der Stadt Heide und ist damit für die Stadtentwicklung der Kreisstadt verantwortlich. In einem reich bebilderten Vortrag berichtet Herr Jahnsen über die Kraft der Stadt in Deutschland und weltweit. Was können urbane Strukturen leisten im Hinblick auf Integration und Armutsbekämpfung? Im Zentrum des Vortrags berichtet Herr Jahnsen aus seiner vorigen Tätigkeit als Berater zweier Munizipien in Mosambik und schlägt den Bogen zur europäischen Stadt. Auch Einblicke in das Leben und Arbeiten im außereuropäischen Ausland kommen dabei nicht zu kurz." Ich rede viel über die Arbeit und das Leben in Mosambik, und doch ist es das obige Bild aus Braunschweig mit meinen Anmerkungen dazu, was am meisten Rückfragen und am meisten Impact bei den Zuhörern verursacht:

Es ist der Augenblick, als wir in Braunschweig in unserer leeren Wohnung sitzen. …

MOZ Spiegel adé

Er war der Knut-Wuchtig unter den Spiegeln. Sowohl die Dimensionierung als auch die Materialität und Ausführung haben Maßstäbe gesetzt - wenn nicht sogar eine völlig eigene Gattung von Spiegeln definiert. Eine Gattung, deren einziges Exemplar er, der MOZ-Spiegel, war. Nun ist seine Zeit abgelaufen, und er nimmt den Weg alles irdischen Daseins - teils in die Restmülltonne der Dithmarscher Abfallwirtschaft GmbH, teils als Teilelieferant für die Reparatur von Seekisten.

Ich hatte ihn im Jahre 2008 in Mosambik aus ungehobelten Eukalyptusholzbrettern zusammengetischlert. Der Rahmen alleine wog genug, um die Bandscheiben singen zu lassen. Das Spiegelglas, extrem dünnes und sich sanft wellendes Chinaspiegelglas, hatte ich mit viel Silikon auf eine traditionelle Strohmatte als Unterkonstruktion gebappt. In Heide hing der Spiegel bis heute abend an zwei Schwerlastketten und -Haken in unserem Eingangsflur. Wir sagen `Danke´ für die gute Zeit zusammen. Danke für die Stärkung der Rückenmuskulatu…

004/2016

Zeit für den Start einer Miniserie mit dem Titel "Was ich aus Heide und Deutschland vermissen werde".
Brot. Brötchen. Teilchen. Laugenstangen. "Dänische". Und mehr. Zum Beispiel, und insbesondere, vom Mühlenbäcker in Heide. Die Tage bei denen ich in den letzten 3 Jahren nicht beim Mühlenbäcker mit den charmanten Backwarenverkäufer- und -Verkäuferinnen war, sind rar und klar unterzahlig.
Foto: Schlangestehen im Angesicht der Backwaren

003/2016

Wuchtige Schloßschrauben verbinden die vier dicken Kickerbeine aus sägerauem Vollholz mit dem Corpus. Wuchtig im Sinne von dick, lang und irgendwie unmaßstäblich. Tatsächlich aber aus offensichtlich billigstem Chinaeisen gefertigt. Ich habe sie einst auf dem lokalen Markt in Manica / Mosambik gekauft, als ich dort den Kicker gebaut habe. 
Nun versuche ich zusammen mit Jamal, die Schrauben zu lösen, um den Kicker für den Transport zusammenzubauen. Im Schuppen ist es trotz Heizlüfter eiskalt. Mit einem Drehkreuz, ordentlich Verlängerung, Schwitzen und gelegentlichem Fluchen gelingt es schliesslich. Zwei Schrauben sind so stark verniddelt und verrostet, dass ich sie durchsägen muss. 
Foto: Unteransicht des Kickers. Das Ballrückführsystem (BRS) ist noch sichtbar (Schlauchführung bereits entfernt) Die Beine mit den Schloßschrauben in den Ecken. 

002/2016

Immer etwas Wehmut beim Abschmücken der Weihnachtsdeko. Logisch. Aber dann beim vorsichtigen Ein- und Zurückpacken der Gegenstände, die jedes Jahr wieder hervorgeholt werden, passiert das faszinierende Veschneiden und Überlagern der Zeitschichten. Gestern, Heute, Morgen. Diese Christbaumkugel aus billigem Eisendraht haben wir vor fünf Jahren in Mosambik gekauft. Und diesen Stern hat Jamal dieses Weihnachten aus alten Eisstielen und Glitzerfarbe gebastelt. Und wo packen wir zum nächsten Fest die vorsichtig verpackten Dinge aus ihren Kartons wieder aus?

001/2016

Knallerreste der vergangenen Nacht liegen im nassen Gras. Die schräge Sonne vergoldet gleissend die Nordsee, während wir den Deich am Sperrwerk hinunter zum Wasser gehen. Ruhig in der See tanzen die bewegten Spiegelbilder der schneeweissen Flugzeugkondensstreifen. Sie erscheinen uns als tanzende Tentakel, die uns den Weg ins neue Jahr Richtung Horizont zeigen. Zu Hause dampfen und knistern die frischen Tannenzweige im hitzigen Ofen.