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Es werden Posts vom Juli, 2016 angezeigt.

213/2016 - fabrics

India is THE country of fabrics. And HP Singh in Delhi has them all (almost).

Photo: Jamal and Kiran with some of the fabrics in the background. Playing hide and seek in the huge warehouse was pretty much fun. 

212/2016 - Himalaya | klamm

Die feucht-heiße Luft steigt aus dem Tal von Dharamsala an den Bergflanken nach oben und kondensiert bei 2000 Metern auf Höhe unseres Hotels an allem was rumsteht. Bäume, Felsen, Gebäude, Klamotten, Bettwäsche und Möbel. 

Der Wald ist dampfend nass. Viele Pflanzen, meist Bromelien, können ohne Wurzeln und ohne Kontakt zum Boden in den hohen Bäumen wachsen. Moose und Farne überwuchern schroffe Felsen. 

Und auch im Hotel schlägt sich die Luftfeuchtigkeit an den Gegenständen nieder. Die triefende Luft kriecht durch die Ritzen in die Räume und Zimmer. Alles ist klamm und mufft. Eigentlich müsste zu dieser Jahreszeit permanent eine Klimaanlage oder ein Luftentfeuchter laufen. Stattdessen werden immer tagsüber die Räume offen gelassen, um ein wenig Luftzirkulation zu haben. Es reicht aber nicht. Die Bettwäsche fühlt sich an wie frisch ausgewrungen. 
Aber es wird noch feuchter. Schon in unserer ersten Nacht dort oben gehen die heftigen Monsungewitter mit starken Regenfällen nieder. Nach kaum…

211/2016 - Himalaya | Mit dem Klappregenschirm an der Himalaya-Ostflanke

Der Berg ruft. Beziehungsweise, das Tal - wir sind ja schon auf dem Berg. Bergab laufen und mit dem Taxi wieder hochfahren, erscheint die einzig richtige und machbare Option. Das muss in aller Deutlichkeit so gesagt werden, auch wenn sich Reinhold Messner jetzt kopfschüttelnd abwendet. 
Zumal der Kern unserer Wander- und Trekkingausstattung, mit der wir den Himalaya bezwingen wollen, aus ein paar Kunststoff-Flipflops, Klappregenschirmen von Rossmann und zwei wasserdichten iPhonehüllen besteht. Derart professionell ausgestattet könnten wir eigentlich auch gleich versuchen zum Mond zu reisen.


Mit sicherem Tritt, komplett ohne Seil und Haken und nebenbei den Facebookstatus prüfend, wagen wir den gefährlichen Abstieg. Wir wählen die berüchtigte "Ostflanke" zu einem kleinen Dorf "Naadi" und dann weiter ins Tal zu einem idyllischen Gebirgssee mit Shiva-Tempel. Die lokale Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft und Tierhaltung. Den Tourist am Gebirgssee plagt die Frage, w…

210/2016 - Himalaya | gebetsmühlenartig an der Gebetsmühle

Die Gegend und der Ort den wir besuchen sind eng verknüpft mit der Geschichte Tibets. In Dharamsala und McLeod Ganj befindet sich sowohl die tibetanische Exilregierung als auch der Wohnsitz des aktuellen Dalai Lamas. Architektur, Kunst, die Tempel, Handwerk und Essen sind unter starkem tibetanischen Einfluss. 


Fasziniert und gebetsmühlenartig drehen wir die Gebetsmühlen, sei es in Form einer einzigen riesigen zylindrischen Trommel, oder in Form einer Aneinanderreihung vieler mittelgroßer Drehzylinder. 

Etwas außerhalb von Dharamsala befindet sich ein Zentrum für traditionelle tibetanische Handwerkskunst, zusammen mit Werkstätten, einem Tempel, einem Museum, Restaurant und Veranstaltungseinrichtungen. Das Norbulingka Institute. Alles ist eingebettet in eine beeindruckende Parkanlage mit kleinen Teichen und Wasserspielen. 
Foto oben: kleinerer Tempel im Zentrum von McLeod Ganj Foto Mitte: Bild in einem Tempel vom aktuellen Dalai Lama Foto unten: Jamal dreht. Norbulingka Institute. 

209/2016 - Himalaya | activities

Some favourite activities during our one week holiday:

spinning the prayer wheels

208/2016 - Himalaya | Siffender Holzschutz

Das zentrale Gebäude des Hotels wurde auf etwa 2.200 m Höhe um 1890 von Briten errichtet. Damals Schnöselresidenz. Nach dem Brexit Indiens (1947) wurde es dann irgendwann privat als Hotel weitergeführt. Natürlich von Briten. 


Kern des Hotels ist ein zentraler, Patio ähnlicher Raum. Er erstreckt sich über zwei Geschosse und wird durch Dachfenster von oben belichtet. Darin ist ein imposanter Esstisch, bequeme Sofas, Sessel, jede Menge Bücher, olle Ölgemälde, Statuenschnickes, die ein oder andere Maus und dicke, schwarze Spinnen. Eine offene Treppe führt auf eine offene Galerie-Ebene von wo es zu den Zimmern geht, die rundherum liegen. 
Eine interne Hausregel von 1890 besagt, dass der massiv-hölzerne Esstisch niemals abgewischt, sondern immer nur verwischt werden darf. Essensreste, Kaffee- und Honigkleckereien etc, werden nicht mit einem feuchten Lappen abgewischt und damit von der Oberfläche entfernt, sondern mit einem trockenen Tuch auf der Oberfläche stets aufs Neue fein verteilt.
Die…

207/2016 - Himalaya | Düsen. Fahren. Latschen

Düsen Wir düsen gewohnt kommod diesmal von Delhi nach Dharamsala. "Spicejet". Der Flughafen in Dharamsala hat den Charme einer Dorfschule mit ganz großem Schulhof (Flugfeld). Statt bösem Hausmeister und Rektor stehen zwei Soldaten in Kampfmontour mit AK47 bereit. 

Fahren Ein Hoteltaxi holt uns am Flughafen in Dharamsala ab. Wir fahren stetig bergauf in das Bergpanorama des Himalayas hinein. Erst kühlt noch die Klimaanlage, dann weht mit zunehmender Höhe der frische Fahrtwind durch die offenen Fenster. Vorbei an dunkelgrünen Teeplantagen. Quirlige Enge in den Gassen von Dharamsala und McLeod Ganj. Die Straßen werden schmäler. Straßen werden zu Wegen. Wege werden zu unbefestigten Gebirgsrumpelpfaden auf denen eigentlich Autos nichts zu suchen haben. Tapfer foltert der Taxifahrer seinen Toyota. Die schweren Regenfälle oberhalb 2000 m haben die Wege zerstört und ausgewaschen. Wir halten uns leicht angekrampft an den Armlehnen fest, beim Blick in die Abgründe wenige Zentimeter ne…

206/2016 - Himalaya | Vorbereitung

Der Himalaya ruft und am Vorabend des großen Vorhabens überlassen wir nichts dem Zufall. Eine detaillierte und perfekte Vorbereitung, das Bedenken jeder noch so abwegigen Eventualität und eine auf 120% hochtrainierte körperliche Konstitution sind das A und O einer solchen Expedition, wenn sie ein Erfolg werden soll.

Also. 
Den Dreisatz nochmal aufgefrischt. Tief Luft geholt. Einige Kniebeugen pumpen die Muskelpakete auf. Etwas Wäsche, Lockenwickler und Haargel in ein paar Plastiktüten verstaut. Fertig. Den Rest der Nacht mit Dosenbier, Chips und iPad für eine ausgiebige Internetrecherche auf dem Sofa verbracht. Googlemaps Routenplanung. Wikipedia Hintergrundinfos. Der ganze Kram halt. 
Foto: Vor dem Abflug. Der Flughafen Delhi gibt praktische Tipps zur unfallfreien Nutzung einer Treppenablage. 

205/2016 - Kinderkurta

Mit der Regenzeit kommen die Mücken. Und mit den Mücken steigt das Malaria und Denguerisiko. Grund genug beim Aufenthalt im Freien langärmlige und langbeinige Klamotten zu nutzen. 
Die Kurta ist dabei ein Kleidungsstück der Wahl. Deren Vorzüge und Eigenarten sind in diesem Blog bereits an anderer Stelle beschrieben worden. >>> Link
Jamal und Kiran haben bislang noch keine Kurta besessen. Nach dem letzten Fabindia-Shopping-Event hat sich das geändert. Die beiden darin herumspringen zu sehen, verzückt.

Foto: Jamal und Kiran in der Namgyal Monastery in McLeod Ganj mit nagelneuen Kurtas. Die Kombination mit Gummistiefeln fand örtliche Beachtung und Zuspruch. 

204/2016 - Heide in Delhi

Der erste Besuch aus Deutschland - und dann auch noch aus Heide, und dann auch noch ein Kollege aus der Stadtverwaltung- ist bei uns auf Durchreise mit Familie für eine Nacht zu Gast. Großes 'Hallo' am nächtlichen Flughafen und ein toller Tag in Delhi beim gemeinsamen Stadterkunden. 
Foto: Der versammelte Nachwuchs auf der Esstischbank. Kiran, Jamal, Sunny und Robin. 

203/2016 - rain and colours

With the rains the air and the whole setting becomes clear. Colours start to glow. Green is the canvas and background for everything.

Photo: Colourful house in Hauz Khaz Village. "If there is no money, but you still want to do architecture - use colours."

202/2016 - CONNECTING MOSAICS: Workshop for Exploring India's Culture of Spatial Planning

The GIZ- Land Use Planning and Management (LUPM) project has partnered with Department of Land Resources (DoLR), Ministry of Rural Development (MoRD), Government of India with an objective to apply instruments of integrated spatial planning and land use planning in Indian states. It is vital to understand existing spatial planning processes, institutional structures, and legal framework to recognize the challenges and identify possible solutions. In this regard, a two-day workshop ‘Connecting Mosaics 2016’ was organised by GIZ- Land Use Planning and Management (LUPM) in Bhubaneswar, Odisha on 8-9 June, 2016.

Mr. Georg Jahnsen, Director of the Land Use Planning and Management Project has set the context for the workshop.

He broadly defined spatial planning as any construction on the ground that effects the spaces and redefines the land. In a city, land and space are linked and connected with each other. Each element in a City is mosaic-like embedded in a bigger quarter. For example th…

201/2016 - Regenzeit

Die Regen sind da. Anfangs ist der Himmel dunkel gelblich wie von Nikotin eingefärbt. Heftige Gewitter nachts. Die Luft wird stickig und schwer-nass. Alles klebt. Die Spitzentemperaturen der Hitzetage sind zum Glück Vergangenheit, aber es ist immer noch deutlich über 30 Grad.

Der Wasserdampf kriecht in alle Ritzen und bringt den Moder. Der Nährboden für Biomasse sprengt alle noch so kleinen Risse auf. In den Straßen und in den Häusern. Unter allen Fenstern sind Siffnasen. Betondecken tropfen und reißen. Farbe und Putz bröckeln ab. Stockflecken in den Ecken. 
Der lebendige Mikrokosmos ist überall. Eine glibbrig, grüne Schicht überzieht die Stadt. Insekten tragen das grosse Kribbeln in jede Ecke und auch in Deine Hose. Dem Scheisshaufen in der Straße konnte man bislang per weitem Bogen ausweichen. Nun ist der durch Wasser gelöste Schmodder aus glibbrigem Müll, Exkrementen und Kleinstgetier überall. 
Aber die Luft ist so klar und das Grün so frisch. Und bisweilen zeigt sich der blaue Hi…

200/2016 - new neighbours

Another monkey visit at our house. This time two big monkeys are sitting on the balcony of our neighbours house doing some fur care.

Photo: Excitement while watching monkeys

199/2016 - Soul Delay

Travelling from Delhi to Germany was no issue. I gained three and a half hours. When I arrive on Thursday morning I have enough power to start a full day with meetings. 
Travelling back to Delhi is different. I travel "against" time, towards the east and I am losing three and a half hours. Plus I travel during the day and arrive at night. The first day after coming back from Germany is tough. Jetlag hits me. And two crazy boys jumping on my exhausted body in the early sunday morning when sleep is the only thing I want, are not helpful. 
At the very same day some press article about a new supersonic, superfast airplane is being shared, liked and commented like crazy on Facebook. Travel time from Delhi to New York is predicted with four hours. It makes me think about the general inner meaning and essence of such intercontinental travels.
"Souls can't move that quickly, and are left behind, and must be awaited, upon arrival, like lost luggage." - William Gibson
One f…

198/2016 - Geschäftsreise Delhi - Eschborn - Delhi Teil 3/3

Rückreise am Samstagmorgen: Der spitzenmässige ÖPNV in Deutschland reißt die Wurst vom Teller. Per Linienbus gehts von Eschborn über (Last Exit) Sossenheim vorbei am Höchst Gelände direkt zum Haupteingang der Abflughalle.  

Brezeln als Mitbringsel für die Daheimgebliebenen. Dann Verwunderung im Frankfurter Flughafen: wo sind die schwer bewaffneten Polizeieinheiten? Hat denn hier niemand Angst vor staatsputschenden LKW Terroristen? Nein: wie gut. Alles ruhig. 
Die vollautomatische Passkontrolle per biometrischer Gesichtserkennung erinnert an Blade Runner. Ein Algorithmus entscheidet darüber, wer rein oder raus darf. "Simsalabim" und "Sesam öffne Dich", und schon geht wie von Geisterhand und mit grünem Pfeil die Pforte zum Rest der Welt auf. Ich werte das mal so: meine Facebook-Likes und -Kommentare sind immer noch voll im grünen Bereich und mit dem demokratischen Wertekonsensdings der freiheitlichen Grundordnung vereinbar. 
Foto: Blick aus dem Klofenster des Großraum…

197/2016 - Geschäftsreise Delhi - Eschborn - Delhi Tag 2/3

Der stetige Hintergrundlärm der Luftbearbeitungsmaschinerie im heimischen Delhi (kühlen, reinigen, umwälzen) ist so verinnerlicht, dass das Aufwachen in einer fast lautlosen Umgebung hier im Hotel in Eschborn zur faszinierenden Erfahrung wird. Es fühlt sich an wie in Watte gebettet, oder in einer Szenerie, in der frisch fallender Schnee alles Laute wegschluckt. Ich halte die Luft an und vermag transzendenten Engelsgesang und den äonischen Erdenton (440 Hz) zu hören. War dann aber doch wohl nur die Espressomaschine im Frühstücksraum des Hotels.

Unbestrittener Höhepunkt der Geschäftsreise dann am Abend nach erledigten Dienstgeschäften: Von den letzten Sonnenstrahlen des Tages glorifizierend verklärt, bietet der Dönerbudenbesuch den Dönerteller mit kühlem Becks - nach vier dönerlosen Monaten ein dönerliches Highlight. 
Foto: Die moderne Küche von "Erens Döner Imbiss", verbindet in raffinierten Kreationen bewährt-traditionelle Geschmackselemente mit unvorhergesehenen komplementär…

196/2016 - Geschäftsreise Delhi - Eschborn - Delhi Tag 1/3

Die  64 kg Freigepäck für den Hinflug nach Deutschland werden wie folgt genutzt: 0,5 kg Persönliche Effekte (Kulturvortäuschungstasche mit Kleinkram drin, Sonnenbrille, Klappmesser, Teelichter) 63,5 kg Post, die mittels einer Filiale der Deutschen Post AG von deutschem Boden verschickt werden soll.
Eiskalter Taxitransfer zum schwer bewachten Terminal 3 des Indira Ghandi Flughafens. Dreiviertel der gesamten Wartezeiten (Checkin, Security, Passkontrolle, Boarding) verbucht die Kontrolle vor dem Haupteingang des Flughafens. Der nette Herr mit dem Kampfanzug und dem geschulterten Sturmgewehr tut nur seinen Job: er gleicht mit einem Kugelschreiber die Daten von Flugticket, Pass und den tatsächlichen Abflügen ab, indem er im Flugticket kleine Häckchen neben Vorname, Nachname, Mittelname, Flugnummer, Destination usw. macht. 
Innen gewohnt schäbig, wie sich diese Orte als reine Warenpräsentations- und Werbefläche verkaufen. Internationale Flughäfen könnten voller Eleganz und Magie sein. Und ni…

195/2016 - Fischers Fritze

Besuch kommt. Besuch soll vor Mücken sicher unter einem Moskitonetz schlafen. Diese Netze sind seit Mosambik nicht gewaschen worden. Es wird Zeit.

Jamal und Kiran nutzen die im Haus herumliegenden Netze als Spitzengelegenheit, um - ganz norddeutsch - Fischer zu spielen. 
Foto: Wohnraum - dazu folgende Melodie:  "Und sie werfen im Weiten Bogen die Netze aus. (...) Bella, bella, bella Marie, bleib' mir treu,  ich komm' zurück morgen früh.  Bella, bella, bella Marie, vergiß mich nie. (...)"

194/2016 - Workshop on Cumulative Impact Assessment

Two days workshop on "Cumulative Impact Assessment" by the Indian Center for Science and Environment. Mr Georg Jahnsen is invited as a guest speaker, moderator and expert for spatial planning to contribute to this topic from a planners point of view.

Photo: Workshop at the India Habitat Center / New Delhi. 

193/2016 - Raumordnung im Lego Moloch

Die Urbanisierung des Kinderzimmers schritt gnadenlos voran.
Auf der günen Wiese wurde zunächst eine Polizeiwache errichtet. Mit Radarstation, Gefängniszelle und nettem Arkadengang. Auf der anderen Straßenseite entstand alsbald eine Saftbar mit Aussichtsterrasse und einbruchsicherer Spezialgartenpforte. Schnell hatte die Polizeiwache so viele Fahrzeuge, dass eine Parkgarage auf der anderen Seite nötig wurde, um den öffentlichen Raum vom Parkdruck zu entlasten. Im zwilichtigen Wald dahinter errichteten Diebe und Räubergesindel ihr Hauptquartier, mit Anlegesteg für Piratenschiffe. 
Der städtische Baubetriebshof baute sein Salzlager hinter der Saftbar. Gegen Auflagen im bauordnungsrechtlichen Verfahren, konnte eine Genehmigung erteilt werden. Weil es einen stetigen Salzmangel gab, musste dieser Rohstoff aufwändig aus dem Weltraum von anderen Planeten beschafft werden. Dazu wurde zwischen Saftbar, Kuhwiese und Polizeistation ein Weltraumbahnhof errichtet. An mehreren Andockstationen, könn…

192/2016 - Finale *gähn*, olé, olé

Verlauf, Ausgang und Existenz des EM-Finales reißen mich weder mit, noch vom Hocker. Dies zusammengenommen mit der späten Stunde zu der das Spiel hier in Indien läuft (Anpfiff 0:30 Uhr) läßt mich kaum mehr als ein müdes Gähnen übrig haben, für dieses europäische Spitzenfußballsportgroßereignis. 
Dabei waren schon die Vorzeichen der letzten Tage eindeutig: krampf- und zwanghaft habe ich versucht herauszufinden, für wen ich denn nun sein soll. Vergebens. Wenn nicht mal das klar ist, steigt das Desinteresse ins Unermessliche. Ein Desinteresse, das so groß ist, dass es mich pausenlos beschäftigt. Unfassbar. 
Hier eine abschliessende Abwägung, mit der ich zwei Stunden vor Spielbeginn schlafen gehe. Gutacht - und - möge der Bessere gewinnen - bzw. Frankreich, wegen meinen Tippspielpunkten. 
Frankreich Pro: Baguette. Käse. Rotwein. Zelten am Atlantik. Ich habe (zufällig) für Frankreich getippt und sogar (zufällig) Frankreich als EM Sieger getippt.  Kontra: Französische Verben (Konjugation) 
Portug…

191/2016 - Hummer vs. Steiner

Wieder einmal müssen wir der Mega-Mall in unserer Nachbarschaft einen Kurzbesuch abstatten. Besorgungen. Wir bekommen von Freunden den Tipp, dass es im Außenbereich der Mall in einem halbwegs schattigen Innenhof einen Kinderspielplatz mit großen hölzernen Piratenschiffen geben soll, auf denen es sich toll herumklettern lässt. 
Und tatsächlich. Aus massiven Hölzern in guter Qualität und mit vielen netten Details wie Klettertauen und Netzhängematten finden wir den Spielbereich vor und freuen uns für Kiran und Jamal. Wir freuen uns. Die beiden haben jedoch Augen für etwas ganz anderes. 
Zwischen den hölzernen Kletterskulpturen werden Kinder mit batteriebetriebenen und ferngesteuerten Plastikgeländewagen und Kunststoffmotorrädern umhergefahren. Der ferngesteuerte China-Plastik-Hummer-Geländewagen in direkter Konkurrenz zum Öko-Waldorf-Vollholzklettergerüst. Das geht nicht gut aus. 
Logisch, dass die Kinder Hummer und Motorrad fahren. Das hell scheppernde Kunststoffgeknarze der Elektromot…

190/2016 - Hotel JP Vasant

Das JP Hotel in Vasant Vihar wird uns immer ein besonderer Ort bleiben. Es ist das Hotel, in dem wir unsere ersten Nächte in Delhi verbracht haben. Und diese intensiven Eindrücke sind mit diesem Ort verwoben.

Das Hotel ist ein riesenhoher Klotz in einem ansonsten moderaten städtischen Mischgebiet. Es liegt in unserer Nachbarschaft direkt neben dem inzwischen leicht abgerockten Shoppingkomplex "Pria Market". 
Jamal hat gerade zwei Mal pro Woche seinen Schwimmunterricht im Außenpool des JP Hotels. Während er also planscht, spielt Kiran zwischen den Poolchairs oder auf der Wiese. Weil der Pool zu diesen Zeiten komplett für Schwimmunterricht genutzt wird, ist ein buntes Treiben im Gange: viele Kinder, dazwischen die Eltern und einige Hotelgäste. Zusätzlich wird direkt daneben von den Hotelangestellten oft irgendeine abendliche Großhochzeit vorbereitet (ist ja schließlich romantische Monsoonzeit).
Foto: Kiran mit dem Laufrad auf der Wiese des Hotel JP Vasant Vihar.

189/2016 - Euro2016

Celebrating Euro2016 in Delhi with a giant soccer ball.

Photo: Jamal and Kiran with official Euro 2016 matchball. 

188/2016 - Bloghalbzeit

Vor ein paar Tagen hatte das Jahr seine Mitte. Das Vorhaben vom Jahresbeginn, in diesem Blog jeden Tag etwas zu posten, hat damit ebenso Bergfest.

Ein zusätzlicher Grund, warum ich das hier gerade schreibe, ist die Notwendigkeit einen zusätzlichen Blogpost zu produzieren. Woran man erkennen kann: Es fällt mir nicht leicht immer etwas zu schreiben. Und nicht selten hinke ich mit den Posts den Tagen hinterher, oder veröffentliche nur Inhaltsschnipsel wie ein Bild oder diesen Text hier. Die Gründe dafür sind vielfältig. Nix passiert. Kein Bock. Zu platt. Oder auch alles drei zusammen. 
Dennoch hat es sich gelohnt. Das bislang seit 1.1.2016 Geschriebene ist uns ein kleiner Schatz, der die besonderen Dinge, die passiert sind, festhält. Und die Art des Mediums stellt nicht nur eine enorme Bereicherung dar, sondern ist auch Ansporn.
Allen Leserinnen und Lesern an dieser Stelle ein dickes Dankeschön für die treue Aufmerksamkeit. Und besonders freuen uns natürlich die positiven Rückmeldungen, d…

187/2016 - Jamal schwimmt (etwas)

Video: Schwimmunterricht im Hotel JP Vasant Vihar

186/2016 - explicit architecture

We have a nice tree right beside our main entrance door. Since yesterday a small bird has constructed its nest some two meters above the ground in exactly this tree. 
Well, he did not build the nest "in" the tree like normal birds would do: hidden between dense twigs and branches. No. He has chosen some loose ends and leafs that are hangig quite visible in the middle of the entrance courtyard. And his nest is an architectural masterpiece. The morphology reminds me of visionary drafts from Lebbeus Woods. It has a strong reference to the Paisley Design (or has the Paisley Design a strong reference to this type of nest?) And useless to mention that the whole construction is of course sustainable and easy to maintain. 
Once I saw a documentary about this type of bird. I somehow remember that one main purpose of this nest is, to attract a partner. "This is my house. Wanna have sex with me?"
Photo: Take a closer look at the photo and you will read this question from the b…

185/2016 - green

The first rains not only cooled down the city a very little - they also gave the whole greenery a fresh look. 
Photo: Jamal and Kiran on the terrace with the bold greenery in the background

184/2016 - gardening

Although the public parks in Delhi are well maintained, some additional care seems necessary. Jamal and Kiran brought all important gardening tools from Germany to fullfill this job.

Video: Gardening @ Nehru Park, Delhi

183/2016 - holy cow

We meet smaller and bigger herds of cows in our neighbourhood almost every day. It remains fascinating. To meet these calm animals in the middle of the street in an urban context surrounded by a hectic and fast moving scenery is magic.
Photo: Cows @ Pashimi Marg D-Block Vasant Vihar